13.05.2021 | Baustoff / Werkstoff / Produkt

Carbonbetongebäude CUBE in Dresden - Teilabnahme des ersten Bauabschnitts

Der erste Bauabschnitt „Rohbau-BOX“ des Carbonbetongebäudes CUBE ist fertig. Nun folgt die Herstellung der geschwungenen Dach-Wandkonstruktion "TWIST". Diese mehrschichtige Schalenkonstruktion wird sowohl Tragschale als auch Wetterschale sein.
Carbongebäude CUBE mit Dach-Wand-Konstruktion TWIST - Entwurf des Architekturbüros HENN
Carbongebäude CUBE mit Dach-Wand-Konstruktion TWIST - Entwurf des Architekturbüros HENN Bild: © Iurii Vakaliuk, TU Dresden, IMB
Die Wände der BOX wurden im Betonwerk Oschatz im konventionellen, halbautomatischen Verfahren für Halbfertigteile hergestellt. Die Fertigteile bestehen aus einem Doppelwandsystem mit 4 cm dünnen carbonbewehrten Betonschalen in Sichtbetonoptik. Die Wandstärke der schlanken Konstruktion wurde durch die Hochleistungsdämmung Slentite® – eine sehr schmale Dämmung aus Aerogelen – des CUBE-Partnerunternehmens BASF weiter reduziert. Auch der Ortbetonkern wurde auf ein Minimum reduziert, um eine Wandstärke von 27 cm zu erreichen. Beide Betonwandschalen sind mit einem Glasfaserbewehrungsstab des C³-Partners Schöck Isolink verbunden. Für die Deckenkonstruktion wurden Fertigteile mit integrierten Hohlräumen mit einer Gesamtstärke d = 25 cm entwickelt und eingesetzt.
Bei der Teilabnahme der BOX (rechts im Bild: Prof. Manfred Curbach)
Bei der Teilabnahme der BOX (rechts im Bild: Prof. Manfred Curbach) Bild: © Stefan Gröschel, IMB, TU Dresden
Der Bauherr und Direktor des Institutes für Massivbau, Professor Manfred Curbach, sagte: „Mit der BOX sparen wir bis zu 50 % der herkömmlichen Betonmenge ein. Zudem handelt es sich um eine sehr leichte Konstruktion, die es uns ermöglicht, ressourceneffizient zu bauen.“
Durch den Einsatz von Carbonbeton ist es nicht nur möglich, enorm viel Material einzusparen, sondern zudem den CO2-Ausstoß zu reduzieren und wertvolle Ressourcen wie Sand, der zunehmend knapp wird, zu schonen.
Der sogenannte CUBE ist als zweistöckiges Gebäude geplant und soll die praktische Anwendung des Verbundwerkstoffes Carbonbeton als wirtschaftliches Bausystem präsentieren. Das Gebäude unterliegt allen notwendigen baurechtlichen Anforderungen. Aufgrund der noch fehlenden Standardisierung wurden diese durch Zustimmungen im Einzelfall erfüllt.
BOX nach der Fertigstellung
BOX nach der Fertigstellung Bild: © Stefan Gröschel, IMB, TU Dresden
„Damit ebnen wir den Weg für künftige Bauprojekte im Bereich der Carbonbetonbauweise“, so die für die Generalplanung zuständige Architektin Marén Kupke von der AIB GmbH – Architekten Ingenieure Bautzen.
Anfang Juni beginnt mit der Herstellung der geschwungenen Dach-Wandkonstruktion namens "TWIST" der nächste Bauabschnitt. Das international tätige Architekturbüro HENN hat den Entwurf zum Carbongebäude CUBE gemacht und schreibt über die Dach-Wand-Konstruktion TWIST, dass diese den "flexiblen Textil-Charakter der Betonfasern durch die fließende Verschmelzung von Decke und Wand in einer einzigen Form" neu interpretiert. TWIST ist eine mehrschichtige Schalenkonstruktion, die sowohl die Funktion der Tragschale als auch die der Wetterschale übernimmt. Zuerst wird eine Schalung aus Holz gefertigt und im nächsten Schritt vor Ort im Spritzverfahren betoniert. Aufgrund der Komplexität und der Größe der TWIST-Elemente von 40 Metern erstreckt sich dieser Prozess voraussichtlich bis Oktober 2021.
Das Bauprojekt CUBE bündelt die einzelnen Forschungsergebnisse aus dem Bauforschungsprojekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung C³ – Carbon Concrete Composite. Es hat zum Ziel, praxistaugliche Bauteile zu konstruieren und herzustellen.
Bauprofessor-Redaktion
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