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Wärmedämmputzsystem

Ein Wärmedämmputzsystem besteht aus einem wärmedämmenden Unterputz (Wärmedämmputz) und dem mineralischen Oberputz, der das System vor Wasser und Witterungseinflüssen schützt. Wärmedämmputzsysteme werden zur Fassadendämmung eingesetzt.
Der Unterputz erhält seine wärmedämmende Eigenschaft, durch den Zusatz von Leichtzuschlägen, wie EPS-Kügelchen (EPS=Expandiertes Polystyrol), Perlite, Blähperlite, Vermiculite (Blähglimmer), Kork oder Schaumglasgranulat. Neben seiner wärmedämmenden Eigenschaft hat ein Wärmedämmputz durch seine relativ hohe Elastizität auch den Vorteil, dass er Rissbildung im Putz entgegenwirkt.
Am weitesten verbreitet sind Wärmedämmputze mit EPS-Leichtzuschlägen, da sie die bessere Wärmedämmung mit einer Wärmeleitfähigkeit λ ≈ 0,07 W/(m•K) z. B. im Vergleich zu Perlite-Dämmputzen mit einer Wärmeleitfähigkeit von λ ≈ 0,13 W/(m•K) erreichen. Für die Praxis bedeutet das, dass Wärmedämmputze mit EPS-Leichtzuschlägen bei gleicher Dämmleistung in geringerer Stärke aufgebracht werden können, bzw. dass sie bei gleicher Dicke aufgebracht, die besseren Dämmwerte erzielen. Wärmedämmputze werden in einer oder mehreren Lagen üblicherweise dicker (2 bis 10 cm) als normale Unterputze aufgetragen, je nach geforderter bzw. gewünschter Dämmwirkung. Hinsichtlich der Entflammbarkeit sind Wärmedämmputzsysteme mit ausschließlich mineralischen Leichtzuschlägen im Vorteil, da sie als nicht entflammbar gelten und somit der Baustoffklasse A1 zugeordnet werden. Wärmedämmputzen mit EPS-Leichtzuschlag wird ein Flammschutzmittel zugesetzt, sodass sie dann als schwer entflammbar gelten und der Baustoffklasse B1 zugeordnet werden können.
Der Oberputz bildet die abschließende vor Wasser und Witterung schützende Schicht im Wärmedämmputzsystem. Er wird ein- oder mehrlagig aufgetragen und besteht aus mineralischen Zuschlägen, wie z. B. Kies und Quarzsand sowie aus mineralischen Bindemitteln, wie Zement und Kalk. Seine Dicke schwankt üblicherweise zwischen ca. 8 bis 15 mm.
Zum Einsatz kommen Wärmedämmputzsysteme z. B. beim Bau von Niedrigenergiehäusern aus Hochlochziegeln, da sie der Außenwand einen guten Brand- und Feuchteschutz, bei Diffusionsoffenheit und damit Verhinderung von Feuchtestau im Mauerwerk und minimierter Rissbildung bieten.
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