Lohn / Tarif / Rente

Betriebliche Altersversorgung-Bau

Inhalt und Anspruch

Die betriebliche Altersversorgung umfasst das Versprechen einer Leistung zum Zwecke der Versorgung. Sie stellt eine Ergänzung zur gesetzlichen Rentenversicherung dar, des Weiteren zur privaten Vermögensbildung sowie zu Lebensversicherungen.
Der Anspruch auf eine Altersversorgung setzt Folgendes voraus:
  • ein auslösendes Ereignis, z. B. Alter, Invalidität, Tod und
  • die Zusage aus dem Arbeitsverhältnis gegenüber dem Arbeitnehmer.
Die überbetriebliche Altersversorgung für die Beschäftigten im Baugewerbe erfolgt seit 1957 als größtenteils umlagefinanziertes System. In Unternehmen des Bauhauptgewerbes umfasste sie seither das Tarifgebiet Deutschland-West und Berlin-West. Erst seit 1. Januar 2016 erhalten auch die Beschäftigten des Bauhauptgewerbes in den Tarifgebieten Deutschland-Ost und Berlin-Ost Ansprüche auf eine überbetriebliche Altersversorgung.
Betriebliche Altersversorgung-Bau
Bild: © f:data GmbH

Rechtliche Grundlagen

Grundlagen zur Altersversorgung treffen die Regelungen des "Tarifvertrags über eine zusätzliche Altersversorgung im Baugewerbe (TZA Bau vom 28. September 2018 in der Fassung vom 7. Januar 2022)" für alle Baubetriebe, die zugleich unter den Geltungsbereich des allgemeinverbindlichen "Tarifvertrags über das Sozialkassenverfahren im Baugewerbe" (VTV in der Fassung vom 29. Januar 2021 mit Änderungen vom 7. Januar 2022) fallen.
Einbezogen werden danach als Empfänger sowohl die gewerblichen Arbeitnehmer als auch die Angestellten, Poliere und Auszubildenden.

Leistungen zur Altersversorgung

Heranzuziehen sind die Regelungen für folgende Leistungen an die ehemaligen Beschäftigten und deren Hinterbliebenen als Zusatzversorgungen:

Finanzierung der zu gewährenden Leistungen

Die Grundlage liefert die nunmehr beitragsfinanzierte Finanzierung gegenüber der früheren Umlagefinanzierung. Sie gestaltet die Altersversorgung zukunftssicherer und sichert langfristig eine attraktive Zusatzrente für die Beschäftigten.
Die Finanzierung der Altersversorgung-Bau erfolgt über die von den Bauunternehmen abzuführenden Beträge für ZVK im Sozialkassenbeitrag an die Sozialkassen der Bauwirtschaft. Die Unternehmen des Bauhauptgewerbes im betrieblichen Geltungsbereich des BRTV-Baugewerbe leisten Beiträge an die SOKA-Bau, weitere Baubetriebe spezieller Gewerke wie das Dachdeckerhandwerk an die SOKA-Dachdeckerhandwerk, das Gerüstbaugewerbe an die SOKA-Gerüstbaugewerbe, das Maler- und Lackiererhandwerk an die Malerkasse u. a. an die jeweiligen gewerbebezogenen eigenständigen Sozialkassen.
Die Beiträge der Unternehmen des Bauhauptgewerbes zur Zusatzversorgung an die SOKA-Bau betragen in 2022 für:
  • die gewerblichen Arbeitnehmer in den Tarifgebieten West und Berlin-West 3,2 % und in den Tarifgebieten Ost und Berlin-Ost 1,1 %, jeweils monatlich vom Bruttolohn,
  • für Angestellte als absolute Monatsbeiträge in West und Berlin-West von 67,00 € und in Ost und Berlin-Ost bis 31. Mai 2022 von 25,00 € und ab 1. Juni 2022 von 27,50 €,
  • gewerbliche, technische und kaufmännische Auszubildende bundesweit monatlich 20,00 €.

Beiträge zur Altersversorgung in der Kalkulation

In den Kalkulationsansätzen für die Angebotskalkulation finden die Beiträge zu den SOKA Berücksichtigung in den Lohnzusatzkosten (Sozialkosten) bei der Ermittlung des Kalkulationslohns, beispielsweise in den Tz. 1.3 und 1.4 der ergänzenden Preisblätter (EFB-Preis) 221 und 222 nach VHB-Bund (Ausgabe 2017, Stand 2019). Analog wären die Beiträge für die Angestellten in den Gehaltszusatzkosten meistens innerhalb der Allgemeinen Geschäftskosten (AGK) zu berücksichtigen.

