Baukonstruktion

Markise

Eine Markise ist ein bewegliches oder unbewegliches Dach an einer Gebäudefassade, das Fenster, Räume und Außenbereiche vor Sonneneinstrahlung schützt.

Was ist eine Markise?

Eine Markise ist ein Sonnenschutzsystem, das u. a. Gebäude, Terrassen, Balkone oder Flächen vor Gebäuden (z. B. vor Geschäften, Gärten, Cafés) beschattet. Markisen tragen damit vor allem im Sommer zu Lichtschutz und Wärmeschutz bei. Ist ein Regenablauf integriert, schützen sie auch vor Regen.

Funktionen von Markisen

Eine Markise erfüllt verschiedene Funktionen, wie:
  • Verschattung
    Eine Markise hat ein Markisentuch, das so dicht gewebt ist, dass es vor Sonneneinstrahlung schützt und die Bereiche unter der Markise verschattet. Die Wärmeentwicklung wird dadurch reduziert.
  • Blendschutz
    Eine Markise schützt nicht nur die Bereiche, die direkt unter ihr liegen. Markisen vor einer Terrassentür schützen z. B. auch die Räume dahinter. So vermeiden sie auch Blendeffekte, die u. a. beim Fernsehen oder bei Computerarbeiten stören.
  • Sichtschutz
    Je nach Konstruktionsart und Ausbildung kann eine Markise als Sichtschutz dienen, z. B. eine Vertikalmarkise, die zwischen zwei Gärten aufgespannt wird oder eine Senkrechtmarkise vor einem Fenster.
  • Verdunklung
    Markisen können so vor Öffnungen angebracht sein, dass sie die dahinterliegenden Räume verdunkeln und für Lichtschutz sorgen.
  • Regenschutz
    Eine Markise kann auch zum Schutz vor Witterung dienen. Das Markisentuch muss dafür wasserdicht sein und das Markisengestell so konstruiert, dass sich kein Regenwasser auf dem gespannten Markisentuch sammelt.

Konstruktionen von Markisen

Markisen können unterschiedlich konstruiert sein. Die Konstruktionsarten lassen sich grundsätzlich aufteilen in:
  • Rollmarkise
    Das Markisentuch der Rollmarkise lässt sich vollständig auf einer Tuchwelle (drehbar gelagertes Rohr, meist aus Stahl) aufrollen.
  • Faltmarkise
    Faltmarkisen sind bewegliche Markisen, die sich vollständig einfalten lassen.
  • Festmarkise
    Festmarkisen sind starre, unbewegliche Markisen, die sich nicht einfahren lassen.
Markisen schützen vor direkter Sonneneinstrahlung, z. B. im Garten.
Markisen schützen vor direkter Sonneneinstrahlung, z. B. im Garten. Bild: © f:data GmbH

Arten von Markisen

Die Wahl der passenden Markise hängt von den spezifischen Anforderungen, klimatischen Bedingungen und der Größe des zu beschattenden Bereiches ab.
Unterschiedliche Arten von Markisen sind u. a.:
  • Gelenkarmmarkise
    Die Gelenkarmmarkise (auch Scherenarmmarkise) ist eine Rollmarkise, die zwei oder mehr Arme besitzt, die das Markisentuch von der Tuchwelle wegdrücken, um es aufzuspannen.
  • Kassettenmarkise
    Die Kassettenmarkise (auch Kastenmarkise) ist eine Form der Gelenkarmmarkise. Sie hat den Vorteil, dass sowohl das Markisentuch als auch die Gelenkarmkonstruktion komplett in einen Kasten eingerollt und eingeklappt werden kann. Die Markise wird dadurch gut vor Verwitterung geschützt.
  • Korbmarkise
    Die Korbmarkise erinnert an einen umgedrehten, halbierten Korb. Sie wird an Wänden und Fassaden befestigt. Es gibt sie als Falt- oder Festmarkise.
  • Fallarmmarkise
    Die Fallarmmarkise ist eine Rollmarkise, die in ausgerolltem Zustand durch zwei Fallarme aufgestellt wird und so eine waagerechte bis schräge, temporäre Dachfläche bildet.
  • Senkrechtmarkise
    Die Senkrechtmarkise (auch Fassadenmarkise) ist eine Falt- oder Rollmarkise, die an Fenstern oder Glastüren angebracht und senkrecht entlang des Glases geöffnet wird.
  • Markisolette
    Eine Markisolette kombiniert die Senkrecht- und die Fallarmmarkise. Erst wird die Markise senkrecht am Fenster entlang nach unten ausgefahren und wird dann über die Fallarme aufgestellt.
  • Vertikalmarkise
    Die Vertikalmarkise ist eine Markise, die vertikal angebracht oder aufgestellt wird und zur Beschattung und als Sichtschutz dient.
  • Wintergartenmarkise
    Die Wintergartenmarkise (auch Pergolamarkise) wird über dem Glasdach oder an der Fassade von Wintergärten angebracht. Ohne Beschattung und Belüftung heizen sich Wintergärten im Sommer schnell auf.
Markisen reduzieren das Eindringen des Sonnenlichts in das Gebäude. Damit tragen sie zur Energieeffizienz des Bauwerks bei.
Markisen reduzieren das Eindringen des Sonnenlichts in das Gebäude. Damit tragen sie zur Energieeffizienz des Bauwerks bei. Bild: © f:data GmbH

