Baugeräte / Vorhaltung / BGL

Bilanzielle Abschreibung

Der Teil der Anschaffungskosten, der auf ein Geschäftsjahr entfällt, wird handelsrechtlich als Abschreibung bzw. steuerrechtlich als Absetzung für Abnutzung (AfA) bezeichnet. Die bilanzielle Abschreibung - Grundlage für die Unternehmensrechnung bzw. Finanzbuchhaltung - ist nicht identisch mit der kalkulatorischen Abschreibung nach der Baugeräteliste (BGL) 2015 in der Kalkulation und Baubetriebsrechnung.
Für die Berechnung der AfA der Baumaschinen und Geräte stehen die folgenden Abschreibungsverfahren zur Verfügung, die sowohl handels- als auch steuerrechtlich herangezogen werden können:
  • Lineare Abschreibung: Bei der linearen AfA sind die Jahresabschreibungen gleichbleibend hoch. Die Ermittlung ist einfach. Die jährliche Abschreibung in Euro für einen Zeitraum lässt sich folgendermaßen berechnen:
    Abschreibung=AnschaffungskostenxAbschreibungssatz in %
    100 %
    Der Abschreibungsbetrag je Monat beträgt 1/12 des Jahresbetrags. Die unterjährige Abschreibung ist zeitanteilig (im Sinne von „pro rata temporis“), d.h. entsprechend der Anzahl der Monate als Zeitabschnitte, vorzunehmen. Erfolgte die Anschaffung zum 1. April, so kann für das betreffende Jahr nur 1/4 des Jahresbetrags (für die 9 Monate von April bis Dezember) abgeschrieben werden.
    Die Höhe des jährlichen Abschreibungssatzes richtet sich nach der Länge der Nutzungsdauer, die in den AfA-Tabellen vorgegeben ist.
  • Degressive Abschreibung: Die geometrisch degressive AfA führt zu sinkenden Beträgen der Jahresabschreibungen, weil ein gleichbleibender Abschreibungssatz jeweils auf den Rest- bzw. Nettowert bezogen wird. Der AfA-Satz durfte bei Anschaffungen noch bis 31.12.2007 höchstens das Dreifache des linearen Satzes betragen bzw. 30 % steuerrechtlich nicht überschreiten. Da am Ende der Nutzungsdauer noch ein relativ hoher Restwert vorliegen wird, darf bei einer längeren Nutzungsdauer (meistens länger als 6 Jahre) ein Wechsel von degressiver zur linearen Abschreibung geprüft und vorgenommen werden. Günstig ist ein Zeitpunkt, wenn die lineare AfA über der degressiven liegt. Die degressive Abschreibung war für angeschaffte Wirtschaftsgüter im Jahr 2009 nicht zulässig, demgegenüber für Anschaffungen im Zeitraum vom 1.1.2009 bis 31.12.2010 wieder als geometrisch degressive Abschreibung statthaft, und zwar in Höhe vom maximal 25 % bzw. das 2 ½ fache des linearen Satzes. Das betraf jedoch nur Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungskosten größer als 1.000 € sind. Für Anschaffungen nach dem 31.12.2010 ist die degressive Abschreibung nicht mehr anzuwenden.
Spezielle Regelungen gelten für die Abschreibungen von Wohnbauten und die Abschreibungen von Mietwohnungen sowie die Abschreibungen für Wirtschaftsgebäude.
Sofern Wirtschaftsgüter bei ihrer Anschaffung und Herstellung die Wertgrenze (ohne Umsatzsteuer, soweit diese als Vorsteuer abziehbar ist) bis 31. Dezember 2017 von 410 € und nach dem 31. Dezember 2017 von 800 € nicht überschreiten, gelten sie als GWG - geringwertige Wirtschaftsgüter und können wertmäßig in voller Höhe bereits im Anschaffungsjahr abgeschrieben und voll in die Betriebsausgaben übernommen werden.
Bei Aufbereitung der GWG in einem Sammelposten (Poolbildung) erfolgt die Abschreibung dann linear über einen Zeitraum von 5 Jahren mit jährlich von 20 %.
Bei Anschaffungen bis 31.12. 2017 gelten als untere Wertgrenze der Anschaffung oder Herstellung bei Poolbildung für die GWG noch 150 €, bei Anschaffungen nach dem 31.12. 2017 bei Poolbildung 250 € und nach oben wie bisher bis 1.000 €.
Copyright bauprofessor.de Lexikon
Herausgeber: f:data GmbH Weimar und Dresden
Die Inhalte dieser Begriffserläuterung und der zugehörigen Beispiele sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetztes ist ohne Zustimmung der f:data GmbH unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Alle in diesem Werk enthaltenen Angaben, Ergebnisse usw. wurden von den Autoren nach bestem Wissen erstellt. Sie erfolgen ohne jegliche Verpflichtung oder Garantie der f:data GmbH. Sie übernimmt deshalb keinerlei Verantwortung und Haftung für etwa vorhandene Unrichtigkeiten.
Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem Werk berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namen im Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären und daher von jedermann benutzt werden dürfen.

Verwandte Fachbegriffe

Bilanzielle Abschreibung von Gebäuden
Die bilanzielle Abschreibung spiegelt die Substanzverringerung in Jahresbeträgen in der Unternehmensrechnung (Finanzbuchhaltung) und speziell als Kosten in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) wider. Ihrer Berechnung liegt eine Nutzungsdauer zugrund...
Degressive Abschreibung
Die degressive Abschreibung ist eine spezielle Abschreibungsmethode der bilanziellen Abschreibung. Sie weist am Anfang relativ hohe und dann von Jahr zu Jahr sinkende Abschreibungsbeträge auf.Zu unterscheiden sind zwei Möglichkeiten: Geometrisch-degr...
Abschreibung für Wohnbauten
Für Wohnbauten erfolgt eine lineare Abschreibung als bilanzielle Abschreibung, wenn für ein Gebäude die degressive Abschreibung (für Mietwohnungen mit Anschaffung bis 31.12.2005) nicht in Betracht kommt. Das gilt auch für ein bisher noch nicht vermie...
Abschreibung für Wirtschaftsgebäude
Wirtschaftsgebäude sind bilanziell nach § 7 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 Einkommensteuergesetz (EStG) nach der Form linear jährlich mit 3 % der Anschaffungskosten bei Gebäuden bzw. Herstellungskosten (unbegrenzt) abzuschreiben. Grundlage liefert die Nutzung...
Abschreibung von Mietwohnungen
Die bilanzielle Abschreibung für Mietwohnungen kann erfolgen nach der Form als degressiv-arithmetische Abschreibung (AfA), wenn die Anschaffung bis zum 31.12.2005 erfolgte, oder, als lineare Abschreibung., Die degressive AfA wurde für ...
Abschreibung
Güter des Anlagevermögens wie Baumaschinen und Gebäude dienen allgemein mehreren Produktionsperioden. Folglich sind deren Wertminderungen auch sukzessive in die betrieblichen Aufwendungen zu verrechnen. Der zeitraumbezogene Anteil (Monat, Jahr) gilt ...
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, verwenden wir Cookies. Einige dieser Cookies sind erforderlich für den reibungslosen Ablauf dieser Website, andere helfen uns, Inhalte auf Sie zugeschnitten anzubieten. Wenn Sie auf „ Ich akzeptiere“ klicken, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Individuelle Cookie-Einstellungen Ich akzeptiere