Jahresabschluss / HGB

Umsatzsteuer-Voranmeldung

Umsatzsteuer-Voranmeldung
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Zur Feststellung der Umsatzsteuer besteht eine Aufzeichnungspflicht - nach der die Umsätze nach Umsatzsteuer-Sollbesteuerung und Umsatzsteuer-Istbesteuerung mit den entsprechenden Steuersätzen, sowie die Vorsteuerbeträge im Einzelnen nachzuweisen sind. Das Unternehmen hat alle an Dritte ausgestellten und von Dritten erhaltenen Rechnungen nach § 257 Abs. 4 Handelsgesetzbuch (HGB) aufzubewahren, Handelsbriefe mindestens zehn Jahre lesbar, beginnend mit dem Schluss des Kalenderjahres der Rechnungsausstellung.
Die Umsatzsteuer ist eine Jahressteuer. Während des Jahres müssen aber Voranmeldungen jeweils bis zum zehnten Tag nach Ablauf des Kalendermonats (Voranmeldezeitraum) getätigt und Vorauszahlungen geleistet werden, wenn eine Zahllast vorliegt. Die Voranmeldung ist auf elektronischem Weg zu übermitteln, sie steht einer Steuererklärung gleich. Der Bauunternehmer kann auch eine Verlängerung der Fristen für die Voranmeldung und die Vorauszahlung der Umsatzsteuer um einen Monat beim Finanzamt beantragen. Die Gewährung ist aber in der Regel an die Auflage geknüpft, dass der Unternehmer eine Sondervorauszahlung auf die Umsatzsteuer eines Kalenderjahres entrichtet, die ein Elftel der Summe der Vorauszahlungen für das vergangene Kalenderjahr beträgt.
Ableitend aus dem Bürokratieentlastungsgesetz III (vom 22.11.2019 in BGBl. I, Nr. 42) dürfen mit Änderung in § 18 Abs. 2 Umsatzsteuergesetz (UStG) Neugründer eines Unternehmens die Umsatzsteuer- Voranmeldung künftig vierteljährlich (anstelle monatlich) abgeben, wenn die Umsatzsteuer voraussichtlich 7.500 € nicht überschreitet. Dabei bleibt jedoch zu beachten, dass die Umsatzsteuer in eine Jahressteuer hochzurechnen ist. Die neue Regelung gilt ab dem Besteuerungszeitraum 2021 und zunächst befristet bis 2026.
Erfolgte eine Umsatzsteuer-Voranmeldung verspätet oder enthält unrichtige Angaben, dann ist seit 1. Januar 2015 eine Teil-Selbstanzeige bei Steuerhinterziehung möglich. Im § 371 Abs. 2a in der Abgabenordnung (AO) wird hierzu ausgeführt, dass "Straffreiheit bei Selbstanzeigen in dem Umfang eintritt, in dem der Täter gegenüber der zuständigen Finanzbehörde die unrichtigen Angaben berichtigt, die unvollständigen Angaben ergänzt oder die unterlassenen Angaben nachholt". Die Regelung gilt jedoch nicht für Steueranmeldungen, die sich auf das Kalenderjahr (Jahreserklärung) beziehen.
Zur Umsatzsteuer für Kleinunternehmen gibt es in § 19 UStG eine Sonderregelung. Danach fällt bis zu einem gewissen Umfang neu ab 2020 von nicht mehr als 22.000 € (vorher 17.500 €) Umsatz zzgl. Umsatzsteuer im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich unter 50.000 €) keine Umsatzsteuer an. Dafür hat der Kleinunternehmer aber auch keinen Vorsteuerabzug.
18.03.2020
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