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Maueranker

Ein Maueranker ist ein metallisches Befestigungselement, das Mauerwerk oder andere Bauteile miteinander verbindet und so die Stabilität des Gebäudes erhöht.

Was ist ein Maueranker?

Ein Maueranker ist ein Ergänzungsbauteil zur Verbindung von Mauerwerk mit anderen Bauteilen, von benachbarten Mauerwerksabschnitten oder Mauerwerksanschlüssen, z. B. Ecken, an denen zwei gemauerte Wände aufeinandertreffen.
Je nach Ausführung können Maueranker Kräfte zwischen den verbundenen Bauteilen übertragen oder Bewegung zwischen ihnen ermöglichen.
Maueranker bestehen in der Regel aus Stahl und können z. B. als Draht-, Flachstahl- oder Plattenanker sowie mit Gewinde ausgebildet sein. Ihre Form und Befestigungsart richten sich nach den zu verbindenden Bauteilen und der Konstruktion. Sie können direkt in Mörtelfugen von Mauerwerk eingelegt, einbetoniert oder mit geeigneten Befestigungsmitteln (z. B. Schrauben, Nägel, Bolzen oder Dübel) an einem Bauteil befestigt werden.

Wo werden Maueranker eingesetzt?

Maueranker werden eingesetzt, wenn Mauerwerksanschlüsse hergestellt, Mauerwerk mit einem anderen Bauteil oder mehrere Mauerwerksabschnitte miteinander verbunden werden müssen, z. B.:
  • Verbindung von Vor- und Hintermauerschalen
    Maueranker verbinden die Schalen eines zweischaligen Mauerwerks miteinander. Sie überbrücken dabei den dazwischenliegenden Luftraum, der z. B. mit einer Kerndämmung gefüllt sein kann.
  • Verbindung von Mauerwerkswänden
    Maueranker können zur Verbindung von Mauerwerkswänden an Ecken oder in Anschlussbereichen (Mauerwerksanschlüsse) eingesetzt werden. Je nach Konstruktion können sie auch Bewegungsunterschiede zwischen den Bauteilen aufnehmen.
  • Verbindung von Mauerwerk mit anderen Bauteilen
    Maueranker können Mauerwerkswände mit angrenzenden Bauteilen wie Wänden, Decken, Trägern oder Stützen verbinden, z. B. aus Beton oder Rahmenkonstruktionen aus Holz.
  • Verbindung und Sicherung im Bestand
    Maueranker kommen bei historischen Gebäuden und Konstruktionen (z. B. Kirchen, Türmen oder Fachwerkhäusern) zur Sicherung und Verbindung von Mauerwerkskonstruktionen vor. Maueranker können nachträglich in Konstruktionen von Bestandsgebäuden angebracht werden und diese stabilisieren. Zudem können historische Maueranker zusätzlich als sichtbare, dekorative Elemente ausgebildet sein.
Maueranker werden eingesetzt, um Mauerwerk mit anderen Bauteilen wie z. B. Wänden oder Trägern zu verbinden und so die Stabilität von Bauwerken zu gewährleisten.
Maueranker werden eingesetzt, um Mauerwerk mit anderen Bauteilen wie z. B. Wänden oder Trägern zu verbinden und so die Stabilität von Bauwerken zu gewährleisten. Bild: © f:data GmbH

Funktionen von Mauerankern

Maueranker übernehmen je nach Einsatzbereich und Ausbildung unterschiedliche Funktionen, z. B.:
  • Verbindung
    Maueranker verbinden Mauerwerk untereinander oder mit angrenzenden Bauteilen. Je nach Ausbildung können sie Zug-, Schub- oder Druckkräfte zwischen den verbundenen Bauteilen übertragen.
  • Stabilisierung
    Durch die Verbindung von Bauteilen tragen Maueranker zur Stabilisierung der Gesamtkonstruktion bei. Sie sichern z. B. Außenwände und Fassaden gegen Kippen oder Verschieben und leiten einwirkende Lasten, wie Winddruck, in angrenzende, tragende Bauteile weiter.
  • Kraftübertragung
    Maueranker ermöglichen eine sichere, gezielte Übertragung von Kräften zwischen miteinander verbundenen Bauteilen. Welche Kräfte übertragen werden, hängt von der Ausbildung des Mauerankers, seiner Befestigung und der Konstruktion ab.
  • Ausgleich von Bewegungsunterschieden
    Einige Maueranker sind so ausgebildet, dass sie Bewegungen zwischen verbundenen Bauteilen zulassen oder ausgleichen (z. B. Gleitanker). Dadurch können Verformungen durch Temperaturänderungen oder unterschiedliches Verhalten von Bauteilen aus verschiedenen Materialien ausgeglichen und Spannungen in der Konstruktion reduziert werden.

