Bauphysik / EnEV / GEG

Effizienzhaus-Standards nach KfW

Wohngebäuden kommt zur Erreichung klimapolitischer Zielstellungen steigende Bedeutung zu. Sie können nach Energiestandards eingeordnet werden. Speziell von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) wird in Verbindung mit den zu fördernden Maßnahmen ein Standard für Energie-Effizienzhäuser nach den Grenz- bzw. Referenzwerten zum Primärenergiebedarf und Transmissionsverlust nach den Anforderungen in der Energieeinsparverordnung (EnEV) angesetzt, bezogen auf das Ausgangsniveau nach EnEV 2009.

KfW-Energiehaus-Standards nach Primärenergiebedarf

Danach wird für das „KfW-Effizienzhaus 100“ der Primärenergiebedarf mit 100 bzw. 100 % und der Transmissionswärmeverlust mit 115 % des vergleichbaren Referenzhauses mit den Werten nach EnEV 2009 angesetzt und die weiteren KfW-Effizienzhäuser in Relation zu 100 und 115 % gesetzt. Daraus leiten sich die folgenden KfW-Effizienzhäuser ab:
BezeichnungPrimärenergiebedarfTransmissionswärmeverlust
KfW-Effizienzhaus 4040 %55 %
KfW-Effizienzhaus 5555 %70 %
KfW-Effizienzhaus 7070 %85 %
KfW-Effizienzhaus 8585 %100 %
KfW-Effizienzhaus 100100 %115 %
KfW-Effizienzhaus 115115 %130 %
Je kleiner die ausgewiesenen %-Anteile sind, umso größer ist die Energieeffizienz des Effizienzhauses.

Förderprogramme der KfW

Gefördert werden die Effizienzhäuser nach KfW seit 2020 mit Förderprogrammen als Förderkredite, Tilgungs- und Investitionszuschüssen, so für:
  • Neubauten „KfW-Effizienzhaus 40 Plus, 40 und 55“,
  • energetische Sanierung „KfW-Effizienzhaus 40, 70, 85, 100 und 115“ sowie
  • denkmalgeschützte Gebäude, besonders zur erhaltenswerten Bausubstanz der Standard „KfW-Effizienzhaus Denkmal“.
Spezielle Erläuterungen erfolgen hierzu unter:
Effizienzhaus-Standards nach KfW
Bild: © f:data GmbH

Antragsstopp zur Förderung KfW 55 zum 25. Januar 2022

Die Bundesregierung sieht vor, nur noch bis 24. Januar 2022 eingegangene Anträge zur Förderung von Effizienzhäusern zu bearbeiten, zu prüfen und förderfähige noch zu berücksichtigen. Zum 25. Januar 2022 wurde ein Antragsstopp ausgesprochen. Betroffen sind neben der bisherigen Förderung für Neubauten der Effizienzhaus-Standards nach KfW 55 und 40 auch Zuschüsse für energetische Sanierungen. Diese Schritte wurden begründet mit einer Antragsflut noch kurz vor dem Auslaufen der Förderung für den Standard 55 zum 1. Februar 2022, zumal das Effizienzhaus-55 ohnehin Standard am Markt sei. Für das Effizienzhaus-Standard 55 soll daher anschließend keine weitere Förderung vorgesehen werden.

Deckelung KfW 40 und Förderung von Sanierungsprogrammen mit besonderem sozialem Anliegen

Das Förderprogramm zum Effizienzhaus- Standard 40 soll befristet bis zum 31. Dezember 2022 fortgeführt werden, jedoch mit Deckelung von insgesamt einer Milliarde Euro. Sanierungsprogramme sollen weiter gefördert werden, insbesondere Projekte mit hohen Standards und von besonderem sozialen Anliegen. Die Gebäudeförderung soll künftig „neu ausgerichtet werden“. Bauherren und Bauunternehmen brauchen detailliertere Aussagen zu verlässlichen Rahmenbedingungen.

Vorbereitung von Projekten

Nach welchem Energie- bzw. Effizienzhaus-Standard gebaut werden soll, bedarf der Prüfung bereits im Vorfeld in Verbindung mit den Investitionskosten. Zur weiteren Verfolgung von Planungen und Projekten sollte ggf. eine Orientierung auf höhere Effizienz-Standards, beispielsweise auf den Standard 40 erfolgen.
Eine Transparenz und mehr Entscheidungssicherheit hierzu schafft das Online-Portal www.baupreislexikon.de. Im Modul „Bauelemente“ kann für die betreffende Bauweise unmittelbar der gewünschte Energiestandard ausgewählt werden, besonders auch für die einzelnen Standards der KfW-Effizienzhäuser. Preise lassen sich direkt für einzelne Elemente wie Außenwände, Dächer, Fenster u. a. ausweisen. Weiterhin kann über den Online-Dienst des Baupreislexikons auch die passende Konstruktion für konkrete Anforderungen und Werte nach der Energieeinsparverordnung angezeigt werden.
Bauprofessor-Redaktion
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Aktuelle Baupreise zu Effizienzhaus-Standards nach KfW

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Beispiel
von
173,19 €/m2
mittel
182,40 €/m2
bis
194,56 €/m2
Zeitansatz: 0,528 h/m2 (32 min/m2)
Region Preisangaben netto (ohne USt.) für Region: Herzogtum Lauenburg
Weitere Leistungen mit regionalen Baupreisen:
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