Jahresabschluss / HGB

Einzelbewertung

Nach § 252 Abs. 1 im Handelsgesetzbuch (HGB) sind alle Vermögensgegenstände und Schulden im Unternehmen einzeln zu erfassen und zu bewerten. Dadurch wird verhindert, dass Wertminderungen mit Werterhöhungen aufgerechnet werden. Ausnahmen sind als Bewertungsvereinfachungsverfahren zugelassen, z. B. für Stoffe im Vorratsvermögen als
Bauspezifisch sind die Rückstellungen aus Verpflichtungen zu Mängelansprüchen zu betrachten. Diese sind nach der wahrscheinlich zukünftigen Inanspruchnahme zu bewerten, entweder
  • einzeln je Bauauftrag oder
  • pauschal für den mängelanspruchsbehafteten Umsatz.
In der Baupraxis wird überwiegend die Pauschalbewertung angewendet. Groborientierungen liegen im Baugewerbe bei 0,5 bis 2 % des jährlichen Ist-Umsatzes.
Die gerechtfertigte Pauschale sollte über Jahre durch den Nachweis des Ist-Anfalls belegt (z. B. auf besonderen Konten bzw. Kostenstellen) und überprüft werden, sie begründet sich aus der Vergangenheit.
Im Rahmen von Betriebsprüfungen als Steuerprüfungen werden durch die Finanzverwaltungen pauschal bewertete Mängelansprücherückstellungen in der Regel nicht beanstandet, wenn sie 0,5 % des mängelanspruchsbehafteten Umsatzes im Geschäftsjahr nicht übersteigen.
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