Lohn / Tarif / Rente

Corona-Prämie im Baugewerbe

Im Bauhauptgewerbe sowie in einzelnen weiteren Gewerken sahen tarifliche Regelungen für 2020/2021 vor, von den Arbeitgebern eine „Corona-Prämie“ als Anerkennung des persönlichen Beitrags der einzelnen Arbeitnehmer während der Coronapandemie zu zahlen, soweit die Voraussetzungen für eine Zahlung erfüllt wurden.
Corona-Prämie im Baugewerbe
Bild: © f:data GmbH

Corona-Prämien im Bauhauptgewerbe 2022

Im Ergebnis der Tarifrunde 2021 für das Bauhauptgewerbe im betrieblichen Geltungsbereich des Bundesrahmentarifvertrags für das Baugewerbe (BRTV-Baugewerbe) erfolgten wiederum Regelungen für Corona-Prämien in den Entgelttarifverträgen:
  • TV-Lohn der Tarifgebiete Deutschland-West, -Ost und Land Berlin – vom 5. November 2021 für die gewerblichen Arbeitnehmer der Lohngruppen 2a bis 6 (West und Berlin) und 2 bis 6 (Ost) nach BRTV-Baugewerbe und gewerblich Auszubildenden, jeweils in § 8a und
  • TV-Gehalt /West, Ost und Berlin – vom 5. November 2021 für die Angestellten, Poliere und technisch und kaufmännisch Auszubildenden (West und Berlin), jeweils in § 4a.
Die Zahlung der Corona-Prämien ist zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn, Gehalt und Ausbildungsvergütung vorzusehen für die:
  • gewerblichen Arbeitnehmer, Angestellten und Poliere spätestens mit dem Lohn/Gehalt Januar 2022
    • in Tarifgebieten West und Berlin in Höhe von 500 € und
    • im Tarifgebiet Ost in Höhe von 220 €,
  • Auszubildenden in Tarifgebieten West und Berlin im 2. bis 4. Ausbildungsjahr
    • mit der Novembervergütung 2021 in Höhe von 110 € und
    • spätestens mit der Januarvergütung 2022 in Höhe von 110 €.
Soweit die gesetzliche Höchstgrenze von 1.500 € nach § 3 Nr. 11a im Einkommensteuergesetz (EStG) bereits in 2020/21 vom Arbeitgeber an den Arbeitnehmer mit nach dem 1. März 2020 gezahlten Corona-Prämien ausgeschöpft wurde, ist der jeweils angeführte Betrag als Einmalzahlung zu gewähren.
Bei gewerblichen Arbeitnehmern mit Entlohnung im Mindestlohn 1 und Mindestlohn 2 (West und Berlin) finden die Regelungen zur Corona-Prämie nach den TV-Lohn vom 5. November 2021 keine Anwendung, da sich der Lohnanspruch dieser Arbeitnehmer nicht aus § 2 Abs. 6 bis 8 der jeweiligen TV-Lohn ableitet.

Voraussetzungen für die Gewährung

Für die Gewährung der Corona-Prämie sind folgende Aspekte nach § 8a im TV-Lohn sowie § 4a im TV-Gehalt maßgebend und zu beachten:
  • Voraussetzung für den Prämienanspruch ist ein bestehendes Arbeitsverhältnis, aus dem der Arbeitnehmer einen Lohnanspruch hat. Bestand das Arbeitsverhältnis nur zeitweise, reduziert sich die Prämie für jeden vollen Kalendermonat, in dem kein Vergütungsanspruch auf Arbeitsentgelt im Zeitraum Juli bis Oktober 2021 bestand, um ein Viertel, geltend gleichfalls auch für Auszubildende.
  • Bei Teilzeit ist die Prämie anteilig im Verhältnis der vereinbarten wöchentlichen Arbeitszeit zur tariflichen Arbeitszeit zu kürzen, bei Altersteilzeit stets um 50 % der jeweiligen Corona-Prämie. Dies gilt auch bei unterjähriger Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses.
  • Die Corona-Prämie ist lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei, soweit der steuerliche Freibetrag von 1.500 € wegen evtl. bereits nach dem 1. März 2020 vom Arbeitgeber erhaltenen Corona-Prämien nicht überschritten wird. Der über 1.500 € hinausgehende Betrag ist beitragspflichtig.
  • Nicht beitragspflichtig ist die Corona-Prämie nach § 15 Ziffer 4 Abs. 2 im Tarifvertrag über das Sozialkassenverfahren im Baugewerbe (VTV) gegenüber der SOKA-Bau.
  • Die Corona-Prämie ist im Lohnkonto nach § 4 Abs. 2 Nr. 4 in der Lohnsteuer-Durchführungsverordnung (LStDV) nachzuweisen.
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