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Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung ist ein eigenständiger Zweig der Sozialversicherung in Deutschland. Sie wurde 1995 als Pflichtversicherung eingeführt und soll das Risiko der Pflegebedürftigkeit absichern.
Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung wird vom Gesetzgeber bestimmt und beträgt weiterhin wie im Vorjahr 3,05 % bzw. bei Kinderlosen, die das 23. Lebensjahr bereits vollendet haben, 3,30 %.
Der Beitragssatz ist nach § 58 Abs. 1 Sozialgesetzbuch (SGB) XI jeweils zur Hälfte vom Bauunternehmen als Arbeitgeber und von den Arbeitnehmern, die in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert sind, in Höhe von 1,525 % zu tragen. Eine Ausnahme besteht nur im Bundesland Sachsen, wo ab 2019 vom Arbeitnehmer 2,025 % sowie vom Arbeitgeber nur 1,025 % zu tragen sind.
Der Zuschlag von 0,25 % für Kinderlose ist jeweils durch die Arbeitnehmer allein zu tragen. Folglich beträgt der Arbeitnehmer-Anteil mit Beitragszuschlag gesamt 1,775 % sowie in Sachsen 2,275 %.
Ebenfalls müssen Selbstständige sowie freiberuflich Tätige den Pflegeversicherungsbeitrag allein aufbringen. Demgegenüber ist der Beitrag für Kurzarbeiter allein vom Arbeitgeber zu tragen. Als Bemessungsgrundlage dient ein um 20 % gekürztes fiktives Arbeitsentgelt.
Zu leisten ist der Versicherungsbeitrag zur Pflegeversicherung nur bis zu einer Beitragsbemessungsgrenze. Sie beträgt für 2020 bundeseinheitlich im Jahr = 56.250 € bzw. 4.687,50 € pro Monat (Vorjahr = 54.450 € im Jahr bzw. 4.537,50 € pro Monat).
Die Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung zählen zu den gesetzlichen Sozialkosten. Sie sind folglich ebenfalls Bestandteil der Lohnzusatzkosten (speziell der lohngebundenen Kosten) der gewerblichen Arbeitnehmer sowie auch der Gehaltszusatzkosten der Angestellten und Poliere. Sie werden als Lohn- und Gehaltskosten mit im Baupreis kalkuliert. In den jährlichen Musterberechnungen der Bauverbände zur Bestimmung des Zuschlagsatzes für die Lohn- und Gehaltszusatzkosten wird die Pflegeversicherung in der Position 2.2.1.4 ausgewiesen. Betriebsindividuelle Unterschiede sind für die gewerblichen Arbeitnehmer eigentlich nicht anzunehmen, da deren Monats-Bruttolohn nicht die Beitragsbemessungsgrenze überschreiten wird.
Für die Angestellten einschließlich Poliere ist zunächst zu prüfen, wie hoch der Anteil an den gesamten Angestellten ist, deren monatliche Gehälter oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegen. Das wird in den Bauunternehmen zwischen West- und Ostdeutschland sowie in den Unternehmen verschiedener Größen und Leistungssparten unterschiedlich sein. Ein betriebsindividueller Ansatz ist zu prüfen und in den Berechnungen anzusetzen.
In den Musterberechnungen der Bauverbände für die Berechnung eines Zuschlagsatzes für die Gehaltszusatzkosten wurde zuletzt der Anteil von Angestellten, deren Gehalt oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegt, in Bauunternehmen sowohl in West- wie auch Ostdeutschland mit 18 % für Angestellte sowie 9 % für Poliere angesetzt. Bei hälftigem Anteil für das Bauunternehmen wäre dann zu rechnen mit einem Ansatz von:
(3,05 % x 82,00 %)
(2 x 100 %)
= 1,25 % für Angestellte und
(3,05 % x 91,00 %)
(2 x 100 %)
=1,39 % für Poliere.
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