Baustoff / Werkstoff / Produkt

Bauholz

Als Bauholz wird das Holz bezeichnet, dass für konstruktive Zwecke beim Bau von Gebäuden und Bauwerken verwendet wird.
Dazu zählen:
  • Vollholz = Massivholz, als Rundholz, Halbrundholz, Schnittholz – Balken, Bohle, Brett, Kantholz, Latte und
  • Schichtholz, wie Balkenschichtholz und Brettschichtholz, Konstruktionsvollholz (KVH ®), sichtbar und nicht sichtbar
Tragkonstruktion aus Balken und Holzbalkendecke aus Vollholz
Tragkonstruktion aus Balken und Holzbalkendecke aus Vollholz
Bild: © hydebrink, Fotolia.com
Qualitätsansprüche und Eigenschaften an bzw. von Bauholz werden in Normen geregelt. So ist z. B. festgelegt, welches Bauholz für welche Bauteile und Konstruktionen eingesetzt werden kann. Werden Bauteile aus Bauholz wieder abgerissen, so ist in der Altholzverordnung festgelegt, wie das Bauholz entsorgt werden muss.

Vollholz

Vollholz ist entrindetes, massives Holz. Wird es nicht zersägt, liegt es als Rundholz vor und ist somit ein geschälter, entasteter Baumstamm. Wird Vollholz in Sägewerken parallel zur Stammachse geschnitten, so spricht man von Schnittholz. Als Schnittholz für tragende Zwecke eignen sich nach Normung nur bestimmte Hölzer. Bei den Nadelhölzern werden Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche, Douglasie, Western Hemlock und Southern Pine genannt, bei den Laubhölzern: Eiche, Buche, Teak, Keruing, Afzelia, Merbau, Angélique (Basralocus), Azobe (Bongossi) und Greenheart.
Dachkonstruktion aus Bauholz
Dachkonstruktion aus Bauholz
Bild: © Kalle Kolodziej, Fotolia.com
Es gibt verschiedene Schnittholzarten, die sich in Ihren Maßen unterscheiden. Dies sind Kanthölzer, Bohlen, Bretter und Balken.
BezeichnungDicke = dBreite = b
Balkenb ≥ 200 mm
Bohled ≥ 40 mmb ≥ 40 mm 3 * d
Kantholzd ≥ 40 mmb ≤ 3 * d
Brettd ≤ 40 mmb ≥ 80 mm
Schnittholzarten
Ob das Schnittholz für tragende oder aussteifende Zwecke verwendet werden darf, muss anhand von Merkmalen, wie dem Faserverlauf, der Größe und Lage von Ästen oder auch dem Vorhandensein von Rissen beurteilt werden. Die Regelungen für die Beurteilung finden sich in der Normung. Grundlegend gilt, dass die Holzfeuchte für Bauholz nicht über 20 % liegen darf.
Konstruktionsvollholz
Spezielles Bauholz, dessen Qualitätseigenschaften über die Anforderungen der DIN 4074 hinausgehen, nennt man Konstruktionsvollholz (KVH ®). Dies ist eine geschützte Produktbezeichnung. Die Eigenschaften für Konstruktionsvollholz (KVH®) wurden vom Bund Deutscher Zimmermeister und der Überwachungsgemeinschaft Konstruktionsvollholz e.V. erstmals 1995 festgelegt.
Sie beziehen sich u. a. auf die:
  • Holzarten, die zur Herstellung von KVH ® verwendet werden dürfen – das sind Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche und Douglasie.
  • Holzfeuchte, die bei KVH ® bei 15% ± 3% liegen muss, um nachträgliche Verformungen zu minimieren, größtenteils auf chemischen Holzschutz verzichten zu können und die die Voraussetzung ist, um Keilzinkverbindungen herstellen zu können.
  • Länge von KVH ®, die größer sein kann als bei Vollholz, was durch Keilverzinkung von zwei Vollholzteilen realisiert wird.
  • speziellen Einschnitte beim Konstruktionsvollholz (KVH®), um Rissbildung, Krümmung und Verdrehung bei der Trocknung zu vermeiden. Dabei wird entweder genau durch die Markröhre (Herz/Kern) des Stammes geschnitten (herzgetrennter Einschnitt, siehe Grafik a)) oder die Markröhre wird als Herzbohle mit einer Dicke von d ≥ 40 mm herausgeschnitten (herzfreier Einschnitt, siehe Grafik b)).
Schematische Darstellung der speziellen Einschnitte bei Konstruktionsvollholz (KVH ®)
Schematische Darstellung der speziellen Einschnitte bei Konstruktionsvollholz (KVH ®)
Bild: © f:data GmbH
Weitere Eigenschaften betreffen, in Abhängigkeit davon, ob das Konstruktionsvollholz (KVH®) im sichtbaren oder nicht sichtbaren Bereich eingesetzt werden soll, z. B.: die Maßhaltigkeit des Querschnitts, Äste, Astzustand, Risse, Verfärbungen, Insektenbefall, Verdrehung, Längskrümmung und die Oberflächenbeschaffenheit.

