Baufinanzierung

Kreditgeber

Anbieter von Krediten und Immobilienfinanzierungen sind zunächst alle Geschäftsbanken, die
  • entweder als Universalbanken die volle Breite liefern, keinen spezifischen Beschränkungen unterliegen und nach dem Gesetz über das Kreditwesen arbeiten,
  • oder als Spezialbanken, z. B.
    • Hypothekenbanken (Realkreditinstitute) als wichtigste Partner für Immobilienfinanzierungen, die einerseits Realkredite vergeben und zum anderen auch Grundstücke beleihen,
    • Bausparkassen,
    • Kapitalanlagegesellschaften wie z. B. offene und geschlossene Immobilienfonds,
    • Lebensversicherungsgesellschaften,
    • Förderungsinstitute wie die KfW-Kreditanstalt für Wiederaufbau, die KfW-Mittelstandsbank (seit 2004) sowie die
    • Aufbaubanken der Länder und
    • Bürgschaftsbanken.
Universalbanken sind in der Regel die "Haus"-Banken der Unternehmen bzw. Investoren. Zugehörig sind neben den Großbanken in Deutschland auch die Sparkassen, die Landesbanken und Kreditgenossenschaften.
Die Realkreditinstitute müssen nach dem Hypothekenbankgesetz die Finanzierung von Immobilien noch wesentlich strenger prüfen. Dies ergibt sich daraus, dass diese Banken spezifische Refinanzierungsmöglichkeiten über die Emission von Pfandbriefen besitzen. In der Regel können sich die Hypothekenbanken bis zu 60 % des Beleihungswertes von Immobilien über die Emission von Pfandbriefen refinanzieren.
Die Bausparkassen sind im Prinzip Selbsthilfeinstitute. Die Bausparer schließen sich zu einer Spargemeinschaft zusammen und zahlen regelmäßig einen Sparbetrag in eine gemeinsame Kasse ein. Aus dieser Kasse werden dann die Bauspardarlehen gewährt. Vorrangig spielt diese Form der Finanzierung beim Wohnungsbau eine wesentliche Rolle. Von Vorteil für die Sparer sind die relativ niedrigen Darlehenszinsen.
Kredite reichen auch die Immobilienfonds als Kapitalanlagegesellschaften aus. Sie sind nach
  • offenen Immobilienfonds und
  • geschlossenen Immobilienfonds
zu unterscheiden.
Immobilien werden auch von Lebensversicherungsgesellschaften finanziert, in der Regel aber nur bis zu ca. 50 % des Verkehrswertes der Investitionsobjekte. Als Vorteil gilt die oft ein wenig niedrigere Zinskondition gegenüber den Zinsen bei Hypothekenbanken. Von Nachteil kann evtl. die ausschließlich vorgesehene Darlehensart "Festdarlehen" sein.
Investitionskredite gewähren auch
  • die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) z. B. mit
    • dem Mittelstandsprogramm (Erweiterung des Unternehmens),
    • dem Unternehmerkredit der KfW-Mittelstandsbank, wofür auch Grundstücke und Gebäude mit finanziert werden können,
  • die Landesaufbaubanken mit Krediten, die vor allem auch der
    • Finanzierung von Baumodernisierungsmaßnahmen dienen und
    • Bürgschaftsprogrammen zur Erleichterung der Kreditbesicherungen.
Die KfW gewährt Kredite nicht unmittelbar an den Investor, sondern ausschließlich über Kreditinstitute, die für die von ihnen durchgeleiteten Kredite ganz oder teilweise die Haftung übernehmen. Kreditanträge müssen deshalb immer an eine Geschäftsbank, in der Regel an die Hausbank des Investors gestellt werden.
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