Vergabeunterlagen

» Normen und Richtlinien
» Baunachrichten
» Begriffs-Erläuterungen

Vergabeunterlagen

Die Anforderungen zu den Vergabeunterlagen leiten sich aus § 29 in der Vergabeverordnung (VgV) ab. Sie haben alle Angaben zu umfassen, um dem Bieter oder Bewerber zu einer Baumaßnahme die Entscheidung zur Teilnahme am Vergabeverfahren zu ermöglichen. Sie bestehen bei der Vergabe nach der VOB im Unterschwellenbereich nach § 8 Abs. 1 im Abschnitt 1 (Basisparagrafen) sowie analog in § 8 EU Abs. 1 im Abschnitt 2 für Bauaufträge bei Erreichen der Schwellenwerte und § 8 VS Abs. 1 im Abschnitt 3 der VOB/A für verteidigungs- und sicherheitsspezifische Baumaßnahmen aus:
Die Vergabeunterlagen sind von besonderer Bedeutung für das Vergabeverfahren nach den einzelnen Vergabearten. Der Auftraggeber richtet sich unmittelbar an die Bieter und teilt ihnen die maßgebenden Bedingungen für die auszuführenden Leistungen mit. Vom Auftraggeber ist beispielsweise anzugeben bzw. vorzuschreiben, dass:
  • alle für den Bewerber zur Abgabe des Angebots relevanten Bedingungen zusammengefasst im Anschreiben angeführt werden,
  • er Nebenangebote nicht zulässt oder zulässt oder ggf. nur in Verbindung mit einem Hauptangebot zulässt,
  • die Bestimmungen in der VOB, Teile B und C Bestandteile des Vertrages werden, ggf. auch die Zusätzlichen Vertragsbedingungen (ZVB) und Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingungen (ZTV),
  • der Bieter in seinem Angebot die Leistungen angibt, die er beabsichtigt, an Nachunternehmer zu vergeben,
  • für die Bearbeitung des Angebots keine Entschädigung gewährt wird.
Die Vergabeunterlagen müssen eindeutige und klare Aussagen treffen. Sollte noch während der Ausschreibung eine Änderung erfolgen, beispielsweise eine Präzisierung im Leistungsverzeichnis (LV) erfolgen, dann sind alle potenziellen Bieter darüber durch den Auftraggeber zu informieren, damit alle Bieter für die Angebotskalkulation die gleichen Voraussetzungen kennen. Bestehen Unklarheiten, so gehen sie zulasten des Auftraggebers.
Sendet beispielsweise der Auftraggeber Nachsendungen zu den ursprünglich versandten Vergabeunterlagen per E- Mail, dann besteht die Gefahr, dass der Bieter diese nicht erhalten haben könnte. Dazu hat die Vergabekammer Bund in einem Beschluss vom 3.2.2014 (Az. VK 2-1/14 (IBR Werkstatt-Beitrag vom 11.4.2014) entschieden, dass
  • eine E-Mail dann dem Empfänger zugegangen ist, wenn sie abrufbereit in seinem elektronischen Postfach bzw. im Postfach des Providers eingegangen ist,
  • der beweisbelastete Verfahrensbeteiligte hat den Nachteil der Nichterweislichkeit des Zugangs zu tragen,
  • bei E-Mail-Übermittlungen durch den Versender die Option im E-Mail-Programm zu nutzen ist, eine Lesebestätigung vom Empfänger anzufordern.
Letztere Aussage entspricht auch der Handhabung bei Telefaxübermittlungen. Dabei kommt dem Absender die Pflicht zu, anhand des Sendeprotokolls zu prüfen, dass die Übermittlung vollständig und an den richten Empfänger vorgenommen wurde.
Nach Kenntnisnahme und Durchsicht der Vergabeunterlagen kann sich der Bieter entscheiden, ob er zu den vorgegebenen Bedingungen ein Angebot unterbreiten bzw. am Vergabeverfahren teilnehmen wird.
Die Vergabeunterlagen sind von den Auftraggebern zu Beginn des Vergabeverfahrens den Bewerbern in geeigneter Weise zur Verfügung zu stellen. Bei Vergaben bei Erreichen der Schwellenwerte sind grundsätzlich Geräte und Programme der elektronischen Datenübermittlung (elektronische Vergabe) zu nutzen, die eine unentgeltliche, uneingeschränkte und vollständige Übermittlung gewährleisten. Vom Auftraggeber ist zu sichern, dass beim Versand der Vergabeunterlagen mit Bezug auf § 12 a Abs. 3 sowie § 12 a EU Abs. 2 und § 12 a VS Abs. 3 in der VOB/A die Namen der Bewerber, die Vergabeunterlagen erhalten oder eingesehen haben, geheim zu halten sind.
Bei Öffentlicher Ausschreibung im Unterschwellenbereich kann durch den Auftraggeber vom Bieter die Erstattung der Kosten für die Vergabeunterlagen (Vervielfältigung der Leistungsbeschreibung und der anderen Unterlagen) sowie der Kosten für die ggf. postalische Versendung mit Bezug auf Tz. 3 in der Richtlinie zu den Formblättern 121/122 im VHB-Bund (Ausgabe 2017) gefordert werden, wenn die Kosten den Betrag von 5 € übersteigen. Von der Fachaufsicht führenden Stelle können hierfür Richtsätze bestimmt werden, die dann im notwendigen Umfang der Preisentwicklung anzupassen sind.

