Baubetrieb/Bauunternehmen

Nachunternehmerleistungen

Nachunternehmerleistungen sind solche Leistungen, die von einem Nachunternehmer (NU) als komplette Arbeiten (einschließlich eigenem Geräte- und Stoffeinsatz sowie Überwachung der Ausführung und Übernahme der Mängelansprüche) erbracht werden, z. B. Erdarbeiten, Putzarbeiten, Malerarbeiten u. a. Für den General- bzw. Hauptunternehmer fallen nur Bauleitungs- und Überwachungsaufgaben an.
Die Preise für die Nachunternehmerleistungen müssen für jeden Bauauftrag neu eingeholt werden. Dafür ist die Leistung gegenüber dem NU auszuschreiben und ein Angebot abzufordern. Die Leistungen des NU werden allgemein zu den gleichen Vertragsbedingungen gebunden und ausgeführt, wie sie auch für den Hauptunternehmer gelten. Grundlage für das Vertragsverhältnis ist überwiegend die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB).
Leistungen der Nachunternehmer sind nach Ausführung an den betreffenden General- bzw. Hauptunternehmer in Rechnung zu stellen. Für die Abrechnung von Nachunternehmerleistungen gelten bei einem VOB-Vertrag ebenfalls die Regelungen nach §§ 14 und 16 der VOB, Teil B.
Hinsichtlich der Umsatzsteuer gilt für das Vertrags- und Leistungsverhältnis zwischen GU/HU und NU grundsätzlich Steuerschuldnerschaft nach § 13 b Umsatzsteuergesetz (UStG). Besonderheiten sind bei der Abrechnung auch noch für die Beistellungen gegenüber Nachunternehmern, z. B. Beistellung von Baustrom und Bauwasser durch den GU/HU an den NU, zu berücksichtigen.
Beim General- bzw. Hauptunternehmer als Empfänger der Bauleistungen der NU stellen diese Beistellungen betriebliche Kosten dar. In der Regel zählen sie zu den Einzelkosten der Teilleistungen (EKT) und gelten folglich dann zu den für eine Leistungsposition direkt kalkulierbaren Kosten. Es kann auch sein, dass die Nachunternehmerleistung im Zusammenhang von Leistungen beispielsweise für die Baustelleneinrichtung (BE) des GU/HU beauftragt wurde und dann praktisch die Kosten den Baustellengemeinkosten (BGK) zuzuordnen wären.
Dem GU/HU obliegt praktisch die Aufsicht über die Durchführung der Nachunternehmerleistungen, weiterhin die Tätigkeiten für die Auftragserteilung, Abnahme, Rechnungsprüfung, Kontrolle zu Mängelansprüchen u. a. Dafür fallen beim GU/HU Kosten an, die in der Regel bei der Kalkulation mit einem Zuschlag bzw. einer Umlage - meistens im Umfang von ca. 8 bis 13 % des Wertes der Nachunternehmerleistung - berücksichtigt werden. Hinsichtlich der Ableitung solcher Zulagen sei auf vorbestimmte Zuschläge verwiesen. Der vorbestimmte Zuschlagsatz bzw. die Umlage sind bei vorzulegenden ergänzenden Preisblättern (EFB-Preis) 221 oder 222 nach Vergabe- und Vertragshandbuch (VHB-Bund, Ausgabe 2017) jeweils im Abschnitt 2 auszuweisen.
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