Steuern

Umsatzsteuer bei Anzahlungen

Von einem Auftraggeber (AG) geleistete Anzahlungen für eine Baumaßnahme sind beim Bauunternehmen als Auftragnehmer vereinnahmte Beträge vor oder während der Bauausführung. Die Umsatzsteuer entsteht beim Auftragnehmer im Monat der Vereinnahmung der Zahlung, sofern nicht Steuerschuldnerschaft zu Bauleistungen nach § 13 b im Umsatzsteuergesetz (UStG) vorliegt und dann der Leistungsempfänger als Steuerschuldner gilt. Nicht bestimmend ist weder der Zeitpunkt der vertraglichen Vereinbarung noch der Zeitpunkt der Rechnungslegung, z. B. von Abschlagsrechnungen zur Baumaßnahme.
Umsatsteuer bei Anzahlungen
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Als Anzahlungen zu Bauleistungen kommen infrage:
  • erhaltene Vorauszahlungen (nach VOB) des Auftraggebers nach § 16 Abs. 2 in VOB/B für vereinbarte, aber noch nicht ausgeführte Leistungen, die dann mit folgenden Abrechnungen zu verrechnen sind,
  • erhaltene Abschlagszahlungen vom Auftraggeber in meistens kurzen Zeitabständen für bereits ausgeführte, aber noch unfertige Bauleistungen, d. h. nicht fertiggestellte und noch nicht abgenommene Leistungen.
Bei der Vereinnahmung der Zahlung ist der jeweils gültige Umsatzsteuersatz im betreffenden Monat anzuwenden. Für Bauleistungen gilt bei:
  • Vereinnahmungen vor dem 1. Juli 2020 sowie nach dem 13. Dezember 2020 der Umsatzsteuersatz von 19 % und
  • Vereinnahmungen ab 1. Juli bis 31. Dezember 2020 der Umsatzsteuersatz von 16 % nach dem „Zweiten Corona-Steuerhilfegesetzes vom 29. Juni 2020 (in BGBl. I, S. 1512)“.
Detaillierte Regelungen und Aussagen zur Anwendung der Umsatzsteuersätze trifft das BMF-Schreiben zur „Umsatzsteuer – Befristete Absenkung zum 1. Juli 2020 vom 30. Juni 2020“, veröffentlicht im Bundessteuerblatt Teil I.
Danach ist bei Vereinnahmungen im 2. Halbjahr 2020 zu beachten:
  • Wurden bereits bis zum 30. Juni Abschlagsrechnungen zur Baumaßnahme an den Bauherrn als Auftraggeber mit 19 % Umsatzsteuer gestellt und dazu Abschlagszahlungen beim Bauunternehmen vereinnahmt und der Umsatzsteuer-Istbesteuerung unterzogen, sind die erhaltenen Abschlagszahlungen einschließlich Umsatzsteuer in der Schlussrechnung zur Baumaßnahme abzusetzen. Daraus ableitend mindert sich entsprechend der noch vom Bauherrn aus der Schlussrechnung zu zahlende Betrag. Eine Berichtigung der Abschlagsrechnungen ist nach Regelung im BMF- Schreiben vom 30. Juni 2020 unter Tz. 2.3, Rz. 8 nicht erforderlich, wenn in der Schlussrechnung die Umsatzsteuer für die gesamte Bauleistung mit 16 % ausgewiesen wird und der Leistungsempfänger die verlangte Zahlung geleistet hat. Die ausgewiesene Umsatzsteuer schuldet das Bauunternehmen.
    Mit dem Beispiel einer Schlussrechnung wird dies unter Umsatzsteuer-Absenkung demonstriert.
  • Erfolgt die Ausführung der Bauleistungen (Fertigstellung bei Werkleistungen oder Abnahme bei Werkleistungen) zur Baumaßnahme erst nach dem 31. Dezember 2020 und in den Abschlagsrechnungen im 2. Halbjahr der Ausweis der Umsatzsteuer mit dem Steuersatz von 16 %, bedarf es nach Tz. 4, Rz. 51 im BMF-Schreiben dann keiner Berichtigung in diesen Rechnungen, wenn:
    • in der Schlussrechnung die Umsatzsteuer für die gesamte Leistung (oder ggf. Teilleistung) mit dem wieder ab 2021 geltenden Steuersatz von 19 % ausgewiesen wird oder
    • in der Schlussrechnung die für die vor dem 1. Januar 2021 vereinnahmten Teilentgelte geschuldete weitere Umsatzsteuer zusätzlich angegeben wird.
  • Nach Tz. 2.3, Rz. 9 und 51 im BMF-Schreiben vom 30. Juni 2020 wird zur Vereinfachung gestattet, dass Abschlagsrechnungen im begünstigtem 2. Halbjahr 2020 mit dem Steuersatz von 19 % abgerechnet und versteuert werden können, wenn von vornherein vertraglich feststeht, dass die Bauleistung der Baumaßnahme erst nach dem 31. Dezember 2020 ausgeführt, d. h. fertiggestellt bzw. abgenommen wird.
  • Zur Vereinfachung wird nach Tz.4., Rz. 48 im BMF-Schreiben zugelassen, dass die weitere Umsatzsteuer für die vor dem 1. Januar 2021 vereinnahmten Entgelte für den Voranmeldungszeitraum zu berechnen und zu entrichten sind, in dem die Bauleistung ausgeführt und das restliche Entgelt vereinnahmt wurde.
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Aktuelle Normen und Richtlinien zu "Umsatzsteuer bei Anzahlungen"

DIN-Norm
Ausgabe 2016-09
Diese Norm legt die allgemeinen Vertragsbedingungen für die Ausführung von Bauleistungen fest. Diese Bedingungen enthalten u. a. Angaben zur Art und zum Umfang der Leistungen, zur Haftung der Vertragsparteien, zu Vertragsstrafen, zu Mängelansprüchen ...
- DIN-Norm im Originaltext -

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