Baukalkulation / Angebot / Nachträge

Kalkulationsvorgaben des Auftraggebers

Für die Angebotskalkulation des Bieters liefern die Vergabeunterlagen des Auftraggebers und speziell die Beschreibungen im Leistungsverzeichnis (LV) wichtige Grundlagen. Die Vorgaben des Auftraggebers dürfen aber für den Bieter nicht unzumutbar sein. Soll der Vergabe nicht nur bei Öffentlichen Aufträgen, sondern auch bei privaten Auftraggebern die VOB/A zugrunde liegen, dann gelten die gesetzlichen Bestimmungen.
Der Auftraggeber kann zu den Preisangaben für die LV-Positionen im Angebot auch eine Aufgliederung der Einheitspreise fordern, beispielsweise:
  • direkt im Rahmen des Ausweises der EP im Leistungsverzeichnis (LV) in der Untergliederung von Lohnkosten, Stoffkosten und Gerätekosten,
  • in der mit dem Angebot verlangten und übergebenen Dokumentation zur Angebotskalkulation, zugleich im Sinne einer „ Urkalkulation “,
  • im Ausweis der Aufgliederung der Einheitspreise im ergänzenden Formblatt 223 (EFB-Preis) auf Grundlage des Vergabe- und Vertragshandbuchs (VHB-Bund, Ausgabe 2017) nach Kosten für Löhne, Stoffe, Geräte und Sonstige einschließlich Zuschläge für Gemeinkosten sowie W&G.
Mit der Leistungsbeschreibung sollte der Auftraggeber eindeutig und klar vorgeben, wie z. B. Leistungen für die Baustelleneinrichtung (BE) einzubeziehen sind. Da die BE-Leistungen eigentlich eine Nebenleistung nach Tz. 4.1 in der DIN 18299 in der VOB, Teil C darstellen, werden sie in der Baupraxis heutzutage sehr unterschiedlich ausgewiesen, zunehmend als eine Normalposition im LV bezüglich Einrichten und Räumen der BE. Soll beispielsweise die Vorhaltung aller Baumaschinen und Geräte auch im Rahmen der BE berücksichtigt werden, so hätte dies Auswirkungen auf die Höhe der auszuweisenden EP und auch umgekehrt. Hinsichtlich spezifischer Anforderungen sollte ggf. beim Auftraggeber eine Rückfrage erfolgen, um widersprüchliche Auffassungen von vornherein auszuschließen.
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