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Baulicher Holzschutz - Maßnahmen gegen Holzschädlinge wie Hausschwamm und Hausbock

von Friedrich Minkus
Holz ist als Baumaterial trotz moderner Alternativen nach wie vor sehr gefragt. Als organisches Material weist es, wenn nachhaltig angebaut, eine hervorragende ökologische Bilanz auf. Auch in bautechnischem Verhalten (Tragwerk, Brandverhalten, Wärmedämmschutz, Feuchtigkeitsverhalten, Schallschutz, etc.) ist der vermutliche älteste Baustoff vielfältig im Bauwesen einsetzbar. Jedoch machen die spezifischen Eigenschaften des Baumaterials Holz eine Auseinandersetzung mit den bewährten Bauregeln unerlässlich. Nur so ist ein dauerhafter Holzschutz zu gewährleisten. Jüngere Baustoffinnovationen wie Holzwerkstoffe als Plattenwerkstoffe für Bekleidungen und Wärmedämmung sowie Leimholzkonstruktionen haben den Einsatzbereich des Baustoffes Holz ausgeweitet. Die Anforderungen an die Planung und Ausführung werden allerdings nicht geringer.

Regelwerke und weiterführende Literatur

Eine gute Annäherung an das Thema Holz als Baustoff findet sich in der Einteilung in Gebrauchsklassen. Diese rangieren von 0 – für innen verbautes, keinen Holzschädlingen ausgesetztes Holz – bis zu 4 – Holz unter permanenter Befeuchtung oder mit Erdkontakt –.
Die beim Holzbau zu beachtenden Regeln bzw. gesetzlichen Vorgaben sind zu finden unter anderem in:
  • VOB Teil C:
    • DIN 18334 Zimmer- und Holzbauarbeiten
    • DIN 18355 Tischlerarbeiten
    • DIN 18356 Parkettarbeiten
    • DIN 18351 Vorgehängte hinterlüftete Fassaden
  • DIN 1052 Holzbauwerke – Berechnung und Ausführung
  • DIN 4074-1 Sortierung von Nadelholz nach Tragfähigkeit – Teil 1: Nadelschnittholz
  • DIN 68705-2 Sperrholz – Teil 2: Stab- und Stäbchensperrholz für allgemeine Zwecke
  • DIN EN 300 Platten aus langen, flachen, ausgerichteten Spänen (OSB) – Definitionen, Klassifizierung und Anforderungen
  • DIN EN 13986 Holzwerkstoffe zur Verwendung im Bauwesen – Eigenschaften, Bewertung der Konformität und Kennzeichnung
  • DIN EN 622 Faserplatten
  • DIN EN 13171 Wärmedämmstoffe für Gebäude – Werkmäßig hergestellte Produkte aus Holzfasern (WF) – Spezifikation
  • DIN 68800 Holzschutz
  • den WTA-Merkblättern:
    • Referat 1 Holz / Holzschutz:
      • WTA-Merkblatt 1-2 "Der Echte Hausschwamm"
      • WTA-Merkblatt 1-4 "Baulicher Holzschutz in der Denkmalpflege, Teil 2: Dachtragwerke"
    • Referat 8 Fachwerk / Holzkonstruktionen:
      • WTA-Merkblatt 8-4 "Außenbekleidungen"
      • WTA-Merkblatt 8-8 "Tragverhalten von Fachwerkbauten"
      • WTA-Merkblatt 8-14 "Ertüchtigung von Holzbalkendecken – Balkenköpfe"

Fehlerquellen im Holzschutz

Häufige Fehlerquellen im Holzschutz bestehen unter anderem in einer mangelnden Beachtung der spezifischen Eigenschaften und Anforderungen gegebener Holzarten und Holzwerkstoffe, sowie einer fehlenden Berücksichtigung der klimatischen Bedingungen des Einsatzortes. Häufig zu sehen sind zudem Schäden durch eine übergroße Durchbiegung im Rahmen einer Überlastung etwa bei Umbauten. Besondere Schadensquellen sind Holzzerstörer, also Pilze und Insekten, die die Wichtigkeit der Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Bautechnik und insbesondere die Vermeidung von Nässeschäden verdeutlichen.

Hausbock

Der aus dem Mittelmeergebiet stammende, etwa zentimetergroße Käfer ist ein besonders gefährlicher und deswegen in einigen Bundesländern meldepflichtiger Holzschädling, denn die Anzeichen eines Befalls beschränken sich auf Fraßgeräusche und frische Ausflugslöcher zudem hinterlässt der Hausbock keine Ausmehlung. Eine Befallsfestellung gestaltet sich schwierig. Entgegenwirkende Maßnahmen bestehen aus chemischer Bekämpfung, Begasung und Verwendung von Mikrowellen mittels Magnetron mit angeschlossenem Heizstrahler.

Hausschwamm

Schäden durch Hausschwamm in einem Gebäude
Schäden durch Hausschwamm in einem Gebäude
Bild: © Friedrich Minkus
Echter Hausschwamm ist ein tückischer Holzschädling aufgrund seiner Fähigkeit, auch trockenes bzw. minimal feuchtes Holz zu befallen. Um das sich schnell ausbreitende Mycel zu entfernen, ist eine Trockenlegung des Mauerwerks und ein Austausch der Holzkonstruktion bis 1,5 Meter um den Befall herum notwendig. Bei fortgeschrittenem Befall ist oftmals ein vollkommener Austausch der Holzkonstruktion nicht zu vermeiden. Pilzreste können Trockenheit Jahrzehnte überdauern.
Autor:
Friedrich Minkus, öbuv Sachverständiger und
Inhaber des Gutachter- und Sachverständigenbüros GSB Experten
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