Lohn / Tarif / Rente

Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung ist ein eigenständiger Zweig der Sozialversicherung. Sie wurde 1995 als Pflichtversicherung eingeführt und soll das Risiko der Pflegebedürftigkeit absichern.
Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung wird vom Gesetzgeber bestimmt und beträgt für 2021 (wie im Vorjahr) 3,05 % bzw. bei Kinderlosen, die das 23. Lebensjahr bereits vollendet haben, 3,30 %.
Pflegeversicherung, ein eigenständiger Zweig der Sozialversicherung
Bild: © f:data GmbH
Der Beitragssatz ist nach § 58 Abs. 1 Sozialgesetzbuch (SGB) XI jeweils zur Hälfte vom Bauunternehmen als Arbeitgeber und von den Arbeitnehmern, die in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert sind, in Höhe von 1,525 % zu tragen. Eine Ausnahme besteht nur im Bundesland Sachsen, wo vom Arbeitnehmer 2,025 % sowie vom Arbeitgeber nur 1,025 % zu leisten sind.
Der Zuschlag von 0,25 % für Kinderlose ist jeweils durch die Arbeitnehmer allein zu tragen. Folglich beträgt der Arbeitnehmer-Anteil mit Beitragszuschlag gesamt 1,775 % sowie in Sachsen 2,275 %.
Bei Mitgliedern einer privaten Krankenversicherung beträgt der Höchstzuschuss des Arbeitgebers im Jahr 2021 = 73,77 € sowie in Sachsen = 49,58 €.
Ebenfalls müssen Selbstständige sowie freiberuflich Tätige den Pflegeversicherungsbeitrag allein aufbringen. Demgegenüber ist der Beitrag für Beschäftigte in Kurzarbeit allein vom Arbeitgeber zu tragen. Als Bemessungsgrundlage dient ein um 20 % gekürztes fiktives Arbeitsentgelt.
Zu leisten ist der Versicherungsbeitrag zur Pflegeversicherung nur bis zu einer bestimmten Beitragsbemessungsgrenze zur Sozialversicherung. Sie beträgt für 2021 bundeseinheitlich im Jahr = 58.050 € bzw. 4.837,50 € pro Monat (Vorjahr = 56.250 € im Jahr bzw. 4.687,50 € pro Monat).
Die Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung zählen zu den gesetzlichen Sozialkosten. Sie sind zugleich Bestandteil der Lohnzusatzkosten (speziell der lohngebundenen Kosten) der gewerblichen Arbeitnehmer sowie auch der Gehaltszusatzkosten der Angestellten und Poliere. Sie werden als Lohn- und Gehaltskosten mit im Baupreis kalkuliert.
In den jährlichen Musterberechnungen der Bauverbände zur Bestimmung des Zuschlagsatzes für die Lohn- und Gehaltszusatzkosten bei der Baukalkulation wird die Pflegeversicherung in der Position 2.2.1.4 ausgewiesen. Betriebsindividuelle Unterschiede sind für die gewerblichen Arbeitnehmer eigentlich nicht anzunehmen, da deren Monats-Bruttolohn nicht die Beitragsbemessungsgrenze überschreiten wird.
Für die Angestellten einschließlich Poliere ist zunächst zu prüfen, wie hoch der Anteil an den gesamten Angestellten ist, deren monatliche Gehälter oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegen. Das wird in den Bauunternehmen nach den Tarifgebieten zwischen Deutschland-West und -Ost sowie in den Unternehmen verschiedener Größen und Leistungssparten unterschiedlich sein. Ein betriebsindividueller Ansatz bliebe zu prüfen und in den Berechnungen anzusetzen.
In den Musterberechnungen der Bauverbände für die Berechnung eines Zuschlagsatzes für die Gehaltszusatzkosten wurde zuletzt der Anteil von Angestellten, deren Gehalt oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegt, in Bauunternehmen sowohl in Deutschland-West und Ost mit 18 % für Angestellte sowie 9 % für Poliere angesetzt. Bei hälftigem Anteil für das Bauunternehmen wäre dann zu rechnen mit einem Ansatz von:
(3,05 % x 82,00 %)
(2 x 100 %)
= 1,25 % für Angestellte und
(3,05 % x 91,00 %)
(2 x 100 %)
=1,39 % für Poliere.
Bauprofessor-Redaktion
Dieser Beitrag wurde von unserer Bauprofessor-Redaktion erstellt. Für die Inhalte auf bauprofessor.de arbeitet unsere Redaktion jeden Tag mit Leidenschaft.
Über Bauprofessor »
Copyright bauprofessor.de Lexikon
Herausgeber: f:data GmbH Weimar und Dresden
Die Inhalte dieser Begriffserläuterung und der zugehörigen Beispiele sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung der f:data GmbH unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Alle in diesem Werk enthaltenen Angaben, Ergebnisse usw. wurden von den Autoren nach bestem Wissen erstellt. Sie erfolgen ohne jegliche Verpflichtung oder Garantie der f:data GmbH. Sie übernimmt deshalb keinerlei Verantwortung und Haftung für etwa vorhandene Unrichtigkeiten.
Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem Werk berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namen im Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären und daher von jedermann benutzt werden dürfen.

Verwandte Fachbegriffe

Sozialversicherung
Die Sozialversicherung ist ein Versicherungssystem, das folgende 5 Zweige umfasst: Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Unfallversicherung, Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung. , Die vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu leistend...
Geringfügige Beschäftigung
Die geringfügige Beschäftigung kann nach verschiedenen Formen aufgenommen werden: Als Minijob – auch als 450 € Job bezeichnet:Bei den Minijobs darf das Arbeitsentgelt seit 2013 nach § 8 Sozialgesetzbuch (SGB) IV monatlich 450 € (vorher 400 €)...
Minijobs
Ein Minijob ist eine spezielle Form der geringfügigen Beschäftigung auf Grundlage des Vierten Sozialgesetzbuches (SGB). Nach § 8 Abs. SGB IV darf seit 2013 zum Minijob: das monatliche Arbeitsentgelt 450 € (vorher 400 €) - ohne Begrenzung von Arbe...
Lohnzusatzkosten
Die Lohnzusatzkosten, auch als Sozialkosten sowie im engeren Sinne als lohngebundene Kosten bezeichnet, sind ein bedeutender Anteil der Lohnkosten, die für gewerbliche Arbeitnehmer bei der Herstellung von Bauleistungen anfallen und vom Bauunterneh...
Rechengrößen der Sozialversicherung
Als Rechengrößen gelten die Beitragsbemessungsgrenzen zur Sozialversicherung. Sie werden nach dem höchsten Bruttoentgelt bestimmt, für das ein Sozialversicherungsbeitrag berechnet werden kann. Für einen Betrag oberhalb der Bemessungsgrenzen wird kein...
Lohngebundene Kosten
Die lohngebundenen Kosten umfassen die gesetzlichen Sozialkosten, beispielsweise die Betriebsanteile für die Renten-, Arbeitslosen-, Kranken und Pflegeversicherung u. a., tarifliche Sozialkosten wie die Umlagen an die Sozialkassen der Bauwirtschaft,...
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, verwenden wir Cookies. Einige dieser Cookies sind erforderlich für den reibungslosen Ablauf dieser Website, andere helfen uns, Inhalte auf Sie zugeschnitten anzubieten. Wenn Sie auf „ Ich akzeptiere“ klicken, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Individuelle Cookie-Einstellungen Ich akzeptiere