Zusatzversorgung

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Zusatzversorgung

Die Zusatzversorgung betrifft die Finanzierung und Gewährung von Rentenbeihilfen an ehemalige Arbeitnehmer des Baugewerbes und deren Hinterbliebene über die Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes (ZVK-Bau). Grundlage bildete der "Tarifvertrag über Rentenbeihilfen im Baugewerbe (TVR) vom 31. Oktober 2002 (in der Fassung vom 5. Dezember 2007)" im Geltungsbereich der alten Bundesländer sowie Berlin-West (einschließlich der Betriebe im Land Berlin, die Betonwaren, Betonfertigteile und Betonstein einschließlich Terrazzowaren herstellen) noch bis 31. Dezember 2015.
Im Ergebnis der Tarifrunde 2014 einigten sich die Tarifvertragsparteien für die Bauwirtschaft über eine neue überbetriebliche Altersversorgung, die ab 1. Januar 2016 auf Grundlage des neuen "Tarifvertrags über eine zusätzliche Altersversorgung im Baugewerbe (TZA Bau) vom 5. Juni 2014" in Kraft trat. Danach gelten die neuen Regelungen für die Tarifrente-Bau auch für die Beschäftigten im Tarifgebiet-Ost, Berlin-Ost sowie für die Auszubildenden, jedoch der Anspruch auf Rentenbeihilfen nur für Beschäftigte im Tarifgebiet-West und Berlin-West für Arbeitnehmer, die bereits vorher im Baugewerbe beschäftigt waren und zum Stichtag bereits das 50. Lebensjahr vollendet haben.
Verfolgt werden als Ziele, ab 2016 alle Beschäftigten im Baugewerbe in die Tarifrente-Bau einzubeziehen, die Altersversorgung künftig über eine beitragsgedeckte Finanzierung zukunftssicherer zu gestalten und eine attraktive Zusatzrente für die Beschäftigten langfristig sicherzustellen.
Die ZVK-Bau gewährt folgende Leistungen:
  • Beihilfen zur gesetzlichen Altersrente,
  • Beihilfen zur gesetzlichen Rente wegen Erwerbsminderung,
  • Beihilfe zur Rente aus der gesetzlichen Unfallversicherung (bei einer Minderung von mehr als 50 % der Erwerbsfähigkeit),
  • Beihilfe zur gesetzlichen Hinterbliebenenrente.
Die Finanzierung erfolgt über die Umlage für ZVK im Sozialkassenbeitrag an die Sozialkassen der Bauwirtschaft . Die Tarifvertragsparteien haben vereinbart, zur Finanzierung der Altersversorgung-Bau ab 1. Januar 2016 einen Beitrag zu erheben, dessen Höhe für das Baugewerbe und für das Berliner Betonsteingewerbe in Verfahrenstarifverträgen festgelegt wird. Vom Arbeitgeber sind dem Arbeitnehmer die an die ZVK-Bau abgeführten Beiträge in der Lohn- bzw. Gehaltsabrechnung zu bescheinigen.
Für die Leistungsgewährung der Alters- und Zusatzversorgung galten noch bis 31.12.2015 die Regelungen nach §§ 8 und 8 im ZVR sowie ab 1. Januar 2016 die gemeinsamen Bestimmungen nach § 21 im TZA-Bau, erläutert unter Gewährung der Altersversorgung-Bau. Die Leistungen erfolgen durch die ZVK-Bau auf Antrag und Vorlage von Nachweisen.
In den Kalkulationsansätzen für die Angebotskalkulation findet die Umlage Berücksichtigung in den Lohnzusatzkosten (Sozialkosten) in der Ermittlung des Kalkulationslohns.
In den Musterberechnungen zur Bestimmung des Zuschlagsatzes für die Lohnzusatzkosten wird die Zusatzversorgung in der Position 2.2.2.2 ausgewiesen und zwar als Bestandteil innerhalb des Sozialkassenbeitrags für den jeweiligen Geltungsbereich. Betriebsindividuelle Unterschiede sind nicht möglich. Eine Anpassung des Sozialkassenbeitrags erfolgt meistens jährlich. Die Ansetzungen sind betrieblich verschieden. Sie sollten betriebsindividuell geprüft und in den Berechnungsschemen eingestellt werden.
Bei der Berechnung eines Zuschlagsatzes für die Gehaltszusatzkosten sehen die Berechnungsschemata ebenfalls die Zusatzversorgung innerhalb der tariflichen Sozialkosten in der Position 2.2.2.1 vor, wiederum bis 31. Dezember 2015 nur für Bauunternehmen in Westdeutschland und Berlin-West. Der an die Versorgungskasse zu leistende Betrag beläuft sich in 2016 und 2017 gemäß § 19 VTV (Verfahrenstarifverträge) pro Monat auf 79,50 € je Angestellten und Poliere, arbeitstäglich auf 3,98 €, soweit das Angestelltenverhältnis nicht am Ersten eines Monats beginnt bzw. nicht am Letzten eines Monats endet. Für 2018 gilt wieder (wie in den Jahren 2009 bis 2014) ein monatlicher Satz von 67,00 €.
Für Angestellte von Baubetrieben im Tarifgebiet-Ost (Neue Bundesländer) und von Berlin-Ost beträgt der Beitrag ab 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2018 monatlich 25,00 € bzw. arbeitstäglich 1,25 €.

Baunachrichten zu Zusatzversorgung

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Begriffs-Erläuterungen zu Zusatzversorgung

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