Lohn / Tarif / Rente

Zuschuss-Wintergeld (ZWG)

Das Zuschuss-Wintergeld (ZWG) beträgt 2,50 € und ist lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei. Es wird für jede Ausfallstunde in der gesetzlichen Schlechtwetterzeit (01.12. bis 31.3.) an die gewerblichen Arbeitnehmer im Bauunternehmen gewährt, für deren Ausgleich Arbeitszeitguthaben (aus der Arbeitszeitflexibilisierung) aufgelöst werden. Für diese Arbeitnehmer bzw. Arbeitsstunden ist kein Saison-Kurzarbeitergeld (Saison-Kug) zu zahlen. Durch das ZWG wird zugleich die Ansparung von Arbeitsstunden aus der Arbeitszeitflexibilisierung auf den Arbeitszeitkonten gefördert. In den Betrieben des Baunebengewerbes, wie des Dachdeckerhandwerks beträgt das Zuschuss-Wintergeld ebenfalls 2,50 € je ausgefallene Arbeitsstunde, beispielsweise aber nicht im Gerüstbauhandwerk.
Anspruchsberechtigt sind nur die gewerblichen Arbeitnehmer, nicht jedoch Bezieher von Rente wegen voller Erwerbsminderung und Arbeitnehmer, die schon das Lebensjahr für die Regelaltersrente erreicht haben. Keinen Anspruch haben auch die Poliere, die Angestellte sowie die auf einer Auslandsbaustelle beschäftigten Arbeitnehmer. Gemäß einem Urteil des Bundesarbeitsgerichtes vom 25. Januar 2012 erhalten auch Werkpoliere, Baumaschinen-Fachmeister sowie Ofenwärter im Feuerungsbau kein Zuschuss-Wintergeld. Leben Arbeitnehmer jedoch im grenznahen Ausland und arbeiten bei einem inländischen Bauunternehmen auf einer Inlandsbaustelle, dann haben sie auch Anspruch auf ZWG. Auch können Werkpoliere bei einem Arbeitsausfall aus wirtschaftlichen Gründen ZWG erhalten, jedoch nicht aus witterungsbedingten Gründen.
Der Anspruch auf ZWG ist nicht mehr nur auf witterungsbedingte Ausfallstunden in der gesetzlichen Schlechtwetterzeit beschränkt, sondern kann auch für Ausfallstunden aus wirtschaftlichen Gründen, z. B. Auftragsmangel, in dieser Zeit gewährt werden.
ZWG kann auch für Teilstunden gezahlt werden. Bei Arbeitszeitausfall aus wirtschaftlichen Gründen können alle Teilausfallzeiten, die in einem Kalendermonat anfallen, aufaddiert werden. Witterungsbedingte Teilstunden können jedoch nur dann berücksichtigt werden, wenn an einem Arbeitstag mindestens insgesamt eine Stunde der Regelarbeitszeit ausfällt.
Normalerweise ist ein Arbeitszeitguthaben bei Arbeitszeitflexibilisierung auf maximal 150 Stunden im Anspruchszeitraum (12 Monate) begrenzt. Tritt ein witterungsbedingter oder wirtschaftlicher Arbeitsausfall in der Schlechtwetterzeit von mehr als 150 Stunden ein, so ist der Arbeitnehmer verpflichtet, ein Arbeitszeitguthaben von mehr als 150 Stunden einzusetzen, um Saison-Kurzarbeitergeld zu vermeiden. Dann wird auch nach den Weisungen der Bundesagentur für Arbeit für mehr als 150 Guthabenstunden das ZWG gezahlt. Das gilt auch für den umgekehrten Fall, wenn der Arbeitnehmer bereits sein Arbeitszeitguthaben voll aufgebraucht hat. Ist er bereit, im tariflich zulässigen Rahmen eine Arbeitszeitschuld von 30 Stunden nach § 3 Abs. 1.43 BRTV-Baugewerbe einzubringen, wird ihm ebenfalls ZWG gewährt, wenn dadurch Saison-Kurzarbeitergeld vermieden wird.
Copyright bauprofessor.de Lexikon
Herausgeber: f:data GmbH Weimar und Dresden
Die Inhalte dieser Begriffserläuterung und der zugehörigen Beispiele sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetztes ist ohne Zustimmung der f:data GmbH unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Alle in diesem Werk enthaltenen Angaben, Ergebnisse usw. wurden von den Autoren nach bestem Wissen erstellt. Sie erfolgen ohne jegliche Verpflichtung oder Garantie der f:data GmbH. Sie übernimmt deshalb keinerlei Verantwortung und Haftung für etwa vorhandene Unrichtigkeiten.
Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem Werk berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namen im Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären und daher von jedermann benutzt werden dürfen.

Verwandte Fachbegriffe

ZWG
ZWG ist die Abkürzung für Zuschuss-Wintergeld. Es beträgt beträgt 2,50 € und wird für jede Ausfallstunde in der gesetzlichen Schlechtwetterzeit (01.12. bis 31.3.) an die gewerblichen Arbeitnehmer in Unternehmen des Bauhauptgewerbes im Geltungsbereic...
Wintergeld
Seit 2006 gelten besondere Regelungen zur Förderung der ganzjährigen Beschäftigung im Baugewerbe. Damit kann ein Beschäftigungsrückgang in den Wintermonaten im Baugewerbe weitestgehend vermieden werden. Neben dem Saison-Kurzarbeitergeld sind es weite...
Winterbau-Merkblatt
Jährlich jeweils vor dem Winter wird vom Zentralverband für das Deutsche Baugewerbe e. V. ein „Winterbau-Merkblatt“ herausgegeben. Enthalten sind detaillierte Aussagen zur Winterbauförderung als Förderung der ganzjährigen Beschäftigung im Baugewerbe,...
Winterbauumlage
Als Winterbauumlage galt allgemein eine Umlage, die von den Bauunternehmen monatlich erfolgt und zum Ausgleich von Mehraufwendungen für die Beschäftigung im Winter dienen sollte. Ab 1. Mai 2006 traten neue Regelungen in Kraft, die der Förderung der g...
Winterbau
In Verbindung mit dem Winter als witterungsbedingte Zeit sind zu betrachten: Winterbaumaßnahmen für die Bauvorbereitung und -ausführung auf Baustellen und Maßnahmen zur Förderung der ganzjährigen Beschäftigung im Baugewerbe in der gesetzlichen Schle...
Förderung der ganzjährigen Beschäftigung im Baugewerbe
Ab dem Winter 2006/07 wurde die Winterbauförderung weiter entwickelt mit der Zielrichtung, eine ganzjährige Beschäftigung in der Bauwirtschaft zu erreichen und zu sichern und zwar in der gemeinsamen Verantwortung von Arbeitslosenversicherung, Arbeitg...
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, verwenden wir Cookies. Einige dieser Cookies sind erforderlich für den reibungslosen Ablauf dieser Website, andere helfen uns, Inhalte auf Sie zugeschnitten anzubieten. Wenn Sie auf „ Ich akzeptiere“ klicken, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Individuelle Cookie-Einstellungen Ich akzeptiere