Beantragung der Altersversorgung

Vom Arbeitgeber sind die an die ZVK-Bau abgeführten Beiträge in der Lohn- bzw. Gehaltsabrechnung zu bescheinigen.
Für die Leistungsgewährung der Altersversorgung gelten seit 2016 die Bestimmungen nach § 21 im TZA-Bau, erläutert unter Gewährung der Altersversorgung-Bau.
Die Leistungen erfolgen durch die ZVK-Bau auf Antrag und Vorlage von Nachweisen. Die Leistungsansprüche aus der überbetrieblichen Altersversorgung dürfen weder verpfändet noch abgetreten werden. Seit 2016 gilt ein Verfügungsverbot nach § 23 TZA-Bau, wonach sie nicht vererblich sind und auch nicht übertragen, beliehen, veräußert, abgetreten oder verpfändet werden dürfen. Die Inanspruchnahme eines Rückkaufwertes ist ebenfalls ausgeschlossen.
Bauprofessor-Redaktion
Dieser Beitrag wurde von unserer Bauprofessor-Redaktion erstellt. Für die Inhalte auf bauprofessor.de arbeitet unsere Redaktion jeden Tag mit Leidenschaft.
Über Bauprofessor »
Copyright bauprofessor.de Lexikon
Herausgeber: f:data GmbH Weimar und Dresden
Die Inhalte dieser Begriffserläuterung und der zugehörigen Beispiele sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung der f:data GmbH unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Alle in diesem Werk enthaltenen Angaben, Ergebnisse usw. wurden von den Autoren nach bestem Wissen erstellt. Sie erfolgen ohne jegliche Verpflichtung oder Garantie der f:data GmbH. Sie übernimmt deshalb keinerlei Verantwortung und Haftung für etwa vorhandene Unrichtigkeiten.
Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem Werk berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namen im Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären und daher von jedermann benutzt werden dürfen.

Verwandte Fachbegriffe

Gewährung der Altersversorgung-Bau
Bestandteile und Grundlagen der Altersversorgung Die überbetriebliche Altersversorgung im Baugewerbe umfasst einerseits die Rentenbeihilfen, die Tarifliche Zusatzrente sowie seit 2016 die Leistungsarten der Tarifrente-Bau.Grundlagen liefern die Rege...
Finanzierung der Altersversorgung-Bau
Im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung sind zu finanzieren: die Tarifrente-Bau (seit 1. Januar 2016) und die Rentenbeihilfen-Bau., Tarifrechtliche Grundlagen Grundlagen regelt der allgemeinverbindliche "Tarifvertrag über eine zusätzlich...
Tarifrente-Bau
Grundlagen zur Tarifrente Seit 2016 gelten durch Vereinbarung der Tarifvertragsparteien für das Baugewerbe neue Regelungen zur überbetrieblichen Altersversorgung. Sie betreffen die Beschäftigten im Baugewerbe sowohl in den Tarifgebieten West als auch...
ZVK-Bau
ZVK für Betriebe im Bauhauptgewerbe Zusatzversorgungskassen (ZVK) sind Einrichtungen der Tarifvertragsparteien im Baugewerbe. Sie gewähren überbetriebliche Altersversorgungsleistungen an die ehemaligen Beschäftigten in den über die jeweiligen Sozia...
Versorgungsbausteine zur Tarifrente-Bau
Rentenrechtliche Grundlagen Versorgungsbausteine sind die Grundlage für die Ansprüche aus der Tarifrente-Bau, die als Leistungsarten die Altersrente, die Erwerbsminderungsrente und die Unfallrente umfasst. Grundlage bilden die Regelungen im "Tarifver...
SOKA-Bau
SOKA-Bau ist innerhalb der Sozialkassen der Bauwirtschaft eine gemeinsame Einrichtung der Tarifvertragsparteien im Baugewerbe. Zum betrieblichen Geltungsbereich zählen die Bauunternehmen im Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe (BRTV-Baugewerbe...
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, verwenden wir Cookies. Einige dieser Cookies sind erforderlich für den reibungslosen Ablauf dieser Website, andere helfen uns, Inhalte auf Sie zugeschnitten anzubieten. Wenn Sie auf „ Ich akzeptiere“ klicken, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Individuelle Cookie-Einstellungen Ich akzeptiere