Buchhaltung / Rechnungswesen

Degressive Abschreibung

Die degressive Abschreibung ist eine spezielle Abschreibungsmethode der bilanziellen Abschreibung. Sie weist am Anfang relativ hohe und dann von Jahr zu Jahr sinkende Abschreibungsbeträge auf.
Zu unterscheiden sind zwei Möglichkeiten:
  1. Geometrisch-degressive Abschreibung:
    Charakteristisch ist, dass die jährlichen Abschreibungssätze in % gleichhoch bleiben, aber jeweils auf den Restwert (Netto- bzw. Buchwert) bezogen werden. Dadurch bleibt aber am Ende der Nutzungsdauer ein relativ hoher Restwert übrig, der dann gesondert abzuschreiben wäre. Diese Methode ist für Anschaffungen ab 1. Januar 2011 sowohl handelsrechtlich als steuerrechtlich für Sachanlagen wie Baumaschinen und Geräte nicht mehr anerkannt. In den Jahren zuvor konnte diese Abschreibungsmethode mit unterschiedlich hohen Abschreibungssätzen angewandt werden. Der Prozentsatz durfte bei Anschaffungen bis 31.12.2007 nur das Dreifache des linearen Satzes bzw. maximal 30 % sowie bei Anschaffungen betragen. Für ab dem 01.01.2008 bis zum 31.12.2008 angeschaffte Wirtschaftsgüter ist die degressive Abschreibung nicht anzuwenden. Für Anschaffungen ab 01.01.2009 bis 31.12.2010 war wieder eine degressive Abschreibung möglich, und zwar bis zum 2,5 fachen des linearen Satzes bzw. maximal 25 %.
  2. Arithmetisch-degressive Abschreibung:
    Bei dieser Methode nimmt der Abschreibungsbetrag jeweils um einen gleich hohen Betrag jährlich ab. Dies wird erreicht dadurch, dass mit Bezug jeweils auf Anschaffungskosten sinkende jährliche Abschreibungssätze festgelegt werden. Am Ende der Nutzungsdauer verbleibt kein Restwert. Diese Methode ist gegenwärtig für Baumaschinen und Geräte steuerrechtlich nicht anerkannt, folglich wird sie auch handelsrechtlich sinnvollerweise nicht herangezogen. Angewandt werden darf diese Methode für Abschreibungen von Mietwohnungen auf Grundlage der Sätze in § 7 Abs. 5 im Einkommensteuergesetz, jedoch nur dann, wenn die Anschaffungen bis zum 31.12.2005 erfolgten.
Seit 2004 kann auch die Abschreibung für Baudenkmäler arithmetisch-degressiv nach § 7i Einkommensteuergesetz (EStG) vorgenommen werden und zwar
  • im Jahr der Herstellung sowie in den folgenden 7 Jahren jeweils bis 9 % und
  • danach in weiteren 4 Jahren jeweils bis zu 7 % von der Bemessungsgrundlage, gemindert um Zuschüsse aus öffentlichen Finanzmitteln.
26.12.2015
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