Steuern

Besteuerung von Sachzuwendungen

Sachzuwendungen sind als geldwerter Vorteil steuer- und sozialversicherungspflichtig. Als Freigrenze gilt dabei ein Betrag von 44 € im Kalendermonat, beispielsweise für kleine Aufmerksamkeiten wie Blumen zum Geburtstag u. a. Über der Freigrenze innerhalb eines Wirtschaftsjahres erhaltenen Sachzuwendungen können an Stelle mit dem individuellen Steuersatz des Arbeitnehmers auch durch den Arbeitgeber seit 01.01.2007 pauschal mit 30 % (zuzüglich Solidaritätszuschlag von 5,5 % und pauschaler Kirchensteuer) nach § 37b Einkommensteuergesetz (EStG) versteuert werden. Das ist auch möglich für betrieblich veranlasste Geschenke nach § 4 Abs. 5 EStG an Personen als Empfänger, die nicht Arbeitnehmer des steuerpflichtigen Unternehmens sind.
Als Zeitpunkt der Besteuerung gilt
  • bei Geschenken der Zeitpunkt der Hingabe, z. B. Erhalt des Warengutscheins,
  • bei Nutzungen der Zeitpunkt der Inanspruchnahme, z. B. Teilnahme an der Veranstaltung, für die die Eintrittskarte zugewendet wurde.
Als Grundlage für die Bemessung der Steuer gilt der tatsächlich angefallene Wert einschließlich Umsatzsteuer der Sachzuwendung. Hat der Empfänger selbst einen Anteil von der Sachzuwendung, z. B. für eine Eintrittskarte, zu leisten, dann ist die Steuerbemessungsgrundlage um diesen Betrag zu mindern.
Die Pauschalsteuer kann nur durch das Unternehmen als Zuwendenden erfolgen. Sie wird vom Zuwendenden getragen und hat eine abgeltende Wirkung. Beim Empfänger muss die Sachzuwendung dann nicht mehr als Einnahme versteuert werden. Über die Pauschalbesteuerung hat das Unternehmen den Empfänger der Sachzuwendung zu unterrichten. Dadurch soll eine evtl. Doppelbesteuerung vermieden werden.
Handelt es sich bei den Zuwendungen lediglich um geringfügige Artikel wie z. B. Streuwerbeartikel, die einen Wert von 10 € nicht überschreiten, dann entfällt eine Besteuerung. Das gilt ebenfalls für Aufmerksamkeiten des Arbeitgebers bis zu einem Wert von 40 € beispielsweise anlässlich eines besonderen persönlichen Ereignisses des Arbeitnehmers.
Nicht als Sachzuwendungen zu versteuern sind beispielsweise geschäftliche Bewirtungsaufwendungen sowie Beköstigungen im Rahmen eines außergewöhnlichen Arbeitseinsatzes.
12.12.2015
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