Zinsen

Spitzenrefinanzierungsfazilität

Die Spitzenrefinanzierungsfazilität ist seit Übernahme der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB) sowie der Einführung des Euro von Bedeutung und einer von den drei wichtigen Leitzinsen. Danach können sich die Geschäftsbanken kurzfristig, gewissermaßen über Nacht, finanzielle Mittel und somit Liquidität bei der EZB beschaffen. Die Betonung liegt auf der Kurzfristigkeit der Mittelgewährung durch die Zentralbank an die Geschäftsbanken und andererseits die Anlage von Guthaben durch die Geschäftsbanken. Bei den Geschäftsbanken können Liquiditätsengpässe vermieden werden. Folglich kommt der Spitzenrefinanzierungsfazilität auch eine wichtige geldpolitische Bedeutung zu.
Das Entgelt für die kurzfristige Kreditgewährung wird durch die Zentralbank über den Spitzenrefinanzierungssatz (SRF-Satz) bestimmt. Er bildet praktisch die Obergrenze für den Zinskorridor ab. Er liegt folglich immer über dem Hauptrefinanzierungssatz. Der EZB-Rat beschloss am 10. März 2016 (geltend ab 16. März 2016) die Senkung des SRF-Satzes auf 0,25 % (vorher 0,30 %) und zugleich die des Hauptrefinanzierungssatz auf 0,00 % (vorher 0,05 %). Der SRF-Satz ist neben dem Hauptrefinanzierungssatz ein wichtiger Leitzinssatz. Beide Zinssätze befinden sich auf einem historischen Tief und werden mit Bezug auf das gegenwärtig niedrige Inflationsrisiko auch noch längere Zeit auf diesem Niveau verbleiben.
Vor Einführung des Euro war anstelle des SRF-Satzes der Lombard-Satz maßgebend. Die Spitzenrefinanzierungsfazilität löste praktisch den vorher üblichen Lombard-Kredit ab. Bei Altverträgen auf Grundlage der VOB zu Bauaufträgen bis 2001 hatte der Lombardsatz bzw. SRF-Satz Bedeutung bei der Verzinsung von vereinbarten Vorauszahlungen sowie der Berechnung von Verzugszinsen. Seit 2002 erfolgt der Bezug auf den Basiszinssatz nach § 247 BGB.
03.04.2016
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