Arten von Mauerankern

Maueranker können nach verschiedenen Merkmalen unterschieden werden. Dazu gehören beispielsweise ihre geometrische Ausbildung, Anordnung, Einbausituation und Funktion. Beispiele für Maueranker und deren Anforderungen werden in der DIN EN 845-1 | 2016-12 festgelegt.

Unterscheidung nach Ausbildung des Ankers

  • Symmetrische Maueranker
    Ein symmetrischer Maueranker ist an beiden Enden in Form und Einspannung gleich ausgebildet und an beiden Enden auf gleiche Weise befestigt. Der Querschnitt des mittleren Bereichs zwischen den Enden kann symmetrisch oder asymmetrisch sein.
  • Asymmetrisch
    Ein asymmetrischer Maueranker weist an den Enden entweder eine unterschiedliche physikalische Ausbildung über die Einbindelänge auf oder wird an beiden Enden unterschiedlich befestigt (auch bei physikalisch identischen Enden). Der mittlere Bereich kann ebenfalls symmetrisch oder asymmetrisch sein.

Unterscheidung nach Einbausituation

  • Horizontale Maueranker
    Horizontale Maueranker werden horizontal oder annähernd horizontal eingebaut und verbinden beispielsweise die Schalen eines zweischaligen Mauerwerks miteinander.
  • Maueranker für Bewegungsunterschiede
    Maueranker für Bewegungsunterschiede sind so ausgebildet, dass sie unterschiedliche Verformungen und Bewegungen zwischen zwei Mauerwerksschalen oder zwischen Mauerwerk und einer Tragkonstruktion aufnehmen können. Dadurch können thermische oder mechanische Verformungen von verbundenen Bauteilen ausgeglichen werden.
  • Maueranker für unterschiedliche Höhenlagen der Fugen
    Maueranker für unterschiedliche Höhenlagen der Fugen sind so geformt, dass er zwei Mauerwerke mit unterschiedlich hohen Fugen miteinander verbinden kann. Das kann beispielsweise bei einem zweischaligen Mauerwerk erforderlich sein, wenn für die beiden Schalen Mauersteine unterschiedlicher Höhe verwendet wurden.

Unterscheidung nach konstruktiver Funktion

  • Luftschichtanker
    Luftschichtanker verbinden zwei Mauerwerksschalen oder eine Mauerwerksschale mit einer Tragkonstruktion über einen Luft- oder Zwischenraum. Je nach Ausbildung können sie auch Bewegungsunterschiede zwischen den verbundenen Bauteilen aufnehmen oder unterschiedlich hohe Fugen überbrücken.
    Zum Schutz vor einer Wasserübertragung vom Vormauerwerk zum Hintermauerwerk können die Anker mit einer Tropfnase oder einem Tropfteller ausgebildet sein.
  • Schubanker
    Schubanker dienen der Übertragung von Schubkräften zwischen benachbarten Mauerwerksabschnitten oder zwischen Mauerwerk und einem angrenzenden Bauteil.
  • Einschubanker
    Bei einem Einschubanker wird ein Ende des Ankers in eine dafür vorgesehene Nut (längliche Vertiefung in oder an einem Bauteil) eingeschoben, während das andere Ende am Mauerwerk befestigt wird. Der Einschubanker ermöglicht eine bewegliche Verbindung zwischen den Bauteilen und kann Spannungen reduzieren.
  • Gleitanker
    Gleitanker ermöglichen eine kontrollierte Verschiebung zwischen den verbundenen Bauteilen. Dabei können sie Kräfte übertragen und Bewegungsunterschiede in Längsrichtung des Ankers aufnehmen. Dadurch werden Bewegungen, beispielsweise durch unterschiedliches Verformungsverhalten der verbundenen Bauteile, möglich, ohne dass Schäden an der Konstruktion entstehen.
Daria Kern
Ein Artikel von
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Aktuelle Normen und Richtlinien zu "Maueranker"

