Baukalkulation / Angebot / Nachträge

Bietergemeinschaft im Straßenbau

Einer Bietergemeinschaft liegt die Übereinkunft mehrerer Bauunternehmen zugrunde, auf eine Ausschreibung sowohl national im Unterschwellenbereich als auch bei EU-weiten Ausschreibungen ein gemeinsames Angebot abzugeben. Sie stellt praktisch eine Vorgesellschaft dar, die im Auftragsfall zur Bildung einer Arbeitsgemeinschaft (ARGE) führt. Für Baumaßnahmen im Straßen- und Brückenbau sind die Bewerbungsbedingungen für eine Bietergemeinschaft im "Handbuch für die Vergabe und Ausführung von Bauleistungen im Straßen- und Brückenbau (HVA B-StB)" im Teil 1 unter Tz. 1.0 Allgemeines (Vergabeunterlagen) zu beachten.
Danach hat die Bietergemeinschaft eine Erklärung nach Muster 1.0 - 6 abzugeben, die von allen Mitgliedern der Bietergemeinschaft zu unterzeichnen ist. In der Erklärung:
  • ist die Verpflichtung der Bildung einer Arbeitsgemeinschaft (ARGE) im Auftragsfall auszudrücken,
  • sind alle Mitglieder der Bietergemeinschaft aufzuführen,
  • ist ein bevollmächtigter Vertreter für die Durchführung des Vertrags zu benennen,
  • ist zu bestätigen, dass der bevollmächtigte Vertreter die Mitglieder gegenüber dem Auftraggeber rechtsverbindlich vertritt,
  • ist die Haftung der Mitglieder als Gesamtschuldner zu bestätigen.
Erfolgt eine Ausschreibung nicht öffentlich, werden Angebote von Bietergemeinschaften, die sich erst nach der Aufforderung zur Angebotsabgabe aus aufgeforderten Bauunternehmen gebildet haben, nicht zugelassen.
Mit der Abgabe des Angebots und einer möglichen Auftragserteilung erlischt die Bietergemeinschaft, weil ihr Zweck erfüllt ist. Die Vertragsgestaltung erfolgt danach mit der Arbeitsgemeinschaft als Folgegesellschaft.
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