Buchhaltung / Rechnungswesen

Sonderabschreibungen

Sonderabschreibungen
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Sonderabschreibungen können zusätzlich zur normalen Abschreibung als AfA (Absetzung für Abnutzung) für Wirtschaftsgüter bzw. Gegenstände des Anlagevermögens erfolgen. Allgemeine Regelungen hierzu trifft § 7g im Einkommensteuergesetz (EStG) mit Änderungen nach dem Jahressteuergesetz 2020 vom 21. Dezember 2020 (in BGBI. I, S. 3096). Begründet werden sie zur Förderung bzw. in Verbindung mit wirtschaftspolitischen Zielen.
Sonderabschreibungen und erhöhte Absetzungen haben in der Regel keinen direkten Bezug zur entsprechenden Wertminderung. Nach Anschaffung oder Herstellung eines Wirtschaftsgutes sind sie nur zulässig, soweit sie nicht bereits vorher für Anzahlungen auf die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten in Anspruch genommen wurden. Im Begünstigungszeitraum der Anwendung einer Sonderabschreibung ist zugleich eine reguläre Abschreibung vorzunehmen. Sollten für eine Sonderabschreibung mehrere Gründe nach Vorschriften möglich sein, dann ist sie nur für einen Grund anzuwenden. Ist das jeweilige Wirtschaftsgut zum Betriebsvermögen zugehörig, sind laufend Aussagen nachzuweisen in einem Verzeichnis oder im Rahmen der Buchführung über den Tag der Anschaffung oder Herstellung, die Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten, die betriebswirtschaftliche Nutzungsdauer, die Höhe der jährlichen Abschreibung und erfolgten Sonderabschreibungen.
Sonderabschreibungen können nur in Anspruch genommen werden, wenn folgende Voraussetzungen nach § 7 g Abs. 6 im EStG erfüllt werden:
  • maximal ein Gewinn von neu 200.000 € (vorher 150.000 €) künftig für alle Einkunftsarten (ohne Berücksichtigung von Investitionsabzugsbeträgen) im Wirtschaftsjahr für nach dem 31. Dezember 2019 endende Wirtschaftsjahre, in dem die Abzüge vorgenommen werden,
  • das Wirtschaftsgut im Jahr der Anschaffung oder Herstellung und im darauf folgenden Wirtschaftsjahr vermietet oder in einer inländischen Betriebsstätte des Unternehmens ausschließlich oder fast ausschließlich betrieblich genutzt wird.
Nach diesen Voraussetzungen können abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens wie Baumaschinen und Geräte sowie Geschäfts- und Betriebsausstattungen im Jahr der Anschaffung oder Herstellung sowie in den vier folgenden Jahren neben der normalen Abschreibung nach § 7 g Abs. 5 im EStG bis zu insgesamt 20 % der Anschaffungs- oder Herstellungskosten in Anspruch genommen werden. Die Sonderabschreibung kann bereits im Anschaffungsjahr für das gesamte Jahr beansprucht werden, auch wenn das Wirtschaftsgut erst im Juli angeschafft oder hergestellt wurde.
Als weitere Voraussetzungen gelten Sonderabschreibungen auch mit folgenden Aspekten:
  • Die Sonderabschreibung kann nur steuerlich vorgenommen werden. Sie kann im Anwendungszeitraum auf die Jahre verteilt werden bzw. vom Unternehmen entschieden werden, wie viel Prozent von den gesamt 20 % in den Jahren des Begünstigungszeitraums angesetzt werden.
  • Zur Förderung für kleine und mittlere Betriebe kann für die Anschaffung oder Herstellung eines abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsgutes des Anlagevermögens bis zu neu 50 % (vorher 40 %) der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten nach § 7 g Abs. 1 im EStG als Investitionsabzugsbetrag für Baugeräte vorgenommen werden, praktisch als steuerbegünstigter, d. h. Gewinn mindernder Betrag für später durchzuführende Investitionen, detaillierter erläutert unter dem angeführten Link.
  • Zur steuerlichen Förderung der Elektromobilität für Elektronutzfahrzeuge und elektrisch betriebene Lastenfahrräder kann neu nach § 7c im EStG für Anschaffungen ab 1. Januar 2020 eine Sonderabschreibung für Elektronutzfahrzeuge erfolgen.
  • Auch beim Mietwohnungsneubau können nach § 7b im EStG Sonderabschreibungen in Anspruch genommen werden, erläutert unter Mietwohnungsneubau mit Sonderabschreibungen.
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