Jahresabschluss / HGB

Bilanzierungsverbote

Die Bilanz eines Bauunternehmens muss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Kapitallage vermitteln. Eine falsche Bewertung des Vermögens oder der Schulden führt zwangsläufig zu einer falschen Aussage.
Mit den Bilanzansätzen wird auf Grundlage der Regelungen im Handelsgesetzbuch (HGB) entschieden, was als Vermögen oder Kapital bilanziert werden muss, werden kann oder nicht werden darf. Folglich gibt es
Bilanzierungsverbote bestimmen praktisch die Bewertungsobergrenze für das Vermögen, die Schulden und den Erfolg.
Grundsätzlich sind beispielsweise nicht zu bilanzieren:
  • Aufwendungen für die Gründung eines Unternehmens, für die Beschaffung des Eigenkapitals sowie für den Abschluss von Versicherungsverträgen nach § 248 Abs. 1 HGB,
  • Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten, die nicht ausdrücklich nach Handelsrecht im § 249 Abs. 1 HGB aufgeführt sind,
  • Immaterielle Vermögensgegenstände, die als selbst geschaffene Gegenstände, Marken, Kundenlisten oder vergleichbare immaterielle Vermögensgegenstände, z. B. selbst erarbeitete Softwarelösungen oder entwickelte Patente, gelten können, nach § 248 Abs. 2 HGB,
  • Gegenstände, die dem Unternehmen nicht gehören bzw. diesem nicht zustehen,
  • noch nicht realisierte Gewinne bei unfertigen Bauleistungen.
Die Bilanzierungsverbote nach HGB als Handelsrecht müssen nicht mit den Ansätzen für die Steuerbilanz übereinstimmen. Steuerrechtliche Ansätze sind meistens noch detaillierter geregelt. Gibt es ein handelsrechtliches Verbot, dass
  • steuerrechtlich geleichlautend oder nicht geregelt ist, dann entspricht dies dem Handelsrecht der Steuerbilanz bzw. auch umgekehrt im Sinne der Maßgeblichkeit,
  • im Steuerrecht abweichend geregelt und somit verbindlich ist, dann wird die Steuerbilanz von der Handelsbilanz abweichen.
03.03.2016
Copyright bauprofessor.de Lexikon
Herausgeber: f:data GmbH Weimar und Dresden
Die Inhalte dieser Begriffserläuterung und der zugehörigen Beispiele sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetztes ist ohne Zustimmung der f:data GmbH unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Alle in diesem Werk enthaltenen Angaben, Ergebnisse usw. wurden von den Autoren nach bestem Wissen erstellt. Sie erfolgen ohne jegliche Verpflichtung oder Garantie der f:data GmbH. Sie übernimmt deshalb keinerlei Verantwortung und Haftung für etwa vorhandene Unrichtigkeiten.
Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem Werk berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namen im Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären und daher von jedermann benutzt werden dürfen.

Verwandte Fachbegriffe

Bilanzierungsgebote
Die Bilanz eines Bauunternehmens muss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Kapitallage vermitteln. Mit den Bilanzansätzen wird auf Grundlage der Regelungen im Handelsgesetzbuch (HGB) entschieden, was als Vermögen...
Umgekehrte Maßgeblichkeit
Die Bewertungen der Positionen in einer Bilanz richten sich nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) als Handelsrecht. Die steuerrechtliche Gewinnermittlung richtet sich dagegen nach den §§ 5-7 im Einkommensteuergesetz (EStG). Unterschiede leiten sich aus un...
Bilanzierungswahlrechte
Die Bilanz eines Bauunternehmens muss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Kapitallage vermitteln. Für die Bewertung gelten die Regelungen im Handelsgesetzbuch (HGB). Danach wird mit den Bilanzansätzen entschiede...
Bilanzierung
Als Bilanzierung bezeichnet man die Bewertung der Positionen in der Bilanz, und zwar dem Grunde und der Höhe nach.Dem Grunde nach wird mit den Bilanzansätzen entschieden, was als Vermögen oder Kapital bilanziert werden muss (Bilanzierungsgebote, meis...
Herstellungskosten von Bauleistungen
Herstellungskosten - nicht direkt vergleichbar mit den Herstellkosten als Zwischensumme im Kalkulationsschema- werden nach § 255 Abs. 2 im Handelsgesetzbuch (HGB) für die Bewertung von unfertigen Bauleistungen, selbsthergestellten Maschinen und Gerät...
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, verwenden wir Cookies. Einige dieser Cookies sind erforderlich für den reibungslosen Ablauf dieser Website, andere helfen uns, Inhalte auf Sie zugeschnitten anzubieten. Wenn Sie auf „ Ich akzeptiere“ klicken, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Individuelle Cookie-Einstellungen Ich akzeptiere