Lohn / Tarif / Rente

Entfernungspauschale

Die Entfernungspauschale gilt als Grundlage für die Erstattung von Fahrtkosten zwischen der Wohnung und ersten Tätigkeitsstätte nach § 9 Abs. 1, Nr. 4 im Einkommensteuergesetz (EStG) für jeden Arbeitstag an den Arbeitnehmer. Seit 2004 beträgt der Kilometersatz von 0,30 € und maximal 4.500 € im Kalenderjahr. Ein höherer Betrag kann gelten, wenn der Arbeitnehmer einen eigenen oder ihm zu Nutzung überlassenen Kraftwagen benutzt. Für die Erstattung ist die kürzeste, verkehrsgünstigste Straßenverbindung als Entfernung heranzuziehen. Die Pauschale ist in der Regel auch maßgebend bei Dienstreisen mit Nutzung des eigenen PKW.
Ableitend aus Artikel 2 im „Gesetz zur Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 im Steuerrecht vom 21. Dezember 2019 (in BGBl. I, S. 2886)“ wurde § 9 Abs. 1, Nr. 4 im EStG ergänzt um eine Anhebung der Entfernungspauschale ab dem 21. Kilometer, bezeichnet auch als Pendlerpauschale. Danach sind für jeden weiteren vollen Kilometer nach den ersten 20 km anzusetzen
  • 0,35 € ab 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2023 und
  • 0,38 € ab 1. Januar 2024 bis 31. Dezember 2026,
jedoch ebenfalls nur höchstens 4.500 € im Kalenderjahr.
Zur Abgeltung der Aufwendungen für eine Familienheimfahrt sind in den angeführten Zeiträumen die gleichen Beträge für jeden vollen Kilometer ab dem 21. Kilometer zwischen dem Ort des eigenen Hausstands und dem Ort der ersten Tätigkeitsstätte anzusetzen.
Zusätzlich zur Entfernungspauschale kann eine Mobilitätsprämie an Geringverdiener als steuerliche Förderung befristet in den Zeiträumen 2021 bis 2026 gewährt werden. Grundlage liefern die Aussagen in den neu eingefügten §§ 101 bis 109 im EStG.
Für die Fahrten der Arbeitnehmer von der Wohnung zu Baustellen gelten tarifliche Regelungen, und zwar als Fahrtkostenabgeltung für die:
Bei der Fahrkostenabgeltung ist zu differenzieren, ob der Arbeitnehmer täglich von der Arbeitsstelle zum Wohnsitz fährt oder nicht täglich nach Hause fährt bei Inanspruchnahme von Verpflegungsmehraufwendungen als Verpflegungszuschuss ( ehemals Auslösungen im Baugewerbe).
Bei täglicher Heimfahrt haben gewerbliche Arbeitnehmer nach § 7 im BRTV- Baugewerbe Arbeitnehmer, die auf einer mindestens 10 km von der Wohnung entfernten Baustelle außerhalb des Betriebes arbeiten und ein selbst gestelltes Fahrzeug für die Fahrt nutzen, Anspruch auf Fahrtkostenabgeltung. Das Kilometergeld beträgt je Arbeitstag und Entfernungskilometer seit 2015 = 0,20 € je Arbeitstag und gefahrenen Kilometer (praktisch je Entfernungskilometer gesamt 0,40 € für Hin- und Rückfahrt) bis zu einem Höchstbetrag von 20,00 € je Arbeitstag. Die Fahrtkostenregelung gilt analog auch für Angestellte und Poliere, die auf Baustellen eingesetzt werden.
Sind in den Abgeltungen von Fahrtkosten Beträge enthalten, die versteuert werden müssen, so kann der Arbeitgeber eine Pauschalversteuerung nach § 40 Abs. 2 Einkommensteuergesetz (EStG) vornehmen. Werden berufliche Dienstreisen bei auswärtiger Tätigkeit nicht erstattet, so kann der Arbeitnehmer diese Aufwendungen ebenfalls steuerlich geltend machen, und zwar als Werbungskosten im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung nach § 9 Abs. 1 im Einkommensteuergesetz (EStG).
24.02.2020
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