Bauphysik / EnEV

Energieeffizient Sanieren (KfW-Förderung)

"Energieeffizient Sanieren“ wird durch Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) als immer wichtigeres Anliegen unterstützt. Es betrifft speziell die:
  • Effizienzhaus-Standards nach KfW für die energetische Sanierung auf Grundlage der geltenden Energieeinsparverordnung (EnEV),
  • „KfW- Effizienzhaus 55, 70, 85, 100 und 115“ im Rahmen des „CO2 – Gebäudesanierungsprogramms des Bundes“ sowie
  • denkmalgeschützte Gebäude, besonders zur erhaltenswerten Bausubstanz der Standard „KfW-Effizienzhaus Denkmal“.
KfW-Effizienzhaus-Standards für Sanierung nach EnEV
KfW-Effizienzhaus-Standards für Sanierung nach EnEV
Bild: © f:data GmbH
Grundlagen hierzu liefert das „Gesetz zur Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 im Steuerrecht vom 21. Dezember 2019 (in BGBl. I, S. 2886)“. Ableitend daraus sei verwiesen auf diesbezügliche Merkblätter der KfW zu „Energieeffizient-Sanieren - Programme 151, 152, 167 und 430 - Kredit“ zur Finanzierung im Rahmen des „CO2-Gebäudesanierungsprogramm des Bundes“. Unter www.kfw.de sind offizielle Informationen zu den neu ab Januar 2020 in Kraft getretenen Fördermaßnahmen zur Energieeffizienz bei Gebäuden und zu wichtigen Änderungen im Überblick zu einem energieeffizienten Sanieren einsehbar, gleichfalls auch zu den förderfähigen Maßnahmen und den dafür maßgeblichen technischen Mindestanforderungen.
Für die Sanierung zu den KfW-Effizienzhäusern oder den Kauf von sanierten Wohnungen steigt der maximale Kreditbetrag ab Januar 2020 um 20.000 € auf insgesamt 120.000 €.
Die Tilgungszuschüsse und Investitionszuschüsse betragen von maximal 120.000 € in % beim:
KfW-Effizienzhaus 55=40 % und je Wohneinheit bis zu 48.000 €,
KfW-Effizienzhaus 70=35 % und je Wohneinheit bis zu 42.000 €,
KfW-Effizienzhaus 85=30 % und je Wohneinheit bis zu 36.000 €,
KfW-Effizienzhaus 100=27,5 % und je Wohneinheit bis zu 33.000 €,
KfW-Effizienzhaus 115=25 % und je Wohneinheit bis zu 30.000 €,
KfW-Effizienzhaus Denkmal=25 % und je Wohneinheit bis zu 30.000 €.
Bei energetischen Einzelmaßnahmen, die keinem KfW-Effizienzhaus-Standard entsprechen, erhöht sich der Tilgungszuschuss um 12,5 %. Der maximale Kreditbetrag bleibt bei 50.000 € und davon 20 % als Tilgungszuschuss sowie je Wohneinheit bis zu 10.000 €.
Für die energieeffiziente Sanierung von Nichtwohngebäuden steigt der Tilgungszuschuss ab Januar 2020 um 10 % und beträgt zu den Effizienzhäusern:
KfW-Effizienzhaus 70=27,5 % und maximal je m² von 275 €,
KfW-Effizienzhaus 100=20 % und maximal je m² von 200 €,
KfW-Effizienzhaus Denkmal=17,5 % und maximal je m² von 175 €,
Einzelmaßnahmen=20 % und maximal je m² von 200 €.
Ab Januar 2020 wird die Heizungsförderung für Einzelmaßnahmen nahezu komplett vom BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) übernommen, demgegenüber Nah- und Fernwärme sowie die Optimierung einer Heizungsanlage weiterhin von der KfW gefördert. Nicht mehr gefördert werden Einzelmaßnahmen für Öl- und Gas-Brennwert-Heizungen. Gefördert werden aber nach dem Programm-167 mit Ergänzungskredit Sanierungen auch Solarthermie- und Biomasse-Anlagen. Bei der Planung eines KfW-Effizienzhauses darf ab 1. Januar 2020 generell kein Wärmeerzeuger mehr auf Basis des Energieträgers Öl eingesetzt werden.
Grundsätzlich werden beim Sanieren nur Maßnahmen gefördert, die für die Ausführung und Funktionstüchtigkeit erforderlich sind, betreffend das Material, den fachgerechten Einbau bzw. die Verarbeitung durch ein jeweiliges Fachunternehmen. Die für Einzelmaßnahmen geltenden technischen Mindestanforderungen, beispielsweise an die Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Werte) der jeweiligen Bauteile, sind einzuhalten.
Die Kreditgewährung der KfW erfolgt ausschließlich über Banken, Sparkassen und Versicherungen, welche für die von ihnen durchgeleiteten Kredite der KfW die Haftung übernehmen. Der Kreditantrag ist dann beim ausgewählten Finanzinstitut vor Beginn des Vorhabens zu stellen. Spätere Umschuldungen und ggf. Nachfinanzierungen werden ausgeschlossen.
Die zu fördernden energetischen Maßnahmen müssen von einem Fachunternehmen des Bauhandwerks ausgeführt werden. In der „Verordnung zur Bestimmung von Mindestanforderungen für energetische Maßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden nach § 35c des Einkommensteuergesetzes (Energetische Sanierungsmaßnahmen- Verordnung – ESanMV) vom 2. Januar 2020 (in BGBl. I, S. 3) werden Bau- Gewerke als Fachunternehmen, die bauliche Maßnahmen durchführen können, z. B. zur Wärmedämmung, Erneuerung von Heizungsanlagen, Lüftungsanlagen u. a., aufgeführt.
Das energieeffiziente Sanieren erfordert eine fachkundige Bauplanung der Sanierungsmaßnahmen bereits im Vorfeld in Verbindung mit den Investitionskosten. Transparenz und mehr Entscheidungssicherheit hierzu schafft das Online-Portal www.baupreislexikon.de. Im Modul „ Bauelemente “ können unmittelbar:
  • der gewünschte Energiestandard für die betreffende Bauweise ausgewählt und
  • Preise direkt für einzelne Elemente wie Außenwände, Dächer, Fenster u. a. ausgewiesen werden.
Weiterhin kann über den Online-Dienst des Baupreislexikons auch die passende Konstruktion für konkrete Anforderungen und Werte nach der Energieeinsparverordnung angezeigt werden.
Das energieeffiziente Sanieren erfordert auch eine qualifizierte Begleitung bei der Umsetzung der technischen Anforderungen. Vom Bauherrn ist für die Planung der Sanierungsmaßnahmen, Kreditantragstellung sowie zu seiner Unterstützung ein Energieeffizienz-Experte beim Bauen wirtschaftlich unabhängig einzubinden.
27.03.2020
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