Baukonstruktion

Pfette

Was ist eine Pfette?

Pfetten (auch Dachpfetten genannt) sind traditionell Holzbalken aus Bauholz, wie Fichte und Tanne, die parallel zu First und Traufe verlaufen und die waagerechten Längsträger einer Pfettendach-Konstruktion bilden. Auf den Dachpfetten werden die Dachsparren, die vom First zur Traufe verlaufen, gelagert und mit Klauen oder Nägeln befestigt.
Pfetten können auch als Stahlpfette, als Brettschichtholz-Pfette oder Stahlbeton- und Spannbetonpfette ausgeführt werden.

Die Pfettendach-Konstruktion

Pfettendach-Konstruktionen werden zum Bau von Satteldächern eingesetzt. Mit Pfettendach-Konstruktionen lassen sich im Vergleich zu Sparren- oder Kehlbalkendach-Konstruktionen komplexe Dächer mit Giebeln, großen Dachfenstern, Gauben und verlängerten Dachüberständen realisieren. Zudem lassen sich größere Dach-Spannweiten umsetzen. Dadurch, dass die Dachsparren auf den Pfetten aufliegen, ist es nicht nötig, die Dachsparren paarweise anzuordnen. Beide Dachflächen sind damit statisch unabhängig.
Pfettendach-Konstruktionen sind in schneereichen Regionen häufig, da sie größere Lasten abtragen können als reine Sparrendächer. Traditionell wurde die Pfettendach-Konstruktion im Mittelmeerraum gebaut und in Nord- und Mitteleuropa übernommen, wo bis zum 19. Jahrhundert noch Sparren- und Kehlbalkendach-Konstruktionen vorherrschten.

So funktioniert der Lastenabtrag beim Pfettendach

Die Dachpfetten tragen die waagerecht wirkenden Dachlasten und verteilen sie auf horizontale Ebenen. Sie leiten die senkrechten Dachlasten über die Stützen (auch Pfosten, Auflagen, Pfeiler oder Stiele genannt) in darunter liegende tragende Wände oder Decken ab.

Pfetten-Arten

Je nach ihrer Lage unterscheidet man drei verschiedene Pfetten-Arten. Diese können in den verschiedenen Pfettendach-Konstruktions-Arten vorhanden sein, müssen es aber nicht. Es handelt sich dabei um Firstpfette, Mittelpfetten und Fußpfette.

Die Firstpfette

Die Firstpfette verläuft im First des Dachstuhls. Auf der Firstpfette liegen die Sparrenspitzen auf. Durch dieses Aufliegen ist es nicht notwendig, die Sparren paarweise anzuordnen. Die beiden Dachflächen sind entkoppelt.
Firstpfette auf Pfosten mit Kronenbändern und Dachbalken
Firstpfette auf Pfosten mit Kronenbändern und Dachbalken Bild: © ginasanders, 123RF.com
Die Firstpfette wird durch eine Reihe von Stützbalken im Inneren des Dachstuhls getragen. Über Kopfbänder (auch Bug genannt), kurze Balken im 45° Winkel, die die Pfette mit dem Stiel (Pfosten, Stütze) verbinden, werden die wirkenden Kräfte weitergeleitet und von den Stielen in die darunter befindlichen tragenden Wände abgetragen. Bei Pfettendächern mit einfach stehendem Dachstuhl (bis 10 m Dach-Spannweite) bilden First- und Fußpfetten die Auflagepunkte für die Dachsparren. Firstpfetten kommen auch bei Pfettendächer mit dreifach stehendem Dachstuhl zum Einsatz. Hier werden alle drei Pfetten-Arten verbaut, drei Stützenreihen leiten die Lasten ab. So können Dach-Spannweiten über 14 m realisiert werden.

Die Mittelpfette

Mittelpfetten bilden die gemeinsam mit den Fußpfetten die Auflageflächen für die Dachsparren bei Pfettendächern mit zweifach stehendem Dachstuhl (10 bis 14 m Dach-Spannweite). Die Mittelpfetten in beiden Dachhälften werden jeweils mit einer Reihe Pfosten (Dachstiele) abgestützt. Die Stiele übertragen die senkrechten Lasten in darunter liegende tragende Innenwände oder auf eine tragende Deckenscheibe. Eine Firstpfette ist in dieser Konstruktion nicht nötig.

