Baukalkulation / Angebot / Nachträge

Angebotslohn

Mithilfe des Angebotslohns lassen sich die Lohnkosten für das Angebot einer ausgeschriebenen Baumaßnahme bestimmen. Synonym wird der Angebotslohn auch als Verrechnungslohn bezeichnet. Er umfasst als Bestandteile bzw. Berechnungsgrößen:
Der Verrechnungslohn als Angebotslohn wird in den ergänzenden Formblättern Preise (EFB-Preis) 221 und 222 auf Grundlage des Vergabe- und Vertragshandbuchs (VHB-Bund, Ausgabe 2017) ausgewiesen und ist bei Verlangen des Auftraggebers mit dem Angebot vorzulegen. Inwieweit er den lohnbezogenen "Vollkosten" gleichzusetzen ist, wird durch das jeweils herangezogene Kalkulationsverfahren bestimmt.
Bei einer Baupreisermittlung auf Grundlage der Zuschlagskalkulation wird der Verrechnungslohn in Zeile 1.6 des EFB-Formblatts 221 ausgewiesen und in Pos. 3.1 zur Ermittlung der eigenen Lohnkosten für das Angebot herangezogen (als Multiplikation von Verrechnungslohn und kalkulierte Gesamtstunden zum Angebot). Bei der Aufgliederung der Einheitspreise (EP) zum Angebot im EFB-Formblatt 223 nach VHB-Bund dient ebenfalls der Verrechnungslohn als Angebotslohn für den Ausweis in Spalte 6 - Löhne - als Berechnungsgrundlage.
Der Angebotslohn bzw. die Aussagen in Zeile 1.6 in den EFB-Preisblättern 221 und 222 nach VHB-Bund lassen sich zwischen den Anbietern nicht unmittelbar vergleichen, wenn unterschiedliche Kalkulationsverfahren (wie die einfache oder differenzierte Zuschlagskalkulation oder Endsummenkalkulation) dem Angebot verschiedener Bieter zugrunde liegen. Nach den verschiedenen Kalkulationsverfahren werden die Gemeinkosten sowie Gewinn und Wagnis oft unterschiedlich hoch den Einzelkosten der Teilleistungen (EKT)- im Besonderen dem Kalkulationslohn - zugerechnet und anschließend auf dieser Grundlage umgelegt.
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