Normen und Richtlinien zu Vergabeunterlagen

DIN 1960 [2016-09](1) 1. Die Vergabeunterlagen werden ab dem Tag der Veröffentlichung einer Auftragsbekanntmachung gemäß § 12 EU Absatz 3 oder dem Tag der Aufforderung zur Interessensbestätigung gem...
DIN 1960 [2016-09](1) Soweit die Vergabeunterlagen nicht elektronisch im Sinne vonAbsatz 2 und 3 zur Verfügung gestellt werden, sind sie 1. den Unternehmen unverzüglich in geeigneter Weise zu über...
DIN 1960 [2016-09](1) Die Vergabeunterlagen bestehen aus 1. dem Anschreiben (Aufforderung zur Angebotsabgabe), gegebenenfalls Teilnahmebedingungen (Absatz 2) und 2. den Vertragsunterlagen (§§ 7 bis ...
DIN 1960 [2016-09](1) Die Vergabeunterlagen bestehen aus 1. dem Anschreiben (Aufforderung zur Angebotsabgabe), gegebenenfalls Teilnahmebedingungen (Absatz 2) und 2. den Vertragsunterlagen (§ 8a EU u...
DIN 1960 [2016-09](1) Der Auftraggeber gibt in der Bekanntmachung oder den Vergabeunterlagen an, auf welchem Weg die Kommunikation erfolgen soll. Für den Fall der elektronischen Kommunikation gelten...

