Baugeräte / Vorhaltung / BGL

Reparaturkosten der Geräte

Bestandteil der zu kalkulierenden Gerätekosten sind auch die Reparaturkosten als Aufwendungen zur Erhaltung der Betriebsbereitschaft der Geräte, besonders bedingt durch:
  • Beanspruchung im Baubetrieb,
  • häufigen Wechsel des Einsatzortes,
  • fehlenden Schutz gegen Witterungseinflüsse in allen Jahreszeiten und
  • meist unvermeidbaren Wechsel des Bedienungs- und Wartungspersonals.
Die Reparaturkosten werden in der überarbeiteten Neuauflage der Baugeräteliste (BGL) 2015 (vorher Euroliste BGL 2007) als Durchschnittswerte über die gesamte Nutzungsdauer (Vorhaltemonate) angegeben. Sie gelten unter der Voraussetzung mittelschwerer Betriebsbedingungen, bei einschichtiger Arbeitszeit und sachgemäßer Wartung und Pflege.
Die Berechnung kann mit Bezug auf Tz. 7.2 in der BGL 2015 (Bauverlag Gütersloh, S. 22) wie folgt vorgenommen werden:
R = (r x A) : 100 (€/Monat)
  • R - monatlicher Reparaturkostenbetrag (€/Monat),
  • r - monatlicher Satz für Reparaturkosten in Prozent vom mittleren Neuwert,
  • A - mittlerer Neuwert (€).
Für einen Turmkran mit der Geräte-Nummer C.0.10.0100 in der BGL 2015 betragen die monatlichen Reparaturkosten
  • R = (1,1 x 202.000) : 100 = 2.222 € (gerundet 2.220 €)
Beträge in der BGL über 1.000 € werden auf 10 € gerundet.
Die Reparaturen an einem Gerät im Sinne der angegebenen Sätze für Reparaturkosten umfassen:
  • die für die Erhaltung und Wiederherstellung der Betriebsbereitschaft erforderlichen Arbeiten am Einsatzort sowie in eigenen und fremden Werkstätten (Lohnaufwand);
  • den für die Erhaltung und Wiederherstellung der Betriebsbereitschaft erforderlichen Einbau von Ersatzteilen, Aggregaten, Arbeitseinrichtungen und sonstigen Konstruktionsteilen (Stoffaufwand).
Zu den Reparaturkosten zählen nach Tz. 7.2 in der BGL 2015 (Bauverlag Gütersloh, S. 22) nicht die Kosten für:
  • Wartung und Pflege (z. B. Abschmieren, Ölwechsel u. a.),
  • Beseitigung von Gewaltschäden,
  • Überprüfungen,
  • Einstellarbeiten und Nachregulierungen einschließlich zugehöriger Materialkosten,
  • Beseitigen von Verschmutzungen durch Baustoffe und Boden,
  • Ersatz von Verschleißteilen, die zur jeweiligen Geräteart angeführt werden.
Von den Reparaturkosten in der BGL entfallen ca. 30 % auf die Instandhaltung und ca. 70 % auf die Instandsetzung.
Nach den Kostenarten untergliedern sich die Reparaturkosten der BGL 2015 in:
  • Lohnkosten (Bruttolöhne) mit ca. 60 %
    (ohne tarifliche und ohne gesetzliche Sozialkosten sowie ohne sonstige lohnbezogene Zuschläge, zusammen sogenannte Lohnzusatzkosten)
  • Stoffkosten mit ca. 40 %.
    (Kosten für Reparaturstoffe und Ersatzteile frei Reparaturstelle ohne Umsatzsteuer).
In der Regel werden die Reparaturen in der betriebseigenen Zentral-Werkstatt oder durch Dritte ausgeführt. Nur auf sehr großen und langfristigen Baustellen kann auch eine Baustellenwerkstatt sinnvoll und wirtschaftlich zu begründen sein.
15.01.2016
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