Verbindlichkeit

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Verbindlichkeit

Verbindlichkeiten sind Verpflichtungen gegenüber einem Dritten, in der Praxis meist nicht zum Termin bezahlte Rechnungen, nicht erfolgte Abführungen u. a. Sie stellen praktisch eine Schuld dar. In der Bilanz sind sie als Passivposten auszuweisen. Die Gliederung in der Bilanz nach § 266 Abs. 2 Handelsgesetzbuch (HGB) umfasst folgende Positionen auf der Passivseite:
C.Verbindlichkeiten:
1.Anleihen, davon konvertibel;
2.Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten;
3.erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen;
4.Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen;
5.Verbindlichkeiten aus der Annahme gezogener Wechsel und der Ausstellung eigener Wechsel;
6.Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen;
7.Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht;
8.sonstige Verbindlichkeiten, davon
  • aus Steuern,
  • im Rahmen der sozialen Sicherheit.
Verbindlichkeiten sind mit ihren Rückzahlungsbeträgen zu passivieren (§ 253 Abs. 1 HGB). Dieser ist allgemein identisch mit dem Betrag, den der Schuldner als Verpflichtung zu erfüllen hat. Liegt der Rückzahlungsbetrag über dem Auszahlungsbetrag, z. B. bei einem Disagio für den Kredit von der Bank, so ist die Verbindlichkeit mit dem höheren Rückzahlungsbetrag anzusetzen. Eine Bilanzierung fiktiver Verbindlichkeiten, die gewissermaßen stille Reserven bedeuten würden, ist nicht gestattet.
Im Anhang zur Bilanz haben die Kapitalgesellschaften in einem Verbindlichkeitsspiegel zu vermerken, inwieweit die Verbindlichkeiten noch eine Restlaufzeit von
  • bis zu einem Jahr,
  • von ein bis fünf Jahren und
  • mehr als fünf Jahren haben.
Weiter kann zwischen kurzfristigen und langfristigen Verbindlichkeiten differenziert werden. Der wertmäßige Umfang der kurzfristigen Verbindlichkeiten dient als Bezugsgröße bei der Berechnung der Liquiditätsgrade (Liquidität 1. und 2. Grades).
Bleibt noch zu verweisen auf die " ungewissen Verbindlichkeiten ". Sie sind der Höhe, der Fälligkeit und der voraussichtlichen Realisierbarkeit nach ungewiss. Zum Jahresabschluss des Bauunternehmens sind zu den ungewissen Verbindlichkeiten Rückstellungen zu bilden. Beispielsweise können für im Geschäftsjahr vom Auftraggeber abgenommene Baumaßnahmen im Folgejahr Mängelansprüche maßgebend werden, deren Höhe im Jahr der Abnahme bzw. zum Bilanzstichtag aber ungewiss ist.
Forderungen und Verbindlichkeiten dürfen nicht miteinander ausgeglichen werden. Es besteht ein Saldierungsverbot (§ 246 Abs. 2 HGB), soweit sie sich nicht im Sinne von § 387 BGB aufrechenbar gegenüber stehen.

Normen und Richtlinien zu Verbindlichkeit

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Baunachrichten zu Verbindlichkeit

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Begriffs-Erläuterungen zu Verbindlichkeit

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