Lohn / Tarif / Rente

Beitragsbemessungsgrenzen zur Sozialversicherung

Mit den Beitragsbemessungsgrenzen wird das höchste Bruttoentgelt bestimmt, für das Sozialversicherungsbeitrag berechnet werden kann. Für einen Betrag oberhalb der Bemessungsgrenzen wird kein Sozialversicherungsbeitrag mehr entrichtet, er steigt nicht mehr an. Folglich nimmt für Bruttoentgelte oberhalb der Grenzen dann der Sozialversicherungsbeitrag mit zunehmendem Lohn bzw. Gehalt relativ ab.
Die Beitragsbemessungsgrenzen werden jährlich durch Rechtsverordnung neu festgelegt. Sie sind für die einzelnen Zweige der Versicherungen sowie auch überwiegend noch nach alten und neuen Bundesländern unterschiedlich hoch. Für die Bestimmung wird die Entwicklung der Bruttolohnsummen im vergangenen Jahr zugrunde gelegt.
Für das Jahr 2020 gelten die folgenden Bemessungsgrenzen:
Bundesländer Ost:jährlichmonatlich
Renten- und Arbeitslosenversicherung74.400 €6.450 €
Knappschaftliche Rentenversicherung94.800, €7.900 €
Kranken- und Pflegeversicherung56.250 €4.687,50 €
Bundesländer West:
Renten- und Arbeitslosenversicherung82.800 €6.900 €
Knappschaftliche Rentenversicherung101.400 €8.450 €
Kranken- und Pflegeversicherung56.250 €4.687,50 €
Bezugsgrößen in der Sozialversicherung für 2020:
Bundesländer West:
38.220 € pro Jahr bzw. 3.185 € pro Monat (2019 = 37.380 € bzw. 3.115 €)
Bundesländer Ost:
36.120 € pro Jahr bzw. 3.010 € pro Monat (2019 = 34.440 € bzw. 2.870 €).
Neben den Beitragsbemessungsgrenzen wird auch die Jahresarbeitsentgeltgrenze als Versicherungspflichtgrenze jährlich festgelegt. Letztere sagt darüber aus, bis zu welcher jährlichen Lohn- bzw. Gehaltssumme eine gesetzliche Versicherungspflicht besteht. Übersteigt für die Arbeitnehmer das Jahresentgelt nicht die Grenze, dann sind sie in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig. Übersteigt jedoch das Jahresentgelt die Grenze, dann kann der Arbeitnehmer wählen, ob er sich freiwillig gesetzlich krankenversichert oder eine private Krankenversicherung abschließt. In die private Krankenversicherung kann jedoch nur derjenige Arbeitnehmer wechseln, dessen Jahresentgelt mindestens in drei aufeinander folgenden Jahren oberhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt.
Die allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze nach § 6 Abs. 6 Sozialgesetzbuch (SGB) V für das Jahr 2020 beträgt bundeseinheitlich 62.550 € im Jahr (2019 = 60.750 €).
Die Geringfügigkeitsgrenze ist seit 2013 von 400 € auf 450 € monatlich angehoben worden.
11.01.2020
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