Vorbestimmte Zuschläge

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Vorbestimmte Zuschläge

Die Angebotskalkulation für die Abgabe eines Angebot zum ausgeschriebenen Bauauftrag kann vom Bauunternehmer als Bieter nach unterschiedlichen Kalkulationsverfahren erfolgen. Bei der Zuschlagskalkulation sind: mit vorbestimmten bzw. vorberechneten Zuschlägen bzw. Zuschlagsätzen zuzurechnen.
Diese Differenzierung sieht auch das ergänzende Formblatt Preise (EFB-Preis) 221 auf Grundlage des Vergabe- und Vertragshandbuch (VHB-Bund, Ausgabe 2017) im Abschnitt 2 vor. Als Verrechnungsbasis für die vorbestimmten Zuschläge gelten jeweils die EKT oder deren Kostenartensummen als unmittelbare Herstellungskosten.
Für die einfachen Zuschlagskalkulation sind Zuschläge für die BGK, AGK sowie Gewinn und Wagnis zur Basis der gesamten EKT zu bestimmen. Sie sind für die Eigenleistungen praktisch gleich verteilt. Wichtig ist, dass keine Differenzierung nach einzelnen Kostenarten der EKT erfolgt. Dabei kann auch eine Zusammenfassung der einzelnen Zuschläge (mit Bezug auf die EKT als gleiche Verrechnungsbasis) erfolgen, wenn aus Vereinfachungsgründen nur ein gemeinsamer Zuschlag im Voraus festgelegt wird.
Der Gesamtzuschlag wird in der Regel einen Umfang von ca. 28 % bis 38 % zur Basis der EKT ausmachen, wenn ein Deckungsbeitrag (DB als Summe aus Gemeinkosten sowie Gewinn und Wagnis) im Durchschnitt von ca. 25 % als Anteil von der Angebotsendsumme anzunehmen ist. Zwischen dem Prozentsatz des DB und dem mit Zuschlägen auf die Summe der EKT zu verteilenden Satzes besteht folgende rechnerische Beziehung als Quotient aus:
Prozentsatz des DB x 100
100 ./. Prozentsatz des DB
nach den angeführten Zuschlagsätzen beispielsweise:
25 x 100
100 ./. 25
=33,3 %
als Gesamt-Zuschlagssatz mit Bezug auf die EKT.
Lediglich ein Zuschlag für Leistungen der Nachunternehmen (soweit sie anfallen) bzw. auf deren Angebot kann und sollte davon abweichen. In den Angebotskalkulationen sind Zuschläge zwischen 8 und 13 % üblich.
Bei der differenzierten Zuschlagskalkulation werden vorbestimmte Zuschläge:
  • sowohl differenziert nach den Komplexen BGK, AGK sowie Gewinn und Wagnis
  • als auch differenziert für die Kostenarten der EKT wie Lohn, Stoffkosten, Gerätekosten, Sonstige Kosten und Nachunternehmerleistungen herangezogen.
Entsprechend unterschiedlich hoch sind dann die Zuschläge auf die Kostenarten. Bei der Aufteilung der Zuschläge auf Kostenartenmuss aber beachtet werden, dass insgesamt die Verrechnung annähernd gleich groß ist wie bei einer Kalkulation mit einem anderen Kalkulationsverfahren. Letztlich wird und sollte stets das annähernd gleich große Volumen im Sinne des Deckungsbeitrags verrechnet werden.
Für den Vergleich und zur Orientierung können folgende Zuschlagssätze mit Bezug auf die kalkulierten Kostenartensummen dienen:
Lohnkosten=35 % (von 30 bis 45 %),
Stoffe=28 % (von 20 bis 35 %),
Geräte=15 % (von 10 bis 18 %),
Sonstige Kosten=8 % (von 5 bis 12 %),
Nachunternehmer=10 % (von 8 bis 13 %).
