Buchhaltung / Rechnungswesen

Rechnungen an öffentliche Auftraggeber

Rechnungen an öffentliche Auftraggeber als Rechnungsempfänger sind ab 27. November 2020 grundsätzlich nur noch in elektronischer Form (Datenformat "X-Rechnung" als Vorschrift) auszustellen und zu übermitteln. Grundlage ist die "Verordnung über die elektronische Rechnungsstellung im öffentlichen Auftragswesen des Bundes (ERechV) vom 13. Oktober 2017 (in BGBl. I S. 3555). Dies gilt jedoch nach § 3 Abs. 3 ERechV "nicht für Rechnungen, die nach Erfüllung eines Direktauftrags bis zu einem Betrag von 1.000 € gestellt werden (Bagatellgrenze)".
Verbunden sind nach der Verordnung zusätzliche Pflichtangaben in der Rechnung und weitere formale Anforderungen. Der Rechnungssteller bzw. -sender wird verpflichtet, die Rechnungen in einem von der Verwaltung betriebenen Onlineportal hochzuladen. Notwendig dafür ist die Registrierung und Erstellung eines Nutzerkontos.
Im § 11 ERechV werden weitere, über die Rechnungsangaben zu Bauleistungen nach § 14 Umsatzsteuergesetz (UStG) hinausgehende Angaben gefordert:
  1. eine Leitweg-Indentifikationsnummer,
  2. die Bankverbindungsdaten,
  3. die Zahlungsbedingungen,
  4. die De-Mail-Adresse oder eine E-Mail-Adresse des Rechnungsstellers.
Weiterhin sind noch zusätzlich in der elektronischen Rechnung anzugeben:
  • die Lieferantennummer und
  • eine Bestellnummer,
wenn diese Angaben dem Rechnungsaussteller bereits bei Beauftragung übermittelt wurden.
Künftig ist von der Verwaltung des öffentlichen Auftraggebers nur noch eine solche Rechnung zu bearbeiten, die alle geforderten Angaben und Anforderungen erfüllt.
Zur Rechnungslegung sei auch verwiesen auf das vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (Bauen und Service) vorgelegte "Merkblatt zur Rechnungserstellung und Rechnungskorrektur (Stand: November 2017)", das unter Tz. V. ebenfalls Aussagen zur elektronischen Rechnungslegung trifft.
08.11.2018
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