Baunachrichten zu Vergabeunterlagen

Das neue VHB 2008 - Vergabe und Vertrag am Bau -Das öffentlich rechtliche Bauen hat seine geistigen Anbindungen zu VOB und VHB. Das "V" hat sich dabei historisch gewandelt. Vom einfachen "V" wie Verdingung zum doppelten "V" wie Vergabe und Vertrag. 1921 begann es mit einem Beschluss des deutschen Reichstages zur Einberufung für einen "Reichsverdingungsausschuß". Gesetzliche Regelungen für das Verdingungswesen wurden abgelehnt, aber einheitliche Richtlinien hierzu waren erwünscht. Und diese wurden im Jahre 1926 mit der "Verdingungsordnung für Bauleistungen" (VOB) geschaffen. Nach dem zweiten Weltkrieg ist die VOB durch den DVA "Deutschen Verdingungsausschuß für Bauleistungen" weiter entwickelt worden. Zur praktikablen Nutzung der VOB als Arbeitsmittel entstand 1974 das erste Vergabehandbuch für die Durchführung von Bauaufgaben des Bundes. Und mit der europäischen Integration und den rechtlichen Anpassungen haben sich auch die Namen von DVA, VOB und VHB in einer logischen Zeitreihe geändert.
Das öffentlich rechtliche Bauen hat seine geistigen Anbindungen zu VOB und VHB. Das "V" hat sich dabei historisch gewandelt. Vom einfachen "V" wie Verdingung zum doppelten "V" wie Vergabe und Vertrag. 1921 begann es mit einem Beschluss des deutschen Reichstages zur Einberufung für einen "Reichsverdingungsausschuß". Gesetzliche Regelungen für das Verdingungswesen wurden abgelehnt, aber einheitliche Richtlinien hierzu waren erwünscht. Und diese wurden im Jahre 1926 mit der "Verdingungsordnung für Bauleistungen" (VOB) geschaffen. Nach dem zweiten Weltkrieg ist die VOB durch den DVA "Deutschen Verdingungsausschuß für Bauleistungen" weiter entwickelt worden. Zur praktikablen Nutzung der VOB als Arbeitsmittel entstand 1974 das erste Vergabehandbuch für die Durchführung von Bauaufgaben des Bundes. Und mit der europäischen Integration und den rechtlichen Anpassungen haben sich auch die Namen von DVA, VOB und VHB in einer logischen Zeitreihe geändert.
Das neue VHB 2017 und die Splittung von W&G im EFB-Preis 221/222 -Ab 1.1.2018 ist das neue Vergabehandbuch für die Baumaßnahmen des Bundes (VHB 2017) per Erlass im Geltungsbereich der Finanzbauverwaltungen verbindlich anzuwenden. Damit wird das „VHB 2008-Stand April 2016 abgelöst“. Dieser “De-facto-Standard für die Vergabe von Bauleistungen“ der öffentlichen Hand beinhaltet zudem eine praxisbekannte Formulartechnik, deren Inhalte stets durch die aktuelle Rechtslage angepasst wird.
Ab 1.1.2018 ist das neue Vergabehandbuch für die Baumaßnahmen des Bundes (VHB 2017) per Erlass im Geltungsbereich der Finanzbauverwaltungen verbindlich anzuwenden. Damit wird das „VHB 2008-Stand April 2016 abgelöst“. Dieser “De-facto-Standard für die Vergabe von Bauleistungen“ der öffentlichen Hand beinhaltet zudem eine praxisbekannte Formulartechnik, deren Inhalte stets durch die aktuelle Rechtslage angepasst wird.
Checkliste zur Angebots-Erstellung bei öffentlichen Ausschreibungen - 04.03.2011 Angebot zu spät abgegeben? Geforderte Nachweise nicht beigefügt? Verdingungsunterlagen geändert? Preise vergessen?
04.03.2011 Angebot zu spät abgegeben? Geforderte Nachweise nicht beigefügt? Verdingungsunterlagen geändert? Preise vergessen?
EFB-Preise in der Praxis - 02.08.2011 Baukalkulation und ergänzende Formblätter Preise (EFB-Preis) sind vom Inhalt her zwei Seiten einer Medaille. In der Praxis werden sie aber oft noch getrennt realisiert...
02.08.2011 Baukalkulation und ergänzende Formblätter Preise (EFB-Preis) sind vom Inhalt her zwei Seiten einer Medaille. In der Praxis werden sie aber oft noch getrennt realisiert...
Vergabehandbuch: Aktualisierung ab 1. November anzuwenden - 01.11.2014 Ab 01.11.2014 treten etliche Erweiterungen und inhaltliche Präzisierungen in den Richtlinien und den Formblättern des Vergabehandbuches (VHB-Bund) in Kraft. Betroffen sind u.a. die Richtlin
01.11.2014 Ab 01.11.2014 treten etliche Erweiterungen und inhaltliche Präzisierungen in den Richtlinien und den Formblättern des Vergabehandbuches (VHB-Bund) in Kraft. Betroffen sind u.a. die Richtlin...

Begriffs-Erläuterungen zu Vergabeunterlagen

Die für Ausschreibungen maßgeblichen Vergabeunterlagen sind von den Auftraggebern den Bewerbern unverzüglich in geeigneter Weise zu übermitteln. Zu beachten sind hierbei unterschiedliche Anforderunge ...
Vergabeunterlagen sind von besonderer Bedeutung im Ausschreibungs- und Vergabeverfahren, besonders für die Vergabe öffentlichen Bauaufträgen nach nationaler Ausschreibung im Unterschwellenbereich gem ...
Vergabeunterlagen sind Bewerbern zu Öffentlichen Ausschreibungen in geeigneter Form unverzüglich zu übermitteln. Unterschiede bestehen zu den Anforderungen bei öffentlichen Baumaßnahmen in der VOB Te ...
Von den Auftraggebern sind die Vergabeunterlagen Bewerbern bzw. Bietern zu Beginn des Vergabeverfahrens in geeigneter Weise zur Verfügung zu stellen. Für die Bereitstellung von Vergabeunterlagen fall ...

Verwandte Suchbegriffe zu Vergabeunterlagen


 
Schon über 50.000 Abonnenten!
bauprofessor.nachrichten
Ihr kostenloser Newsletter
E-Mail:
» Abonnieren