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Spritzbewurf

Allgemein

Spritzbewurf wird auch als Vorspritz oder Vorspritzer bezeichnet. Er bildet die unterste Schicht beim Verputzen - danach folgen Unter- und Oberputz. Er soll die Saugkraft des Untergrundes egalisieren, die Haftung der folgenden Putzschichten sicherstellen und deren Reißen verhindern.

Zusammensetzung und Verarbeitung

Spritzputz besteht aus einer Mischung aus Bindemittel (meist Zement), gebrochenem Sand, Wasser und haftverbessernden Zuschlägen, z. B. einer Haftemulsion. Er ist sehr dünnflüssig und wird deshalb als dünne Schicht von unten nach oben mit der Kelle aus dem Handgelenk auf den Untergrund angeworfen, mit einem dicken Quast angeschleudert oder maschinell angespritzt. Durch die, der Bewegung beim Anwerfen, Anschleudern oder Anspritzen innewohnende, mechanische Energie dringt der flüssige Vorspritzer sehr gut in die Poren des Untergrundes ein, vergrößert die Untergrundoberfläche und sichert so die gute Haftung der folgenden Putzlagen.
Vorspritzer wird maschinell angespritzt
Vorspritzer wird maschinell angespritzt Bild: © Dmitry Kalinovsky, 123RF.com

Anwendungsbereiche

Bei der Anwendung von Spritzbewurf werden drei Bereiche in Abhängigkeit von der Saugfähigkeit des Untergrundes unterschieden:
  1. zu glatte, zu wenig saugende Untergründe,
  2. zu saugfähige Untergründe,
  3. Untergründe aus unterschiedlich stark saugenden Materialien.
Je nach der Eigenschaft des Untergrundes wird der Spritzbewurf unterschiedlich aufgetragen und verarbeitet.

Spritzbewurf auf glatten, wenig saugenden Untergründen

Ist ein Untergrund sehr glatt und wenig saugfähig, wie z. B. verdichteter Beton, soll der Spritzputz in erster Linie die Haftfähigkeit der folgenden Putzschichten gewährleisten. Er wird daher mit grobkörnigem Sand gemischt, was eine gute Verzahnung mit dem folgenden Unterputz ermöglichen soll. Die Betonwand wird vor dem Auftragen des Spritzputzes angefeuchtet und der Vorspritzer dann netzförmig, kreuz und quer aufgespritzt, bis ca. 60 % der Betonwand bedeckt sind.

Spritzbewurf auf sehr saugfähigen Untergründen

Besteht der Untergrund z. B. aus historischen Baustoffen, wie Lehmsteinen oder niedrig gebrannten Ziegeln (Weichbrandziegeln), so ist er sehr saugfähig. Der Spritzbewurf dient hier als vollflächige Ausgleichsschicht, die einen zu schnellen Wasserentzug des Untergrundes aus den folgenden Putzlagen verhindern soll. Damit soll der Rissbildung des Unter- und Oberputzes entgegengewirkt werden.

Spritzputz bei Untergründen aus unterschiedlich stark saugenden Materialien

Besteht der Putzuntergrund aus verschiedenen Materialien, die unterschiedliche Eigenschaften in Bezug auf die Saugfähigkeit haben, wird der Vorspritzer ebenfalls als vollflächige Ausgleichsschicht aufgetragen, also z. B. aufgespritzt oder angeworfen, geglättet und lotrecht abgezogen. Danach folgen Unter- und Oberputz, die nun nach der Egalisierung der verschieden stark saugenden Untergründe auch gleichmäßig aufgetragen werden können, ohne dass eine Rissbildung beim Trocknen zu befürchten ist.
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Region Preisangaben netto (ohne USt.) für Region: Dortmund

Aktuelle Normen und Richtlinien zu "Spritzbewurf"

