Buchhaltung / Rechnungswesen

Elektronische Rechnung (eRechnung)

Für eine elektronische Rechnung als ein Dokument, mit dem eine Leistung oder Lieferung abgerechnet wird, ist maßgebend, dass sie
  • in einem strukturierten elektronischen Format (z. B. als pdf-, Text- oder Bilddatei) ausgestellt, übermittelt und empfangen wird und
  • das Format die automatische und elektronische Verarbeitung des Dokuments ermöglicht.
Bereits ab 2004 wurde die elektronische Rechnung in das deutsche Umsatzsteuerrecht aufgenommen.
Dem Unternehmer ist es frei und gestattet, seine Rechnungen elektronisch zu übermitteln wenn:
  • die Übereinstimmung mit dem Original gesichert ist,
  • der Rechnungsinhalt unversehrt gewährleistet ist und
  • der Rechnungsempfänger der elektronischen Übermittlung zustimmt, wobei dazu keine besondere Form vorgeschrieben ist.
Die Zustimmung kann in verschiedener Form erfolgen, beispielsweise:
  • in den Vertrags- bzw. Geschäftsbedingungen des Leistenden oder
  • durch Anklicken eines dafür vorgesehenen Feldes in der elektronischen Rechnung.
Die elektronische Rechnung muss auch die Rechnungsangaben, wie sie nach § 14 Umsatzsteuergesetz (UStG) vorgeschrieben sind, gewährleisten. Nach § 14 UStG wird die umsatzsteuerliche Gleichstellung von Papierrechnungen und elektronischen Rechnungen umgesetzt. Die elektronische Rechnung ist technologieneutral auszuführen. Ein bestimmtes Übermittlungsverfahren ist nicht vorgeschrieben. Ein Unternehmen kann aber auch weiterhin die Anforderungen mit qualifizierter elektronischer Signatur fortführen.
Auf jeden Fall sind als Anforderungen die Identität des Rechnungsausstellers und die Echtheit der Herkunft einer Rechnung zu sichern. Die Unternehmer können selbst festlegen, wie sie das erreichen.
Beim Aussteller sind die Unversehrtheit des Inhalts und die Lesbarkeit durch innerbetriebliche Kontrolle zu gewährleisten, sofern keine qualifizierte elektronische Signatur verwendet wird. Das soll durch ein eigenes Kontrollverfahren erreicht werden. Ein gut gestaltetes und organisiertes Rechnungswesen wird dafür eine ausreichende Grundlage liefern. Unabhängig von der Form der elektronischen Rechnungslegung muss auch gesichert werden, dass eine solche Rechnung innerhalb angemessener Zeit mit Bezug auf § 145 Abgabenordnung (AO) für das Finanzamt auch nachprüfbar ist.
Elektronische Rechnungen sind ebenfalls wie Papierrechnungen für die Dauer der Aufbewahrung von Unterlagen zu behandeln. Die erhaltenen Rechnungen sind im Original 10 Jahre lang aufzubewahren, und zwar in der Form, wie sie empfangen wurden. Eine als pdf-Datei empfangene Rechnung darf beispielsweise nicht in ausgedruckter Form aufbewahrt werden. Die elektronischen Rechnungen sind auf einem Datenträger, z. B. auf einer CD-ROM, zu speichern. Änderungen dürfen nachträglich nicht mehr möglich sein.
Kommt das Unternehmen der Aufbewahrungspflicht nicht ordnungsgemäß nach, kann dies mit einer Geldbuße bis 5.000 € nach § 26 Abs. 1 und 2 Umsatzsteuergesetz geahndet werden.
Die Finanzbehörden dürfen nicht mehr nur bei einer Außenprüfung, sondern bereits im Rahmen einer unangekündigten Umsatzsteuer-Nachschau auf Grundlage des Datenzugriffs prüfen.
Änderungen sind künftig vorgesehen für Rechnungen an öffentliche Auftraggeber. Grundlage ist die "Verordnung über die elektronische Rechnungsstellung im öffentlichen Auftragswesen des Bundes (ERechV) vom 13. Oktober 2017 (in BGBl. I S. 3555)". Nach § 3 ERechV müssen Rechnungsaussteller Rechnungen gegenüber Rechnungsempfängern ab 27. November 2020 in elektronischer Form (Datenformat "X-Rechnung") ausstellen und übermitteln. Verbunden sind damit zusätzliche Pflichtangaben in der Rechnung und weitere formale Anforderungen.
25.09.2018
Copyright bauprofessor.de Lexikon
Herausgeber: f:data GmbH Weimar und Dresden
Die Inhalte dieser Begriffserläuterung und der zugehörigen Beispiele sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetztes ist ohne Zustimmung der f:data GmbH unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Alle in diesem Werk enthaltenen Angaben, Ergebnisse usw. wurden von den Autoren nach bestem Wissen erstellt. Sie erfolgen ohne jegliche Verpflichtung oder Garantie der f:data GmbH. Sie übernimmt deshalb keinerlei Verantwortung und Haftung für etwa vorhandene Unrichtigkeiten.
Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem Werk berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namen im Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären und daher von jedermann benutzt werden dürfen.

STLB-Bau Ausschreibungstexte zu "Elektronische Rechnung (eRechnung)"

Aktuelle, VOB-konforme und herstellerneutrale Ausschreibungstexte direkt für Ihre Ausschreibung oder Angebotserstellung.

Beispiel
Weichenrichtung vor Beginn der Arbeiten feststellen, Verschiebewerte für die Weichenrichtung festlegen, Längshöhe der Weiche vor Beginn der Arbeiten feststellen, Hebewerte für die Längshöhe der Weiche festlegen, Werte auf den Schwellen mit Ölkreide a...
Abrechnungseinheit: m
Weitere Leistungsbeschreibungen:
STLB-Bau Ausschreibungstexte
Mehr als eine Million Bauleistungen aus 77 Gewerken finden Sie auf

Verwandte Fachbegriffe

Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, verwenden wir Cookies. Einige dieser Cookies sind erforderlich für den reibungslosen Ablauf dieser Website, andere helfen uns, Inhalte auf Sie zugeschnitten anzubieten. Wenn Sie auf „ Ich akzeptiere“ klicken, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Individuelle Cookie-Einstellungen Ich akzeptiere