Brettschichtholz (BSH) und Balkenschichtholz

Brettschichtholz ist Bauholz für tragende Zwecke. Es wird hergestellt, indem Bretter der gleichen Holzart, übereinander in gleicher Faserrichtung verleimt werden. Die Bretter werden technisch getrocknet und gehobelt. Mittels Keilzinkverbindung werden aus den einzelnen Brettern Brettlamellen auch großer Längen hergestellt. Danach erfolgt die Verleimung der Brettlamellen zu Kanthölzern, die abschließend noch einmal gehobelt werden. Während des Herstellungsprozesses wird die Holzfeuchte immer wieder überprüft.
Im Vergleich zu Vollholz können mit Brettschichtholz Bauwerke errichtet werden, bei denen größere Dimensionen und Konstruktionen mit freieren Formen geplant sind sowie höhere Festigkeiten benötigt werden. Durch die Verarbeitung zu Brettschichtholz werden einschränkende Vollholzeigenschaften, die z. B. Länge und Festigkeit betreffen, bezwungen und es können weitgespannte Holzingenieurbauwerke ausgeführt werden.
Balkenschichtholz wird wie Brettschichtholz hergestellt. Der Unterschied liegt in der Verwendung von größeren Einzelquerschnitten. Beide Schichthölzer sind auch in der Normung gemeinsam behandelt. Dort ist u. a. festgeschrieben aus welchen Holzarten Brett- und Balkenschichtholz hergestellt werden darf, es sind die Anforderungen an die Lamellen und die Keilzinkverbindungen geregelt, sowie die Eigenschaften der Klebstoffe zur Verleimung der Keilverzinkungen und der Bretter beschrieben.
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Region Preisangaben netto (ohne USt.) für Region: Ammerland
Weitere Leistungen mit regionalen Baupreisen:
Baupreislexikon
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Aktuelle Normen und Richtlinien zu "Bauholz"

DIN-Norm
Ausgabe 2009-08
Diese Norm legt allgemeine Anforderungen an Bauholz für tragende Zwecke, das mit Holzschutzmitteln gegen biologischen Befall behandelt wurde, fest....
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Ausgabe 2016-07
Diese Norm legt ein System von Festigkeitsklassen für den allgemeinen Gebrauch in Bemessungsnormen fest.Diese Norm wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 124 „Holzbauwerke“ erarbeitet, dessen Sekretariat vom AFNOR (Frankreich) gehalten wird. Das zustän...
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DIN-Norm
Ausgabe 1958-12
Die in dieser Norm festgelegten Gütebedingungen gelten für Auslese und Einbau von Baurundhölzern, deren Querschnitte nach der Tragfähigkeit bemessen werden....
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2007-11
Diese Norm enthält Anforderungen für verklebte Keilzinkenverbindungen und Mindestanforderungen für die Herstellung gefräster, ineinandergefügter und verklebter Keilzinkenverbindungen in Bauholz für tragende Zwecke. Die Anforderungen betreffen das Hol...
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DIN-Norm
Ausgabe 2018-12
Diese Norm legt Anforderungen, neben den in DIN EN 14081-1 angegebenen, an die Typprüfung für maschinell sortiertes Bauholz für tragende Zwecke mit rechteckigem Querschnitt fest, welches durch Sägen, Hobeln oder andere Produktionsverfahren hergestell...
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Ausgabe 2013-12
Diese Norm legt zwei Klassen zulässiger Abweichungen von den Sollmaßen für Bauholz für tragende Zwecke aus Nadel- und Laubhölzern fest. Die Norm legt auch die Holzfeuchte fest, die als Bezugspunkt für die Ermittlung der Maße dient und es werden Mitte...
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DIN-Norm
Ausgabe 2019-10
Diese Norm legt Anforderungen an visuell und maschinell nach der Festigkeit sortiertes Bauholz für tragende Zwecke mit rechteckigem Querschnitt fest, das durch Sägen, Hobeln oder andere Verfahren geformt wurde und Mindest-Querschnittsmaße nach DIN EN...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2013-10
Diese Norm gibt visuelle Festigkeitsklassen, Holzarten und deren Herkunft an und legt die Festigkeitsklassen nach DIN EN 338 fest, denen sie zugeordnet sind.Diese Norm wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 124 "Holzbauwerke" erarbeitet, dessen Sekreta...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2012-10
Diese Norm legt Prüfverfahren zur Bestimmung der folgenden Eigenschaften von Bauholz für tragende Zwecke und Brettschichtholz fest: Biege-Elastizitätsmodul, Schubmodul, Biegefestigkeit, Zug-Elastizitätsmodul in Faserrichtung, Zugfestigkeit in Faserri...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2019-02
Diese Norm legt fest, wie charakteristische Werte für mechanische Eigenschaften und Rohdichte von maschinensortiertem Bauholz zu bestimmen sind.Dieses Dokument (EN 384:2016+A1:2018) wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 124 „Holzbauwerke“ erarbeitet, ...
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