Buchhaltung / Rechnungswesen

Außerordentliches Ergebnis

Das außerordentliche Ergebnis stellt eine spezielle Ergebnisart dar. Es war im Bauunternehmen für Geschäftsjahre, die bis 31. Dezember 2015 begonnen wurden, in der Gliederungsvorschrift der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) nach § 275 Handelsgesetzbuch (HGB) gesondert auszuweisen. Für Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2015 begannen, entfällt der gesonderte Ausweis in der GuV.
Das außerordentliche Ergebnis (auch als außergewöhnliches Ergebnis bezeichnet) errechnet sich als Differenz zwischen:
Außerordentliche bzw. außergewöhnliche Erträge und Aufwendungen fallen außerhalb der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit im Bauunternehmen an. Sie sind in der Regel selten und meistens nur von geringem Umfang, betriebsuntypisch und nicht regelmäßig eintretend. Der Baukontenrahmen in der aktualisierten Fassung 2016 (herausgegeben von den Spritzenverbänden HDB und ZDB der Bauwirtschaft) sieht jeweils Konten für den Nachweis vor, so:
  • in der Kontengruppe 59 der Kontenklasse 5 zu den außergewöhnlichen Erträgen und der Zuordnung innerhalb der "sonstigen betrieblichen Erträge" und
  • in der Kontengruppe 79 der Kontenklasse 7 zu den außergewöhnlichen Aufwendungen mit der inhaltlichen Zuordnung zu den "sonstigen betrieblichen Aufwendungen".
Nach dem Wegfall des Ausweises in der GuV sind die außergewöhnlichen Sachverhalte im Anhang zum Jahresabschluss nach Art und mit Betrag anzugeben. Das betrifft besonders Beträge, die nach ihrer Größe und Bedeutung als außergewöhnlich anzusehen sind.
Aus betrieblichem Interesse und mit Bezug auf die Anforderungen des Controllings sollte betriebswirtschaftlich weiterhin die gesonderte Auswertung zum außerordentlichen Ergebnis erfolgen, gleichermaßen auch für die außergewöhnlichen Erträge und Aufwendungen. Analog zu den Erträgen werden die außerordentlichen Aufwendungen für Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2015 begannen, in der Staffelung der GuV unter der Position "sonstige betriebliche Aufwendungen" ausgewiesen.
Das außerordentliche Ergebnis wird oft auch für Aussagen zu betriebswirtschaftlichen Kennzahlen herangezogen, beispielsweise als Bestandteil des " neutralen Ergebnisses " sowie im Rahmen der freiwilligen Angabe innerhalb des "Unternehmensergebnisses vor Steuern".
Das außerordentliche Ergebnis kann sich auch als Verlust darstellen, wenn außerordentliche Aufwendungen wertmäßig größer als die außerordentlichen Erträge sind. Mit dem Wegfall des außerordentlichen Ergebnisses verändert sich auch der Ergebnisausweis im Unternehmen, mindestens gegenüber bisher abgeleiteten Aussagen und Kennzahlen. In betrieblichen Ergebnisanalysen sind die Änderungen zu beachten.
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