Vorsteuerabzug

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Vorsteuerabzug

Die Ausübung des Abzugs der Umsatzsteuer als Vorsteuer setzt voraus, dass der Unternehmer eine nach den Vorschriften des § 14 UStG ausgestellte Rechnung (Eingangsrechnung) mit gesondertem Ausweis der Umsatzsteuer besitzt. Als Ausnahme sind die Kleinbetragsrechnungen anzusehen, in denen die Umsatzsteuer (z. B. 19 % oder 7 %) nicht gesondert in einem Betrag ausgewiesen werden muss. Soweit die Zahlung zu einer Rechnung geleistet wurde, kann der Vorsteuerabzug bereits erfolgen, wenn die Rechnung vorliegt.
Für den Vorsteuerabzug ist vor allem eine "ordentliche Leistungsbeschreibung" zur Eingangsrechnung erforderlich. Dafür können die Aussagen auch in verschiedenen Unterlagen bzw. Dokumenten enthalten sein, beispielsweise der Vermerk auf Verträge, vorliegende Lieferscheine u. a. In einer BFH-Entscheidung vom 11.12.2013 wurde bezweifelt, dass es sich bei den Hinweisen "Erstellung Rohbau" und "Mehrmassen Stahl" um eine genaue Leistungsbeschreibung handelt. Mindestens wäre die Einbeziehung des zugrunde liegenden Angebots erforderlich gewesen. Auch Verweise nur auf "Malerarbeiten" oder "Technische Beratung" gelten allgemein als ungenügend für eine eindeutige Identifizierung.
Für einen Vorsteuerabzug ist weiter zu prüfen, ob die auf den Eingangsleistungen in den Eingangsrechnungen berechnete Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehbar ist (vgl. § 15 Abs. 1, 1 a und 1 b UStG). Danach bedarf es der Feststellung im Sinne einer Identifizierung der Vorsteuerbeträge, ob den Eingangsleistungen ganz oder teilweise auch Ausgangsumsätzen zugeordnet werden können, d.h. unschädlichen Ausgangsumsätzen zuzurechnen oder ggf. nach zuordenbaren und nicht zuordenbaren Vorsteuerbeträgen aufzuteilen sind. Zwischen den Eingangsrechnungen und Ausgangsrechnungen muss ein unmittelbarer Zusammenhang erkennbar sein. Dieser wäre ggf. nur dann nicht erforderlich, wenn die Aufwendungen aus den Eingangsrechnungen im Unternehmen zu den allgemeinen Aufwendungen zählen und über die Preisbildung für erbrachte Ausgangsleistungen mit Berücksichtigung finden.
Besondere Regelungen sind zu beachten, wenn
Wird die Rechnung durch den Leistungsempfänger oder durch einen von ihm beauftragten Dritten ausgestellt, dann muss die Angabe "Gutschrift" anstelle von Rechnung enthalten sein. Bei Rechnungen, die der Steuerschuldnerschaft unterliegen (beispielsweise Rechnungen zu Bauleistungen von Nachunternehmern gegenüber einem Bauunternehmen als Generalunternehmer), ist in der Rechnung die Angabe "Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers" aufzuführen. Für Rechnungen an ausländische Unternehmen kann auch der Begriff "Reverse Charge" vorgesehen werden.
Auch aus Rechnungen für Übernachtungen bei einer dienstlichen Reise oder einer unternehmerisch bedingten Auswärtsbeschäftigung von Beschäftigten kann das Unternehmen den Vorsteuerabzug geltend machen, wenn die Rechnungen mit gesondertem Ausweis der Umsatzsteuer zu Lasten des Unternehmens ausgestellt wurden. Das ist ebenfalls aus Rechnungen für Verpflegungsmehraufwendungen für Arbeitnehmer bei einer Auswärtstätigkeit möglich. Die Aufwendungen müssen auch durch Rechnungen auf den Namen des Unternehmens mit gesondertem Ausweis der Umsatzsteuer bzw. durch Kleinbetragsrechnungen belegt werden.

Normen und Richtlinien zu Vorsteuerabzug

DIN 1961 [2016-09](1) Der Auftragnehmer hat seine Leistungen prüfbar abzurechnen. Er hat die Rechnungen übersichtlich aufzustellen und dabei die Reihenfolge der Posten einzuhalten und die in den Ver...
[2016-09] VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen - Teil B: Allgemeine Vertragsbedingungen für die Ausführung von Bauleistungen

Baunachrichten zu Vorsteuerabzug

Schadenersatz und Umsatzsteuer - 05.01.2012 In der Baupraxis herrschte große Unsicherheit dahingehend, ob und wannSchadenersatzansprüche des Auftraggebers vom Auftragnehmer mit oder ohne Umsatzsteuer erstattet werden müssen...
05.01.2012 In der Baupraxis herrschte große Unsicherheit dahingehend, ob und wannSchadenersatzansprüche des Auftraggebers vom Auftragnehmer mit oder ohne Umsatzsteuer erstattet werden müssen...

Begriffs-Erläuterungen zu Vorsteuerabzug

Umsatzsteuerschuld ist die auf den Gesamtumsatz verrechnete Steuer (=Traglast), von der bereits geleistete Vorumsatzsteuerbeträge (Vorsteuer) abgesetzt werden können. Eine Differenz als noch zu leist ...
Eine Rechnung gilt als ein Dokument, mit dem eine Leistung oder Lieferung abgerechnet wird. Die Anforderungen an ihre Erstellung werden in §§ 14 und 14a im Umsatzsteuergesetz (UStG) vorgeschrieben. D ...
Zu den von derUmsatzsteuer befreiten Umsätzen zählen mit Bezug auf § 4 Umsatzsteuergesetz (UStG) vor allem Exportgeschäfte, aber auch bestimmte inländische Umsätze wie: steuerfreie Umsätze mit Vors ...
Welche Umsätze von der Umsatzsteuer befreit sind, dazu werden im § 4 Umsatzsteuergesetz (UStG) Aussagen getroffen. Neben Exportgeschäften gelten folgende inländische Umsätze als steuerbefreit: steuer ...

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