Bauwerke

Selbstständige Gebäudeteile

Gebäudeteile sind selbstständig, wenn sie nicht in einem einheitlichen Nutzungs- und Funktionszusammenhang mit einem Gebäude stehen, sondern besonderen Zwecken dienen. Sie gelten mit Bezug auf Tz. 4.2 Einkommensteuerrichtlinie (EStR) als bewegliche Wirtschaftsgüter, selbst wenn sie wesentlicher Bestandteil eines Grundstücks bzw. Gebäudes sind.
Als selbstständige Gebäudeteile sind anzusehen:
  • Betriebsvorrichtungen als Maschinen und sonstige Vorrichtungen aller Art, die zu einer Betriebsanlage gehören, z. B. Lastenaufzüge,
  • Scheinbestandteile wie Ladeneinbauten, Gaststätteneinbauten, Schaufensteranlagen, Schalterhallen in Kreditinstituten u. a.,
  • Bauten, die einem schnellen Wandel dem modischen Geschmack unterliegen wie Fassaden, Passagen, Neuerrichtung von Wänden und Decken, Trennwände, sonstige Mietereinbauten u. a.,
  • Dachintegrierte Fotovoltaikanlagen, z. B. in Form von Solardachsteinen.
Die Abgrenzung zum Gebäude ist einzeln zu betrachten. Beispielsweise sind bei einer Tankstelle der Kassenraum und die Autowaschhalle zugehörig zum Gebäude, dagegen die Zapfsäulen auf den Betonfundamenten Betriebsvorrichtungen als selbstständige Gebäudeteile anzusehen.
Nicht zu den selbstständigen Gebäudeteilen zählen in einem Bauunternehmen die Baucontainer. Sie werden nicht dauerhaft an einem Ort genutzt. Handelt es aber um Büro-Container, die auf einem festen Fundament errichtet bzw. gestellt wurden, dann sind sie den Gebäuden zuzuordnen. Das wurde in einer Entscheidung des BFH vom 25.04.1996 (BStBl. II 1996, 613) bekräftigt.
Grundsätzlich sind selbstständige Gebäudeteile gesondert abzuschreiben. Liegen jedoch unselbstständige Gebäudeteile vor, dann sind sie als Einheit mit dem Gebäude, zu dem sie gehören, abzuschreiben.
Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten des gesamten Gebäudes sind auf die einzelnen Gebäudeteile aufzuteilen, beispielsweise mit Bezug auf die Nutzfläche als Verhältnis der Nutzfläche eines Gebäudeteils zur Nutzfläche des gesamten Gebäudes. Ist aus steuerlichen Gründen eine Aufteilung nicht erforderlich, kann aus Vereinfachungsgründen darauf verzichtet werden.
10.02.2016
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