Für die Vollkostenstundensatzkalkulation ist charakteristisch, dass sämtliche Gemeinkosten sowie Gewinn und Wagnis ausschließlich auf Lohn verrechnet werden. Das bedeutet, dass im Abschnitt 2 im Formblatt EFB-Preise 221 für die Zuschlagskalkulation nur Zuschläge in der Spalte Lohn im Abschnitt 2 auftreten, gesamt in Zeile 2.4 und ggf. differenziert mit den Anteilen für BGK, AGK und Gewinn und Wagnis. Als Orientierung kann ein vorbestimmter Zuschlagssatz von ca. 60 bis 85 % mit Bezug auf die Basis Lohnkosten dienen.
Dieser Zuschlag wird dann auf den Kalkulationslohn (Zeile 1.4 im Formblatt 221) verrechnet. Im Ergebnis steht in Zeile 1.6 der Verrechnungslohn, gewissermaßen im Ausdruck des „ Betriebsmittellohns “ als Stundensatz bzw. Stundenpreis und vergleichbar im weiteren Sinne mit der Berechnung bzw. Kalkulation eines Preises für Stundenlohnarbeiten (nach § 15 in der VOB/B). Für die anderen Kostenarten (Stoffkosten, Gerätekosten und Sonstige Kosten) entfällt eine Verrechnung, wobei lediglich wieder die Leistungen der Nachunternehmer (soweit anfallend) einen Zuschlag erhalten werden.
Wird das Angebot auf Grundlage der Endsummenkalkulation ermittelt, so werden die BGK für das betreffende Bauvorhaben direkt kalkuliert und ein vorbestimmter Zuschlagssatz ist nicht erforderlich. Demgegenüber werden aber für die Zurechnung der AGK sowie von Gewinn und Wagnis bauvorhabenbezogene Zuschlagssätze als Prozentsätze mit Bezug auf die Angebotsendsumme vorbestimmt. Die Aufrechnung zur Endsumme erfolgt nach Umrechnung der Sätze auf die Bezugsbasis der Herstellkosten (als Summe aus direkt ermittelten EKT und BGK). Folgende Zuschlagssätze können zur Orientierung herangezogen werden:
alsAnteil von der Angebotsendsummeals Zuschlagssatz auf Basis Herstellkosten
AGK15 bis 20 %16 bis 22 %
Gewinn
Wagnis
3 bis 5 %
2 bis 4 %
3,3 bis 6,0 %
2,5 bis 5,0 %
Die anschließende Verteilung von Gemeinkosten sowie Gewinn und Wagnis für die Einheitspreise (EP) der einzelnen Leistungspositionen des Angebots wird bei der Endsummenkalkulation mit Hilfe von vorbestimmten Umlagesätzen vorgenommen.
Die Vorausbestimmung der Zuschlagsätze für den Ansatz in der Angebotskalkulation sollte in Abstimmung mit dem kaufmännischen Leiter des Bauunternehmens vorgenommen werden. Die Festlegung der Höhe kann wiederum mit Gültigkeit für das gesamte Geschäftsjahr erfolgen, weil diese Kosten kurz- und mittelfristig gesehen annähernd fest (fix) sind. Als Grundlage für die Bestimmung der Gemeinkostenzuschläge können und sollten die Unterlagen des betrieblichen Rechnungswesens (Jahresabschluss und BWA - Betriebswirtschaftliche Auswertungen) bzw. die Finanzplanung für das laufende bzw. künftige Geschäftsjahr herangezogen werden. Der betriebliche Finanzplan ist ein Spiegelbild der betrieblichen Kosten und des Gewinns, und zwar mit Bezug auf ein wahrscheinliches Bauauftragsvolumen bzw. die geplante Jahresbauleistung. Es ist die Schnittstelle zwischen der finanziellen und auftrags- bzw. leistungsbezogenen Betrachtungsweise zum Bauprozess.
Eine Musterberechnung von vorbestimmten Zuschlägen ist unter Finanzplan zur Ermittlung von Kalkulationszuschlagssätzen einsehbar.
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Normen und Richtlinien zu Vorbestimmte Zuschläge

