Im vierten Teil der Serie „Abdichtung in Innenräumen“ erklärt Mario Heinl, Fachleiter für Abdichtungstechnik, worauf bei Abdichtungen mit Bahnen unter Fliesen und Platten zu achten ist.
Anwendungsbereich und Systemaufbau
Die DIN 18534-5 behandelt die Abdichtung von Innenräumen mit bahnenförmigen Abdichtungsstoffen im Verbund mit Fliesen und Platten (AIV-B). Dabei handelt es sich um dünne, industriell hergestellte Abdichtungsbahnen, die direkt unter dem Belag (z. B. Fliesen) verlegt werden. Im Gegensatz zu klassischen Abdichtungsbahnen bilden diese Systeme zusammen mit dem Oberbelag ein funktionierendes Abdichtungssystem. Typische Materialien sind Kunststoff- oder Elastomerbahnen, die meist in Rollenform geliefert werden.

Beispielhafter Aufbau eines Bodens im Innenraum mit Abdichtungsbahnen unter Fliesen und Platten.
Bild: © f:data GmbH
Nähte und Anschlüsse
Eines der zentralen Elemente der Ausführung ist die Verarbeitung der Nähte und Anschlüsse. Die Bahnen werden überlappt oder stumpf gestoßen und anschließend dicht verklebt. Die Nähte müssen mit dem im Prüfzeugnis (z. B. abP, ETA) aufgeführten systemkonformen Klebstoff durchgehend auf einer Breite ≥ 50 mm ausgeführt werden. Dies gilt auch für die gestoßene Verlegung mit der Überklebung durch ein Dichtband.
Besonderes Augenmerk erfordern hier:
- Übergänge (Boden / Wand),
- Innen- und Außenecken oder
- Durchdringungen (z. B. Rohranschlüsse).
Hier kommen in der Regel spezielle Dichtbänder, Formteile und Manschetten zum Einsatz, um eine dauerhaft wasserdichte Ausführung sicherzustellen.
Einsatzbereiche
Die Systeme nach DIN 18534-5 können in den Wassereinwirkungsklassen W0-I bis W2-I an Wand- und Bodenflächen und in W3-I nur an Wandflächen nach DIN 18534-1 verwendet werden. In privaten Badezimmern werden sie eher selten verwendet. Bahnenabdichtungen unter Fliesen und Platten kommen vor allem zum Einsatz:
- bei gewerblichen und öffentlichen Anlagen,
- in Hotels,
- in Wellness- und SPA-Bereichen oder
- in Großküchen und anderen gewerblichen Nassräumen.
Herzlichen Dank an Mario Heinl, Dachdeckermeister und Fachleiter für Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik, für die fachliche Unterstützung bei diesem Artikel auf bauprofessor.de.