Lohn / Tarif / Rente

Praktika

In den letzten Jahren erfolgten Vorwürfe bezüglich der Praktikapraxis, da Praktika von Einrichtungen und Unternehmen oft missbräuchlich genutzt worden sind. Daraufhin haben die Ministerien für Arbeit und Bildung gemeinsam mit der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), dem DIHK, dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und dem Bundesverband der Freien Berufe einen Leitfaden „Praktika – Nutzen für Praktikanten und Unternehmer“ (Stand: Juli 2011) erarbeitet und vorgelegt, zu bestellen in Printform beim Bundesministerium für Arbeit unter www.bmas.de.
Der Leitfaden informiert über alle bestehenden gesetzlichen Regelungen für Praktika, gleichermaßen für Pflichtpraktika als auch für freiwillige Praktika. Aussagen werden auch zu den arbeitsrechtlichen sowie sozialversicherungsrechtlichen Bestimmungen getroffen. Im Anhang des Leitfadens befinden sich auch Vertragsmuster für Praktika. Ein Praktikum ist von einem Arbeitsverhältnis danach abzugrenzen, ob im speziellen Fall ein Erwerbszweck vorliegt oder der Ausbildungszweck vorrangig ausgerichtet ist.
In Verbindung mit den Praktika ist für das Baugewerbe zunächst zu berücksichtigen, dass vom persönlichen Geltungsbereich nach dem Tarifvertrag Mindestlohn (TV Mindestlohn) im § 1 Abs. 3 nicht erfasst werden
  • jugendliche Arbeitnehmer (vor Vollendung des 18. Lebensjahres) ohne abgeschlossene Berufsausbildung sowie
  • Praktikanten, welche für die Zulassung zum Studium oder ihren Beruf oder für eine Prüfung oder zu anderen Zwecken ein Praktikum benötigen.
Soweit ein Praktika vorliegt und eine Entlohnung vorgesehen ist, sind im Baugewerbe die geltenden Regelungen und Stundenlohnsätze nach dem Mindestlohn im Baugewerbe bzw. in den anderen Gewerken wie Dachdecker, Maler- und Lackierer u. a. zu beachten und zu zahlen.
23.04.2016
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