Ausgabe 2016-12
Diese Norm legt Anforderungen an Maueranker, Zugbänder, Auflager und Konsolen zur Verbindung von Bauteilen aus Mauerwerk untereinander und zur Verbindung von Mauerwerk mit anderen Teilen von baulichen Anlagen und Gebäuden einschl. Wänden, Geschossdec...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2012-01
Dieser Nationale Anhang enthält die speziellen Parameter für die Anwendung von DIN EN 1996-2 in Deutschland sowie Verweisungen auf zusätzliche, nicht im Widerspruch zu DIN EN 1996-2 stehende nationale Regeln für die Ausführung von Mauerwerk.*Dieser n...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2013-02
Diese Norm behandelt die allgemeinen Grundlagen für den Entwurf, die Berechnung und Bemessung von Hochbauten und Ingenieurbauwerken mit unbewehrtem und bewehrtem Mauerwerk, bei dem die Bewehrung eingesetzt wird, um die Duktilität und die Festigkeit z...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 1996-11
Diese Norm gilt für die Berechnung und Ausführung von Mauerwerk aus künstlichen und natürlichen Steinen. Sie wurde vom Normenausschuss Bauwesen (NABau), Fachbereich 06 "Mauerwerksbau", Arbeitsausschuss 06.30.00 "Rezept- und Ingenieurmauerwerk" erarbe...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN EN 845-1 (2016-12)
...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN EN 845-1 (2016-12)
... ...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN EN 845-1 (2016-12)
5.3.2.1 AllgemeinesDie deklarierte Tragfähigkeit eines Balkenauflagers ist als die niedrigste, erforderlichenfalls gesondert ermittelte Tragfähigkeit der Teile des Ankers anzunehmen, z. B. die Tragfähigkeit der Verankerungen, die Tragfähigkeit des Au...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN EN 845-1 (2016-12)
5.3.4.1 AllgemeinesDie deklarierte Tragfähigkeit eines Zugbandes ist als die niedrigste, erforderlichenfalls gesondert ermittelte Tragfähigkeit der Teile des Ankers anzunehmen, z. B. die Tragfähigkeit der Verankerung, die Tragfähigkeit des Rückhaltet...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN EN 845-1 (2016-12)
... ANMERKUNG Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist die Wärmedämmung nicht dargestellt....
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN EN 845-1 (2016-12)
5.2.1 Messverfahren und Genauigkeit Die Maße sind mit einer kalibrierten Messvorrichtung, die eine Fehlergrenze von ± 1 % erreicht, zu bestimmen.5.2.2 Länge, zulässiger Schalenabstand, Verankerung und Befestigungsmittel (Anzahl, Größe und Anordnung) ...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN EN 1996-1-1 (2013-02)
(1)P Bei der Berechnung der Tragfähigkeit von Mauerankern muss Folgendes berücksichtigt werden: Der Verformungsunterschied zwischen den verbundenen Bauteilen, wie z. B. bei Verblendschicht und Hintermauerung infolge Temperaturdifferenzen, Feuchteänd...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 1053-1 (1996-11)
8.4.3.1 Konstruktionsarten und allgemeine Bestimmungen für die Ausführung Nach dem Wandaufbau wird unterschieden nach zweischaligen Außenwänden mit Luftschicht, mit Luftschicht und Wärmedämmung, mit Kerndämmung, mit Putzschicht. Bei Anordnung einer N...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN EN 1996-2/NA (2012-01)
ANMERKUNG In diesem Anhang sind Festlegungen aus unterschiedlichen Teilen von DIN EN 1996 zusammengeführt, um eine übersichtliche Darstellung ohne neu zu treffende Festlegungen zu gewährleisten.NA.D.1 Allgemeine Bestimmungen für die Ausführung (1) De...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN EN 845-1 (2016-12)
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DIN-Norm

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Drahtanker DIN EN 1996-2, aus nichtrostendem Stahl, Einbau in Außenwand, beim Aufmauern in Hintermauerung einlegen, Höhe über Gelände bis 12 m, Schalenabstand 120 mm....
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