Lohn / Tarif / Rente

Verpflegungszuschuss im Baugewerbe

Regelungen zum Verpflegungszuschuss in Bauunternehmen des Bauhauptgewerbes werden getroffen:
jeweils einschließlich aktualisierter Regelungen als Änderungen zu den angeführten Tarifverträgen vom 5. November 2021, die erst ab 1. Januar 2023 in Kraft treten.
In weiteren Gewerken des Baugewerbes wie dem Gerüstbau-Handwerk, dem Dachdeckerhandwerk sowie dem Garten- und Landschaftsbau (GalaBau), die eigenständige Tarifverträge abschließen und für die nicht der BRTV-Baugewerbe maßgebend ist, gelten teils unterschiedliche Regelungen zum Verpflegungszuschuss.

Verpflegungszuschuss bei täglicher Heimfahrt (§ 7 Nr. 3.2 im BRTV)

Verpflegungszuschuss im Baugewerbe geregelt im BRTV
Bild: © f:data GmbH
Gegenwärtig und geltend noch bis 31. Dezember 2022 hat ein Arbeitnehmer (gewerblicher Arbeitnehmer, Angestellter und Polier), der auf einer Baustelle oder Arbeitsstelle außerhalb des Betriebes ausschließlich aus beruflichen Gründen tätig ist, Anspruch auf einen Verpflegungszuschuss in Höhe von 4,09 € je Arbeitstag bzw. in Baubetrieben der neuen Bundesländer von 2,56 € je Arbeitstag, wenn er bei täglicher Heimfahrt mehr als 10 Stunden von seiner Wohnung abwesend war und ihm kein Verpflegungsmehraufwand (ehemals Auslösung) gezahlt wird.
Der Anspruch auf Verpflegungszuschuss beträgt ab 1. Januar 2023 und nochmals erhöht ab 1. Januar 2024 – in Verbindung mit neuen Regelungen zur Wegezeitentschädigung im Bauhauptgewerbe – ebenfalls bei mehr als 8 Stunden Abwesenheit von der Wohnung und abhängig von der Entfernung zwischen Betrieb und Arbeitsstelle täglich:
Entfernung: Betrieb -> Arbeitsstelleab 1. Januar 2023ab 1. Januar 2024
◦ bis 50 km6,00 €7,00 €
◦ von mehr als 50 km bis 75 km7,00 €8,00 €
◦ von mehr als 75 km8,00 €9,00 €
Die Entfernung ist mit einem Routenplaner zu ermitteln, wobei die kürzeste Strecke zugrunde zu legen ist.

Verpflegungszuschuss ohne tägliche Heimfahrt (§ 7 Nr. 4.2 und 4.3 im BRTV)

Bei Tätigkeit des Arbeitnehmers auf Baustellen und Arbeitsstellen ohne tägliche Heimfahrt ist durch den Arbeitgeber auf seine Kosten eine ordnungsgemäße Unterkunft (Baustellenunterkunft, ggf. Hotel/Pension) unter Beachtung der Arbeitsstättenverordnung zu stellen.
Unter den Voraussetzungen, dass die Baustelle und Arbeitsstelle:
  • mindestens 50 km, geltend bis 31. Dezember 2022 und ab 1. Januar 2023 neu 75 km vom Betrieb entfernt ist und
  • der normale Zeitaufwand für den Weg von der Wohnung des Arbeitnehmers bis zur Bau- bzw. Arbeitsstelle mehr als 75 Minuten beträgt,
erhält der Arbeitnehmer einen Verpflegungszuschuss als Verpflegungsmehraufwand in Höhe von 24 € je Arbeitstag. Dieser Betrag kann durch Betriebsvereinbarung auf bis zu 28 € je Arbeitstag erhöht werden. Kommt darüber keine Einigung zustande, so entscheidet die Einigungsstelle nach Anrufung durch den Betriebsrat.
Der Verpflegungszuschuss erhöht sich ab 1. Januar 2023 um weitere 4 € je Arbeitstag mit Ausnahme bei einer Übernachtung in einer Baustellenunterkunft.
Bei Wochenendheimfahrten, Krankenhausaufenthalt oder unentschuldigtem Fehlen des Arbeitnehmers entfällt der Anspruch auf Verpflegungszuschuss. Für Tage ohne Arbeitsleistung, beispielsweise bei Anreise zum Arbeitsort am Sonntag, fällt dann auch der Verpflegungszuschuss nicht an. Maßgebend ist der Bezug auf den "Arbeitstag".

