Steuern

Bauleistungen im Steuerrecht

In der Bauwirtschaft werden die Bauleistungen nach verschiedenen Gesichtspunkten differenziert bzw. abgegrenzt. Zunächst werden die Bauleistungen § 1 in der VOB/A als Arbeiten jeder Art bestimmt, durch die eine bauliche Anlage hergestellt, instand gehalten, geändert oder beseitigt wird.
Mit Bezug auf das Umsatzsteuerrecht wird die Bauleistung nach
  • Werklieferung und
  • Werkleistung
unterschieden.
Eine Werklieferung liegt vor, wenn der Unternehmer ein bestelltes Werk unter Verwendung eines oder mehrerer von ihm selbst beschaffter Hauptstoffe erstellt (vgl. § 3 Abs. 4 Umsatzsteuergesetz - UStG hinsichtlich der Umsatzsteuer bei Werklieferungen). Bei Werklieferungen gilt die Leistung als ausgeführt, wenn dem Auftraggeber (Bauherr) die Verfügungsmacht an dem erstellten Werk verschafft worden ist. Sie wird grundsätzlich mit der Übergabe und Abnahme der fertigen Bauleistung verschafft.
Eine Werkleistung liegt im Bauunternehmen vor, wenn für die Bauleistung
  • kein Hauptstoff benötigt wird (z. B. Aushub einer Baugrube, Erdbewegungen) oder
  • wenn die benötigten Hauptstoffe vom Auftraggeber gestellt werden.
Die Verwendung von Nebenstoffen des Auftragnehmers hat auf die Bestellung keinen Einfluss. Werkleistungen sind grundsätzlich bereits mit der Fertigstellung, d. h. mit der Vollendung des Werks, ausgeführt. Hierbei ist die Abnahme nicht Voraussetzung. Die Umsatzsteuer aus Werkleistungen wird fällig mit Ablauf des Voranmeldezeitraums, in dem die Bauleistung ausgeführt worden ist (vgl. § 13 Abs. 1, Nr. 1 UStG), soweit keine Steuerschuldnerschaft für Bauleistungen des Bauherrn (vgl. § 13b UStG) vorliegt.
Die Merkmale der Werklieferungen und -leistungen gelten analog auch für Teilleistungen. Das ist bei einer vorgesehenen Veränderung des Satzes zur Umsatzsteuer von Bedeutung. In einem solchen Fall bliebe zu überprüfen, inwieweit die gesamte Werkleistung oder Werklieferung wirtschaftlich teilbar ist sowie in Teilleistungen erbracht und in Teilen geschuldet und bewirkt werden kann. Für die Teilbarkeit von Bauleistungen wurden bisher bei Umsatzsteuererhöhungen die Teilungsmaßstäbe auf Grundlage des BMF-Schreibens vom 28.12.1970 herangezogen.
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