Buchhaltung / Rechnungswesen

Geometrisch-degressive Abschreibung

Die geometrisch-degressive Abschreibung ist ein spezielles Abschreibungsverfahren der bilanziellen Abschreibung. Sie weist am Anfang relativ hohe und dann von Jahr zu Jahr sinkende Abschreibungsbeträge auf. Neben der geometrisch-degressiven Abschreibung führt auch die arithmetisch-degressive Abschreibung zu unterschiedlich hohen Abschreibungsbeträgen für die Perioden, die über die Abschreibungsdauer sinken.
Bei der geometrisch-degressiven Abschreibung wird im 1. Jahr von den Anschaffungskosten, in den danach folgenden Jahren jedoch vom Restwert abgeschrieben. Daraus leiten sich sinkende Abschreibungsbeträge über die Abschreibungsdauer dar. Ein Restwert von Null kann jedoch auf Grund der geometrischen Reihe nicht zum Ende der Abschreibungsdauer erreicht werden. Dieser Restwert bliebe dann gesondert abzuschreiben.
Die Abschreibungssatz (AS) lässt sich berechnen zu
Abschreibungssatz (AS) =100 (1 - n-te Wurzel aus Quotienten Restwert (RN) am Ende der Nutzungsdauer und den Anschaffungskosten)
Beispiel:Anschaffungskosten (AK)=10.000 €
Nutzungsdauer (ND)=4 Jahre
Restwert (RN)=1.000 €
Abschreibungssatz (AS) =43,8 %
Abschreibungsbetrag (A)
ARestwert
im bzw. nach 1. Jahr 4.3805.620
im bzw. nach 2. Jahr 2.4603.160
im bzw. nach 3. Jahr 1.3801.780
im bzw. nach 4. Jahr 7801.000
Zur Höhe des Abschreibungssatzes gibt es für den steuerrechtlichen Ansatz jedoch Begrenzungen. Der Abschreibungssatz durfte bei Anschaffungen bis 31.12.2007 höchstens das Dreifache des linearen Satzes betragen bzw. 30 % steuerrechtlich nicht überschreiten. Die degressive Abschreibung war für angeschaffte Wirtschaftsgüter im Jahr 2009 nicht zulässig. Für Anschaffungen im Zeitraum vom 01.01.2009 bis 31.12.2010 wart wieder eine geometrisch degressive Abschreibung statthaft, und zwar in Höhe vom maximal 25 % bzw. das 2 ½ fache der linearen Abschreibung. Für Anschaffungen nach dem 31.12.2010 ist die degressive Abschreibung nicht mehr anzuwenden.
Da am Ende der Nutzungsdauer noch ein relativ hoher Restwert vorliegen wird, darf bei einer längeren Nutzungsdauer (meistens länger als 6 Jahre) ein Wechsel von degressiver zur linearen Abschreibung geprüft und vorgenommen werden. Günstig ist ein Zeitpunkt, wenn der lineare Abschreibungsbetrag wertmäßig größer als der degressive Abschreibungsbetrag ist.
23.01.2016
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