Ausgabe 2023-06
Diese Norm gilt für angemörtelte Fliesen oder Platten als Außenwandbekleidung von Bauwerken und Bauteilen.Diese Norm wurde vom DIN-Normenausschuss Bauwesen (NABau), Arbeitsausschuss NA 005-09-35 AA „Angemörtelte Außenwandbekleidungen“, im DIN erarbei...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2005-04
Diese Vornorm gilt für die Verwendung von Putzen nach DIN EN 998-1 auf Wänden und Decken von Baukörpern, die den geltenden Normen entsprechen und kann sinngemäß auch auf ähnliche Putzgründe, z. B. bei Altbauten, angewendet werden. Diese Vornorm wurde...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 18515-1 (2023-06)
5.1 Anforderungen an Außenwände Die Außenwand/Wandkonstruktion als Ansetzfläche muss so beschaffen und geplant sein, dass sie das Eigengewicht der Bekleidung, die Windlasten und die Kräfte aus Verformungen auf den tragenden Teil des Bauwerks oder Bau...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN V 18550 (2005-04)
Eine Putzlage wird in einem Arbeitsgang durch eine oder mehrere Schichten des gleichen Mörtels bzw. des Beschichtungsstoffes (einschließlich des erforderlichen Grundanstrichs) hergestellt. Es gibt ein- und mehrlagige Putze. Untere Lagen werden Unterp...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN V 18550 (2005-04)
12.1 SanierputzMit der Abkürzung R werden in DIN EN 998-1 Sanierputzmörtel beschrieben. Es handelt sich um Eignungsprüfungsmörtel zum Verputzen feuchter salzhaltiger Mauerwerke. Diese Mörtel weisen eine hohe Porosität und Wasserdampfdiffusion sowie e...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 18515-2 (1993-04)
Der Ansetzgrund muss frei von Staub, Trennmitteln, Mörtelresten, Ausblühungen und Verunreinigungen sein.7.1 SpritzbewurfVor dem Auftrag des Unterputzes ist auf den Untergrund ein Spritzbewurf als Haftbrücke aufzubringen. Er ist vollflächig deckend — ...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN EN 13914-1 (2016-09)
Die mögliche Vorbehandlung des Putzgrundes ist vom Saugverhalten der Oberfläche, der Festigkeit des Putzgrundes und dem festgelegten Putzmaterial abhängig. In Tabelle 5 werden allgemeine Hinweise zu den verschiedenen Arten von Putzgründen gegeben, di...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 18515-1 (2023-06)
Für die Anwendung dieses Dokuments gelten die folgenden Begriffe.DIN und DKE stellen terminologische Datenbanken für die Verwendung in der Normung unter den folgenden Adressen bereit: DIN-TERMinologieportal: verfügbar unter https://www.din.de/go/din-...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 18515-2 (1993-04)
4.1 Keramische Werkstoffe mit Anforderungen nach DIN 105 Teil 1 für Vormauerziegel und Klinker4.2 Kalksandsteinverblender, mit Anforderungen nach DIN 106 Teil 24.3 Betonwerkstein mit Anforderungen nach DIN 181534.4 Naturwerkstein, nach DIN 18516 Teil...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN EN 13914-2 (2016-09)
6.2.1 Vorgesehene Funktionen und Eigenschaften des InnenputzsystemsEin Innenputzsystem sollte eine oder mehrere der folgenden allgemeinen Funktionen oder Eigenschaften erfüllen: gegebenenfalls vorhandene kleinere Unebenheiten des Putzgrundes ausglei...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 18550-2 (2018-01)
Es gilt DIN EN 13914-2:2016-09, mit folgenden Ergänzungen:Siehe auch Abschnitt 4.2.7.Fallweise genügt ein Sanierputzmörtel nach DIN EN 998-1 höheren Belastungen feuchter, salzhaltiger Untergründe nicht. Gegebenenfalls wird dann die Anwendung von Sani...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 18550-1 (2018-01)
Es gilt DIN EN 13914-1:2016-09, mit folgenden Ergänzungen:Siehe auch Abschnitt 5.1.6.Fallweise genügt ein Sanierputzmörtel nach DIN EN 998-1 bei höheren Belastungen feuchter und salzhaltiger Untergründe nicht. Gegebenenfalls wird dann die Anwendung v...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm

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STLB-Bau Ausschreibungstext:
Volldeckender Spritzbewurf aus Zement-Putzmörtel, auf Innenwand, innen, Untergrund Mauerwerk, Arbeitshöhe der zu bearbeitenden oder zu bekleidenden Fläche bis 3,5 m über der Standfläche des hierfür erforderlichen Gerüstes....
Abrechnungseinheit: m2
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