Die Fußpfette

Die Fußpfetten liegen im Traufbereich einer Dachfläche auf einer Geschossdecke oder einem Drempel. Fußpfetten werden auch als Mauerlatten bezeichnet, wenn sie vollflächig auf der Außenwand aufliegen. In diesem Fall können sie dünner bemessen werden. Die Fußpfetten dienen aber nicht nur als untere Auflagefläche der Dachsparren, sondern bilden auch die Verankerung des Dachstuhls mit dem Mauerwerk. Dazu werden die Fußpfetten mit Flachstahllaschen, Stahlwinkeln oder einbetonierten Ankerschrauben auf der Unterkonstruktion befestigt.
Die Fußpfettenverankerung
Fußpfetten, oder auch Mauerlatten, sind die Verbindung der Dachsparren zu den Hauswänden oder zur obersten Geschossdecke. Dort sind sie nach der Statik fachgerecht zu verankern, um das Dach gegen Winddruck und Windsog zu sichern.
Werden sie auf einen gemauerten Kniestock gelegt, so ist auf diesem ein Ringanker (Betonriegel) zu erstellen, in dem Gewindestangen nach statischen Erfordernissen einbetoniert werden. Auf diese Weise sind die Fußpfetten dauerhaft fest mit dem Haus verbunden.
Die Baustatik gibt die Materialart, deren Dicke, den Abstand zwischen den Ankerstäben und deren Mindestbruchfestigkeit an. Abweichungen von den berechneten Verankerungen sind ohne Genehmigung des Statikers oder Architekten nicht zulässig.
Herzlichen Dank an Maurermeister Josef Reis aus Westerngrund für die fachliche Unterstützung bei diesem Artikel-Absatz auf bauprofessor.de.
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Aktuelle Normen und Richtlinien zu "Pfette"

Ausgabe 2019-06
Dieses Beiblatt enthält Planungsbeispiele zur Verminderung von Wärmebrückenwirkungen. Das Beiblatt stellt Prinzipien von Anschlussdetails aus dem Hochbau dar. Dargestellt werden Planungs- und Ausführungsbeispiele nur unter dem Aspekt des Wärmeschutze...
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Ausgabe 1997-04
Die Toleranzen dieser Norm gelten für vorgefertigte Bauteile aus Beton, Stahlbeton und Spannbeton wie Stützen, Wandtafeln, Decken- und Dachplatten, Binder, Pfetten und Unterzüge. Für Öffnungen und Ebenheitstoleranzen gilt DIN 18202. Werte für zeit- u...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 4108 Beiblatt 2 (2019-06)
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Auszug im Originaltext aus DIN 4108 Beiblatt 2 (2019-06)
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DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 4108 Beiblatt 2 (2006-03)
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Auszug im Originaltext aus DIN 4108 Beiblatt 2 (2006-03)
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- DIN-Norm im Originaltext -
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Auszug im Originaltext aus DIN 1055-1 (2002-06)
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- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN EN 1991-1-1/NA (2010-12)
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- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 4108 Beiblatt 2 (2019-06)
Es sind alle linienförmigen Wärmebrücken zu berücksichtigen. Hierzu zählen alle geometrischen und stofflichen oder materialbedingten sowie konstruktiven Wärmebrücken. Bei der energetischen Betrachtung können folgende Anschlusssituationen vernachlässi...
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DIN-Norm
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Der Luftzwischenraum muss zur Durchdringung hin durch nichtbrennbare Baustoffe (z. B. Mauerwerk) in einer Dicke von mindestens 0,12 m abgeschottet werden. Sind diese Baustoffe dünner als 0,12 m, ist zusätzlich auf der Seite zum Luftzwischenraum eine ...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm

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Pfette als Fertigteil DIN EN 13369 und DIN EN 13225, Rechteckquerschnitt, Höhe '50' cm, Breite '30' cm, Länge '13' m, als Stahlbeton, Normalbeton C 30/37 DIN EN 206, DIN 1045-2, natürliche Gesteinskörnung, mit Aufkantungen, werden gesondert vergüt...
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