Verpflegungszuschuss in der Kalkulation

Die Aufwendungen für den Verpflegungszuschuss der gewerblichen Arbeitnehmer und ggf. von Polieren sind auf Grundlage betrieblicher Erfahrungswerte oder ggf. bauauftragsbezogen in der Angebotskalkulation im Rahmen der Ermittlung des Mittel- bzw. Kalkulationslohns zu berücksichtigen. Verpflegungszuschuss für die gewerblichen Arbeitnehmer gehört zu den Lohnnebenkosten, die in den ergänzenden Formblättern Preise (EFB-Preis) 221 und 222 (nach VHB-Bund, Ausgabe 2017, Stand 2019) in Zeile 1.3 mit einem Prozentsatz zur Basis Mittellohn der Zeile 1.1 ausgewiesen werden. Für Angestellte und Poliere, die auf Baustellen tätig sind, wird der Verpflegungszuschuss meistens innerhalb der Baustellengemeinkosten (BGK) oder der Allgemeinen Geschäftskosten (AGK) erfasst und dann in den Verrechnungssätzen bzw. Umlagen bei der Kalkulation einbezogen.
Bauprofessor-Redaktion
Dieser Beitrag wurde von unserer Bauprofessor-Redaktion erstellt. Für die Inhalte auf bauprofessor.de arbeitet unsere Redaktion jeden Tag mit Leidenschaft.
Über Bauprofessor »
Copyright bauprofessor.de Lexikon
Herausgeber: f:data GmbH Weimar und Dresden
Die Inhalte dieser Begriffserläuterung und der zugehörigen Beispiele sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung der f:data GmbH unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Alle in diesem Werk enthaltenen Angaben, Ergebnisse usw. wurden von den Autoren nach bestem Wissen erstellt. Sie erfolgen ohne jegliche Verpflichtung oder Garantie der f:data GmbH. Sie übernimmt deshalb keinerlei Verantwortung und Haftung für etwa vorhandene Unrichtigkeiten.
Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem Werk berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namen im Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären und daher von jedermann benutzt werden dürfen.

Gratis Download:Kostenlose Musterbriefe und Kalkulationshilfen

Kostenlose Kalkulationshilfen für Baukalkulation und Rechnungslegung

Verwandte Fachbegriffe

Unterkunftskosten im Baugewerbe
Hinsichtlich der Stellung einer ordnungsgemäßen Unterkunft durch das Bauunternehmen als Arbeitgeber im Bauhauptgewerbe ist zunächst festzustellen, ob: der Arbeitnehmer für die auswärtige Tätigkeit im Inland auf einer mindestens 50 km entfernten Bau...
Fahrtkostenabgeltung im Baugewerbe
In Unternehmen des Bauhauptgewerbes im betrieblichen Geltungsbereich des als „allgemeinverbindlich“ geltenden Bundesrahmentarifvertrags für das Baugewerbe (BRTV-Baugewerbe) ist bei der Fahrtkostenabgeltung zunächst zu differenzieren, ob der Arbeitne...
BRTV-Baugewerbe
Der Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe (BRTV) regelt allgemeine Arbeitsbedingungen im persönlichen Geltungsbereich für die gewerblichen Arbeitnehmer im Baugewerbe, die eine nach den Vorschriften des Sozialgesetzbuches (SGB) VI versicherungsp...
Unterkunftsgeld im Baugewerbe
Bei Auswärtstätigkeit ohne tägliche Heimfahrt hat der gewerbliche Arbeitnehmer im Bauhauptgewerbe seit 2017 Anspruch darauf, vom Bauunternehmer nach § 7 Nr. 4.2 im Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe (BRTV-Baugewerbe vom 28. September 2018) e...
Auslösungen im Baugewerbe
Der Arbeitnehmer, der auf einer mindestens 50 km vom Betrieb entfernten Bau- oder Arbeitsstelle tätig ist und der Zeitaufwand für seinen Weg von der Wohnung zur Baustelle mehr als 1 ¼ Stunden beträgt, hat im Bauhauptgewerbe nach § 7 Nr. 4 im Bundesra...
RTV-Angestellte im Baugewerbe
Der Rahmentarifvertrag für die Angestellten und Poliere des Baugewerbes (RTV-Angestellte) regelt die allgemeinen Arbeitsbedingungen für die Angestellten und Poliere im vorbestimmten Geltungsbereich. Er liegt vor vom 4. Juli 2002 in der Fassung vom 10...
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, verwenden wir Cookies. Einige dieser Cookies sind erforderlich für den reibungslosen Ablauf dieser Website, andere helfen uns, Inhalte auf Sie zugeschnitten anzubieten. Wenn Sie auf „ Ich akzeptiere“ klicken, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Individuelle Cookie-Einstellungen Ich akzeptiere