Buchhaltung / Rechnungswesen

Nutzungsdauer für Computer

Die nach AfA-Tabellen bis 2020 ausgewiesene Nutzungsdauer für Computer von 3 Jahren kann nach den Regelungen im BMF-Schreiben vom 26. Februar 2021 zur „Nutzungsdauer von Computerhardware und Software zur Dateneingabe und -verarbeitung (veröffentlicht im Bundessteuerblatt Teil I)“ im Sinne des § 7 Abs. 1 im Einkommensteuergesetz (EStG) auf eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 1 Jahr verkürzt werden. Die einjährige Nutzungsdauer ist ein Wahlrecht, das eine bilanzielle Abschreibung bereits nach einem Jahr ermöglicht. Die Pflicht zur Abschreibung bereits in einem Jahr besteht jedoch nicht. Die Neuregelung bietet Vereinfachungen, insbesondere auch für während der Coronapandemie angeschaffte Wirtschaftsgüter als Hard- und Software.
Nutzungsdauer für Computer
Bild: © f:data GmbH
Die verkürzte Nutzungsdauer kann angewendet werden für:
  • materielle Wirtschaftsgüter „Computerhardware (einschließlich zugehöriger Peripheriegeräte)“ und
  • immaterielle Wirtschaftsgüter „Betriebs- und Anwendersoftware“.
Ableitend aus dem technischen Fortschritt war die Anpassung an geänderte tatsächliche Verhältnisse ausgerichtet. Sie kann erstmals bei der steuerlichen Gewinnermittlung für Wirtschaftsjahre genutzt werden, die nach dem 31. Dezember 2020 enden. Die einjährige Nutzungsdauer kann auch auf entsprechende Wirtschaftsgüter bezogen werden, die in früheren Jahren angeschafft oder hergestellt wurden und bei denen eine andere als eine einjährige Nutzungsdauer zugrunde lag. Folglich kann ein Restbuchwert, welcher noch weiter abzuschreiben wäre, bereits im Jahr 2021 als Aufwand geltend gemacht werden. Die Regelung zur angepassten Nutzungsdauer gilt auch für Wirtschaftsgüter des Privatvermögens bei einer Einkünfteabrechnung als Einnahmenüberschussrechnung (EÜR).
Im BMF-Schreiben erfolgen unter Tz. II detaillierte Aussagen zum Begriff „Computerhardware“ und den einzubeziehenden Wirtschaftsgütern. Danach wird als „Computer“ ein Gerät bezeichnet, das
  • Logikoperationen ausführt und Daten verarbeitet,
  • in der Lage ist, Eingabegeräte zu nutzen und Informationen auf Anzeigegeräten auszugeben und
  • in der Regel eine Zentraleinheit (ZE) beinhaltet, die die Operationen ausführt. Ist keine ZE vorhanden, muss das Gerät als Client Gateway zu einem Computerserver fungieren, der als Computerverarbeitungseinheit dient.
Im Einzelnen wird im BMF-Schreiben mit Begriffserläuterungen weiter angeführt, welche Wirtschaftsgüter im Rahmen der Computerhardware betroffen sind:
  • Desktop-Computer,
  • Notebook-Computer mit den Unterkategorien wie:
    • Tablet-Computer,
    • Slate-Computer,
    • mobiler Thin-Client,
  • Desktop-Client,
  • Workstation,
  • Mobile Workstation,
  • Small-Scale-Server,
  • Dockingstation als separates Produkt, das an einen Computer angeschlossen wird,
  • Externes Netzteil als ein Gerät, das Strom in niedrigere Spannung umwandelt,
  • Peripherie-Geräte, die zur Ein- und Ausgabe von Daten genutzt werden.
Die Auflistung gilt im Wesentlichen als abschließend. Nach der Regelung wird zugleich auch weiteres Computerzubehör erfasst, beispielsweise Tastaturen, Monitore, externe Festplatten u. a.
Voraussetzung für die Anerkennung als Computerhardware und damit zur Nutzung des Wahlrechts der einjährigen Nutzungsdauer sind die EU-Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung von Computern sowie eine Kennzeichnungspflicht des Herstellers.
Weiterhin wird im BMF-Schreiben unter Tz. II, Nr. 5 angeführt, dass auch die „Software“ im Sinne von „Betriebs- und Anwendersoftware zur Dateneingabe und -verarbeitung“ zu erfassen ist. Dazu gehören ebenfalls die „nicht technisch physikalischen Anwendungsprogramme eines Systems zur Datenverarbeitung sowie neben Standardanwendungen auch auf den individuellen Nutzer abgestimmte Anwendungen“ wie ERP-Software u. a., wobei die Auflistung nicht als abschließend zu betrachten ist.
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