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DIN EN 13914-2 [2016-09]Für die Anwendung dieses Dokuments gelten die Begriffe nach EN 998-1 EN 13279-1 EN 13914-1 EN 13658-1 EN 15824 und die folgenden Begriffe. 3.1 Innenputz (Substantiv) Gemisch ...
DIN EN 1996-1-1 [2013-02]1.5.1 Allgemeines (1) Für EN 1996-1-1 gelten die in EN 1990 :2002, 1.5, angegebenen Begriffe. (2) Die Bedeutung der Begriffe, die in EN 1996-1-1 verwendet werden, ist in 1.5...

Baunachrichten zu Vorbestimmte Zuschläge

Kalkulation mit vorbestimmten Zuschlägen - 04.11.2011 Der Form nach ist die Angebotskalkulation meistens eine Zuschlagskalkulation, bei der die Einzelkosten (EKT) direkt ermittelt und die Gemeinkosten sowie W&G mit vorbestimmten Zuschlägen zug
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Baupreise und deren Kalkulation über die Einzelkosten der Teilleistungen -Bei der Ermittlung der Einheitspreise (EP) für die Positionen des Leistungsverzeichnisses scheiden sich die Geister. Für Angebote benutzen nach meiner Meinung 80% der Firmen Fixpreise. Vorgefertigte EP’s aus der Erfahrung am Markt. Und 20% der Unternehmen kalkulieren die Einheitspreise für jeden Auftrag neu. Auf die Baustelle bezogen werden die konkreten Einzelkosten und Zuschläge bzw. Umlagen berechnet. Eine Kalkulationskultur vom Groben zum Feinen. Zwischen "Erbsenzählerei" und verursachungsgerechten Details. Aber eins ist gewiss: Sichere Angebote lassen sich nur bei sicherer Kostenkenntnis erstellen.
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Der Wein reift im Fass und Baupreise reifen im LV (Leistungsverzeichnis) -Der Traubensaft gärt und als Wein kommt er im Fass zur Reife. Eine Metamorphose von Tausenden organischen Molekülen. In deren variationsreichen Verkettung entfalten sich die vielfältigen Aromen. Abhängig von der Umgebung. Und dadurch schmeckt ein aus dem Urlaub mitgebrachter Wein zu Hause anders. Geschmack entsteht im Kopf.
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Zuschlagskalkulation über Einzelkosten der Teilleistungen und Herstellkoste... -Das „heilige Prinzip“ der Kostenrechnung ist das Verursachungsprinzip. Dies gilt auch bei der Ermittlung der Kosten für die Leistungen eines Bauauftrages. Eine Baukalkulation, sprich Bauauftragsrechnung, beruht auf den Kostenebenen im Unternehmen. Es werden Kosten verursacht durch:
Das „heilige Prinzip“ der Kostenrechnung ist das Verursachungsprinzip. Dies gilt auch bei der Ermittlung der Kosten für die Leistungen eines Bauauftrages. Eine Baukalkulation, sprich Bauauftragsrechnung, beruht auf den Kostenebenen im Unternehmen. Es werden Kosten verursacht durch:

Begriffs-Erläuterungen zu Vorbestimmte Zuschläge

Als ein spezielles Kalkulationsverfahren für die Angebotskalkulation kann nach Wahl des kalkulierenden Bauunternehmens die differenzierte Zuschlagskalkulation mit vorberechneten bzw. vorbestimmten Zu ...
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Der Vollkostenstundensatz stellt praktisch den Betriebsmittellohn dar, wenn die gesamten Gemeinkosten ( Baustellengemeinkosten (BGK) Allgemeine Geschäftskosten (AGK) ) sowie Wagnis und Gewinn (W&G) a ...

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