Buchhaltung / Rechnungswesen

Degressive Abschreibung

Die degressive Abschreibung ist eine spezielle Abschreibungsmethode der bilanziellen Abschreibung. Sie weist am Anfang relativ hohe und dann von Jahr zu Jahr sinkende Abschreibungsbeträge auf. Zu unterscheiden sind als Möglichkeiten die:
  • geometrisch-degressive Abschreibung und
  • arithmetisch-degressive Abschreibung.
Für die geometrisch-degressive Abschreibung ist charakteristisch, dass die Abschreibungssätze in % jährlich gleichhoch bleiben, aber jeweils auf den Restwert (Netto- bzw. Buchwert) bezogen werden. Dadurch leitet sich am Ende der Nutzungsdauer aber ein relativ hoher Restwert ab, der dann gesondert abzuschreiben wäre.
Diese Methode konnte für Anschaffungen bis 31. Dezember 2010 mit unterschiedlich hohen jährlichen Abschreibungssätzen angewandt werden. Der Prozentsatz konnte bei Anschaffungen höchstens betragen:
  • bis 31. Dezember 2007 das Dreifache des linearen Satzes bzw. maximal 30 %,
  • ab 01. Januar 2009 bis 31.12.2010 das 2,5 - fache des linearen Satzes bzw. maximal 25 %.
In den Jahren 2008 sowie ab 2011 bis 2019 durfte bei Anschaffungen die degressive Abschreibung sowohl handelsrechtlich als auch steuerrechtlich für Sachanlagen wie Baumaschinen und Geräte nicht mehr herangezogen werden.
Für Anschaffungen bzw. Herstellung von beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens nach dem 31. Dezember 2019 und vor dem 1. Januar 2022 kann wieder die geometrisch-degressive Abschreibung (als Absetzung von fallenden Jahresbeträgen) in Höhe von 25 %, aber höchstens das 2,5 - fache der linearen Abschreibung, vorgenommen werden. Hierfür wurde auf Grundlage des „Zweiten Corona-Steuerhilfegesetzes vom 29. Juni 2020“ der Absatz 2 im § 7 des Einkommensteuergesetzes (EStG) eingefügt. Bei dieser Anwendung sind dann Absetzungen für außergewöhnliche technische oder wirtschaftliche Abnutzung nicht zulässig.
Bei der arithmetisch-degressive Abschreibung nimmt der Abschreibungsbetrag jeweils um einen gleich hohen Betrag jährlich ab. Dies wird erreicht dadurch, dass mit Bezug jeweils auf Anschaffungskosten sinkende jährliche Abschreibungssätze festgelegt werden. Am Ende der Nutzungsdauer verbleibt kein Restwert. Diese Methode ist gegenwärtig für Baumaschinen und Geräte steuerrechtlich nicht anerkannt, folglich wird sie auch handelsrechtlich sinnvollerweise nicht herangezogen. Angewandt werden darf diese Methode für Abschreibungen von Mietwohnungen auf Grundlage der Sätze in § 7 Abs. 5 im EStG, jedoch nur dann, wenn die Anschaffungen bis zum 31. Dezember 2005 erfolgten.
Seit 2004 kann auch die Abschreibung für Baudenkmäler arithmetisch-degressiv nach § 7i Einkommensteuergesetz (EStG) vorgenommen werden und zwar:
  • im Jahr der Herstellung sowie in den folgenden 7 Jahren jeweils bis 9 % und
  • danach in weiteren 4 Jahren jeweils bis zu 7 % von der Bemessungsgrundlage, gemindert um Zuschüsse aus öffentlichen Finanzmitteln.
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