Steuern

Sachbezugswerte

Für Zwecke der Berechnung und Abführung von Beiträgen zur Sozialversicherung sowie für die Besteuerung von Arbeitsentgelten (im Bauunternehmen Lohn der gewerblichen Arbeitnehmer und Gehalt der Angestellten und Poliere) werden jährlich Sachbezugswerte durch Erlass der Finanzbehörden bzw. in der Sachbezugsverordnung festgesetzt. Die Sachbezugswerte erhalten die Arbeitnehmer als Teil ihres Arbeitsentgeltes. Sie stellen einen Geldwert dar, werden jedoch nicht in Barmitteln bereitgestellt. Zu versteuern ist nur der Sachbezugswert als geldwerter Vorteil, nicht der tatsächliche Wert, der vom Arbeitgeber zugeschossen wird. Lohnsteuerliche Änderungen werden in den Lohnsteuer-Richtlinien angepasst.
Für das Jahr 2020 gelten folgende Sachbezugswerte nach der 11. Verordnung zur Änderung der Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV vom 29. November 2019 in BGBl. I S. 1997) für Arbeitnehmer (einschließlich Jugendliche und Auszubildende):
  • Verpflegung insgesamt kalendertäglich 8,60 € (Vorjahr = 8,37 €) und der Zusammensetzung von 1,80 € für Frühstück, von 3,40 € für Mittagessen und 3,40 € für Abendessen, geltend in gleicher Höhe auch für volljährige Familienangehörige,
  • nur teilweise zur Verfügung gestellte Verpflegung insgesamt monatlich 258,00 € (Vorjahr = 251,00 €) und der Zusammensetzung von 54,00 € für Frühstück, von 102,00 € für Mittagessen und 102,00 € für Abendessen,
  • freie Unterkunft allgemein täglich 7,83 € und monatlich 235,00 € (Vorjahr = 231,00 €) mit einem Beschäftigten, wobei sich die Beträge bei einer Belegung mit 2, 3 und mehr als 3 Beschäftigten in Gemeinschaftsunterkünften verringern,
  • unentgeltliche oder verbilligte Überlassung einer normalen Wohnung monatlich je m² von 4,12 € (Vorjahr = 4,05 €/m²), bei einfacher Ausstattung der Wohnung in Höhe von 3,37 € je m² (vorher 3,37 €/m2), wenn die Feststellung der ortsüblichen Miete mit außergewöhnlichen Schwierigkeiten verbunden ist.
Die angeführten Sachbezugswerte gelten für volljährige Arbeitnehmer und bei der Unterkunftsbelegung mit einem Beschäftigten. Bei Belegung mit 2, 3 und mehr als 3 Beschäftigten verringern sich die Beträge. Die Sachbezugswerte sind nicht für Unterkunfts- und Verpflegungsaufwendungen anzuwenden, die im Rahmen einer Auswärtstätigkeit entstanden sind. Hier gilt der Betrag der tatsächlichen Aufwendungen, die vom Arbeitgeber zu 100 % steuerfrei erstattet werden dürfen.
Werden übliche Mahlzeiten mit einem Preis bis zu 60 € vom Arbeitgeber während einer auswärtigen Tätigkeit zur Verfügung gestellt, so sind sie ebenfalls mit den oben angeführten Sachbezugswerten (gesamt oder nach Frühstück, Mittag- oder Abendessen) nach der Sozialversicherungsentgeltverordnung anzusetzen.
Macht der Arbeitnehmer Verpflegungspauschalen bei Dienstreisen geltend, dann sind diese Pauschbeträge um den geldwerten Vorteil für erhaltene Mahlzeiten gemäß § 9 Abs. 4a Sätze 8-10 im EStG zu kürzen, und zwar in Höhe von:
  • 20 % für Frühstück um (entspricht 5,60 € von neu 28 € seit 1. Januar 2020),
  • 40 % jeweils für Mittagessen und Abendessen (entspricht 11,20 € von neu 28 €)
Eine Besteuerung kann unterbleiben, wenn beim Arbeitnehmer für Verpflegungsmehraufwendungen ein Werbungskostenabzug in Betracht käme. Durch den Verzicht auf die Besteuerung einerseits und gleichzeitiger Kürzung des Werbungskostenabzugs andererseits werden die Arbeitgeber künftig spürbar entlastet.
Der Arbeitgeber kann dem Arbeitnehmer ein Job-Ticket für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte überlassen. Geschieht dies zusätzlich zum geschuldeten Arbeitsentgelt, dann ist es nach § 3 Nr. 15 Einkommensteuergesetz (EStG) steuerfrei. Wenn dies nicht der Fall ist, kann dieser Sachbezug seit 18. Dezember 2019 vom Arbeitgeber pauschal mit 25 % versteuert werden. Eine Anrechnung auf die pauschal besteuerten Entgelte als Entfernungspauschale ist nicht mehr vorgesehen.
Unabhängig von den angeführten Werten gelten für den Einsatz auf Baustellen :
Ist die Fahrtkostenabgeltung zu versteuern, kann der Arbeitgeber die Pauschalversteuerung vornehmen. Der Verpflegungszuschuss unterliegt nicht der Lohnsteuer für den Arbeitnehmer, sondern wird vom Arbeitgeber versteuert.
In verschiedenen Gewerken des Ausbaus wie für Maler und Lackierer, Dachdecker und Gerüstbauer gelten mit Bezug auf die jeweiligen eigenständigen Tarifverträge vom BRTV-Baugewerbe abweichende Regelungen und ggf. unterschiedlich hohe Beträge.
Von den Sachbezugswerten sind die Sachzuwendungen an Arbeitnehmer sowie Aufmerksamkeiten des Arbeitgebers zu unterscheiden.
21.01.2020
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