Lohn / Tarif / Rente

Aufmerksamkeiten des Arbeitgebers

Als Aufmerksamkeiten gegenüber dem Arbeitnehmer gelten nach dem Wert nur geringfügige Sachzuwendungen des Arbeitgebers, die nicht als Geld gewährt werden. Es handelt sich dabei nur um einen geldwerten Vorteil, nicht jedoch um Arbeitslohn als Geld. Demgegenüber gehören Geldzuwendungen allgemein zum Arbeitslohn. Unwichtig dabei ist, auf welche Art und Weise der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die Aufmerksamkeit zukommen lässt, so z. B. als Sachleistung oder Naturalleistung oder auch sonstige Zuwendung.
Aufmerksamkeiten des Arbeitgebers
Aufmerksamkeiten des Arbeitgebers
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Die Aufmerksamkeiten gelten allgemein nur für persönliche Anlässe und Ereignisse, beispielsweise aber nicht zu Weihnachten (auch nicht zu anderen Feiertagen wie Ostern u. a.), wie in einem Urteil des Finanzgerichtes Hessen vom 22. Februar 2018 (Az.: 4 K 1408/17) entschieden. Sie dürfen nicht zu einer Bereicherung des Arbeitnehmers führen.
Die Aufmerksamkeiten sind bis zum Wert von 60 € (seit 2015 einschließlich Umsatzsteuer) möglich. Dieser Wert entspricht keiner monatsbezogenen Grenze. Ggf. könnte ein persönliches Ereignis auch mehrmals in einem Monat eintreten.
Zu den Aufmerksamkeiten rechnen in der Regel beispielsweise:
  • kleine Geschenke aus Anlass eines persönlichen Ereignisses des Arbeitnehmers wie Hochzeit u. a.
  • Blumen zum Geburtstag oder eines besonderen Ehrentages,
  • kleine Aufmerksamkeit für eine bestandene Qualifizierungsmaßnahme bzw. Prüfung in der Weiterbildung, z. B. als Buch, Tonträger u. a.
  • Kränze bei Beerdigungen.
Zu den Aufmerksamkeiten gehören auch Getränke, Speisen und Genussmittel, die vom Arbeitgeber den Arbeitnehmer unentgeltlich (oder teilentgeltlich) zum Verzehr bereitgestellt werden
  • während eines außergewöhnlichen Arbeitseinsatzes oder in Verbindung mit erforderlichen Überstunden,
  • von Getränken wie Kaffee, Selters u. a. während einer dienstlichen Besprechung,
  • z. B. während einer betrieblichen Feier zu Weihnachten oder anderen Anlässen,
  • ggf. zum Morgen Heißgetränke und unbelegte Backwaren (ohne Aufstrich oder Belag) nach einem Urteil des BFH vom 3. Juli 2019 - Az. VI R 36/17.
Als Aufmerksamkeiten gewährte Sachzuwendungen im Rahmen der Freigrenze von 60 € unterliegen nicht der Besteuerung von Sachzuwendungen, d. h. sie sind für den Arbeitnehmer nicht lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig und erfordern auch keine Pauschalversteuerung durch den Arbeitgeber. Überschreitet die Aufmerksamkeit aber 60 € (einschließlich Umsatzsteuer), dann ist die Zuwendung in vollem Umfang steuer- und abgabepflichtig. Eine Geldzuwendung müsste wie normaler Arbeitslohn versteuert werden.
Die Freigrenze für die Aufmerksamkeit kann aber ereignisbezogen auch neben der 44 € - Freigrenze bei Sachzuwendungen an Arbeitnehmer in Anspruch genommen werden, jedoch nicht gegengerechnet werden.
29.04.2020
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