Baukalkulation / Angebot / Nachträge

Nachunternehmereinsatz - Vor- und Nachteile

Wird zur Ausführung eines Bauauftrags durch einen Generalunternehmer (GU) oder Hauptunternehmer (HU) ein Nachunternehmereinsatz für spezielle Bauleistungen oder Teile davon bzw. ganzer Gewerke, beispielsweise für Ausbaugewerke beim Schlüsselfertigbau (SF-Bau) vorgesehen, können dafür verschiedene Gründe maßgebend sein:
  • Wirtschaftlichkeitsüberlegungen aufgrund geringerer Lohnkosten beim Nachunternehmer (NU),
  • nicht vorhandene Fachkompetenz für die Teilleistungen, insbesondere spezifischer Ausbauleistungen wie für Heizung, Sanitär, Schlosserarbeiten, Tischlerarbeiten u. a.,
  • fehlendes eigenes Personal mit der Qualifikation für die speziellen Teilleistungen,
  • ungenügende Ausstattung von Spezialgeräten und Rüstmaterial,
  • Verkürzung der Bauzeit durch parallele Ausführung von Teilleistungen.
Der NU, rechtlich selbstständig und in der Baupraxix auch oft synonym als Subunternehmer bezeichnet, führt seine Bauleistungen im Vertragsverhältnis zum GU/HU aus. Er trägt für die von ihm auszuführenden Bauleistungen das Kalkulationsrisiko.
Als NU kann ein deutsches oder auch ein ausländisches Bauunternehmen eingesetzt werden. Nicht als NU ist ein Lieferant mit Kaufvertrag, z. B. für Baustoffe anzusehen.
Der Einsatz von Nachunternehmen bringt Vorteile, ggf. aber auch Nachteile und kann auch mit erheblichen Risiken verbunden sein.
Als Vorteile sind hervorzuheben:
  • Nutzung von fremdem Know-how,
  • Einsparung eigener Kapazitäten,
  • Verkürzung der Bauzeit,
  • Kapazitätsengpässe können überbrückt werden.
Als Nachteile können ggf. angesehen werden:
  • potenzielle Konkurrenz,
  • Haftung für Qualität und Termine gegenüber dem Auftraggeber,
  • mangelnde fachliche Eignung,
  • Insolvenz des Nachunternehmers.
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