Zinsen

Zinssätze

Zinssätze
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Wichtige Zinssätze sind:
  • Er wird für den EURO-Währungsraum durch die Europäische Zentralbank (EZB) festgelegt. Der Satz wurde am 21. Juli 2022 (erstmals seit 2011) wieder erhöht, und zwar auf 0,50 %. Vorher betrug er seit 16. März 2016 = 0,00 % (als niedrigstem Stand seit Bestehen der Euro-Währungsunion). Die Wende gilt als historisch. Infolge des kräftigen Preisauftriebs soll mit der Erhöhung der stark gestiegenen Inflation begegnet werden.
  • Spitzenrefinanzierungsfazilität:
    Zu diesem Zinssatz können Geschäftsbanken Tagesgeld bei der EZB aufnehmen und sich am Geldmarkt mit Übernachtkrediten versorgen. In Anspruch genommen wird dieser Zinssatz nur von Banken. Dadurch können die Liquidität der Banken erhöht, Liquiditätsengpässe vermieden und die Vorschriften zur Mindestreserve eingehalten werden. Die Höhe des Satzes wird zum Euro-Raum durch die EZB festgelegt, bestimmt die Obergrenze des Zinskorridors und ist in der Regel 0,25 % höher als der Hauptrefinanzierungssatz. Der Zinssatz wurde am 21. Juli 2022 auf 0,75 % erhöht (vorher seit 16. März 2016 = 0,25 %).
  • Einlagezinssatz (Einlagenfazilität):
    Geschäftsbanken haben die Möglichkeit, kurzfristig nicht benötigte finanzielle Mittel bei der EZB anzulegen. Am 21. Juli 2022 wurde durch die EZB auch der Einlagezinssatz neu mit 0,00 % festgelegt und damit der negative Bereich (seit 11. Juni 2014) von zuletzt ./. 0,50 % verlassen. Banken müssen nicht mehr draufzahlen, wenn sie überschüssiges Geld bei der EZB parken.
  • EURIBO (Euro Interbank Offered Rate):
    Referenzzinssatz für 1-12-Monatsgeld, errechnet über Tagesgeldzinssätze von europäischen Banken im Interbankenhandel mit Zinssätzen für 8 Laufzeiten (vorher 15) von 1 Woche bis zu 12 Monaten, zum Stand 21. Juli 2022 für 1 Woche = ./. 0,513 % (zum Vergleich am 1. Juli 2021 = ./. 0,567 %), für 1 Monat = ./. 0,252 %, für 3 Monate = 0,145 %, für 6 Monate = 0,632 % sowie 1,142 % für 12 Monate.
  • LIBOR (London Interbank Offered Rate):
    Durchschnittlicher Interbankenzinssatz, zu dem sich eine ausgewählte Gruppe von Banken untereinander Kredite auf dem Geldmarkt (meistens London) gewähren, und zwar für 5 verschiedene Laufzeiten (von einer Nacht bis 12 Monate) und nur noch in 3 verschiedenen Währungen (USA-Dollar, Britisches Pfund und Japanischer Yen). Zum Stand 21. Juli 2022 betrug der LIBOR in der Währung USA-Dollar beispielsweise overnight = 1,56571 %, für einen Monat Laufzeit = 2,25900 %, für 3 Monate = 2,78300 % und für die Laufzeit von einem Jahr = 3,91871 %.
  • EONIA (Euro OverNight Index Average):
    EONIA ist ein durchschnittlicher Zinssatz, zu dem eine Auswahl europäischer Geschäftsbanken Kredite, sogenannte Übernachtliquidität, bei der EZB gewähren, und zwar in Euro, mit der Laufzeit von 1 Tag (bezeichnet auch als eintägiger Euribor-Zinssatz). Der Schlusskurs betrug am 31. Dezember 2021 = ./. 0,505 %.
    Die Alternative zu EONIA ist der ESTER-Zinssatz (Euro Short-Term Rate) als der von der EZB veröffentlichte durchschnittliche Zinssatz zur Gewährung von Krediten in Euro einander zwischen europäischen Finanzinstituten. Der ESTER-Zinssatz betrug am 21. Juli 2022 = ./. 0,584 %.
  • Basiszinssatz (nach § 247 BGB):
    Er wird jeweils zum 1. Januar und 1. Juli eines jeden Jahres durch die Deutsche Bundesbank bestimmt. Der Basiszinssatz beträgt seit 1. Juli 2016 = ./. 0,88 % (vorher 01.01.2015 bis 30.06.2016 = ./. 0,83 %) und liegt somit weiter unter Null Prozent. Bezugsgröße ist der Zinssatz für die Hauptfinanzierungsoperation der EZB im vorangegangenen Halbjahr. Da im 1. Halbjahr 2021 der Hauptrefinanzierungssatz keine Änderung erfuhr, bleibt auch der Basiszinssatz ab 1. Juli 2022 weiterhin auf Höhe von ./. 0,88 % bestehen.
    Der Basiszinssatz dient als Empfehlungsgrundlage für die:
Zu unterscheiden ist auch noch zwischen Nominalzins und Effektivzins. Die Preisangabenverordnung (PAngV) schreibt den Kreditinstituten als Kreditgeber die Angabe der jeweiligen Effektivzinssätze vor.
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