Materialien für Markisentücher

Markisentücher müssen unterschiedliche Anforderungen erfüllen (z. B. Sonnen- und Witterungsbeständigkeit) und werden in verschiedenen Materialien ausgeführt, wie:
  • Acryl
    Markisentücher aus Acryl sind lichtecht (auch bei Sonneneinstrahlung farblich beständig) und beständig gegen UV-Strahlung. Sie werden daher hauptsächlich zum Sonnen- und Wärmeschutz eingesetzt. Durch eine Imprägnierung werden sie schmutz- und wasserabweisend.
  • PVC
    Markisentücher aus PVC sind besonders witterungsbeständig und werden daher für Markisen genutzt, die oft der Witterung ausgesetzt sind. Bei beweglichen Markisen muss das Markisentuch aus PVC zusätzlich mit einer Schicht aus Polyester überzogen werden, damit das Markisentuch beim Aufrollen oder Falten nicht bricht.
  • Polyester
    Aus Polyester hergestellte Markisentücher sind besonders leicht und reißfest, müssen aber zusätzlich gegen UV-Strahlung geschützt werden, um langlebig und farbecht zu sein.
Herzlichen Dank an Daria Kern, Architekturstudentin an der Bauhaus-Universität in Weimar, für die fachliche Unterstützung bei diesem Artikel auf bauprofessor.de.
Bauprofessor-Redaktion
Dieser Beitrag wurde von unserer Bauprofessor-Redaktion erstellt. Für die Inhalte auf bauprofessor.de arbeitet unsere Redaktion jeden Tag mit Leidenschaft.
Über Bauprofessor »
Copyright bauprofessor.de Lexikon
Herausgeber: f:data GmbH Weimar und Dresden
Die Inhalte dieser Begriffserläuterung und der zugehörigen Beispiele sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung der f:data GmbH unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Alle in diesem Werk enthaltenen Angaben, Ergebnisse usw. wurden von den Autoren nach bestem Wissen erstellt. Sie erfolgen ohne jegliche Verpflichtung oder Garantie der f:data GmbH. Sie übernimmt deshalb keinerlei Verantwortung und Haftung für etwa vorhandene Unrichtigkeiten.
Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem Werk berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namen im Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären und daher von jedermann benutzt werden dürfen.

Aktuelle Baupreise zu Markise

Ermitteln Sie aktuelle, verlässliche Preise zu Bauleistungen für alle Stadt-und Landkreise in Deutschland.

Beispiel
von
926,61 €/St
mittel
975,14 €/St
bis
1.033,76 €/St
Zeitansatz: 1,722 h/St (103 min/St)
Region Preisangaben netto (ohne USt.) für Region: Eisenach

Aktuelle Normen und Richtlinien zu "Markise"

Ausgabe 2015-08
Diese Norm legt die Leistungsanforderungen für Markisen fest, die zur äußeren Befestigung an Gebäuden und anderen baulichen Anlagen vorgesehen sind. Sie behandelt auch wesentliche Gefährdungen bei Zusammenbau, Transport, Einbau, Bedienung und Wartung...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2018-12
Diese Norm beschreibt detailliert die allgemeine Terminologie für Innenjalousien, Außenjalousien und Rollläden, wie sie normalerweise verwendet und an Gebäuden angebracht werden.Diese Norm wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 33 "Türen, Tore, Fenster...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2021-09
Diese Norm gilt für sämtliche Arten von Abschlüssen, Markisen und Jalousien, die in EN 12216 definiert sind und in diesem Dokument als Sonnenschutzeinrichtungen bezeichnet werden.Sie wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 33 „Türen, Tore, Fenster, Absc...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2020-11
Diese Norm dient dazu, die Kriterien für die Anwendung von Abschlüssen (innenliegend und außenliegend) nach DIN EN 13120 und DIN EN 13659 sowie Markisen nach DIN EN 13561, wie sie in DIN EN 12216 definiert sind, objektbezogen zu ermitteln.Diese Norm...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Ausgabe 2016-10
Diese Vornorm legt Rechenverfahren fest, um den benötigten Nutzwärmebedarf (Heizwärmebedarf) und den Nutzkältebedarf (Kühlbedarf) des betrachteten Gebäudeteils auszuweisen. Grundlage der Berechnungen ist eine entsprechend der Nutzung ausgewiesene Geb...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN EN 13561 (2015-08)
Da einige Teile der Markisen, wie z. B. die Kästen, Führungsschienen, nicht eingefahren werden können, müssen sie in einigen Fällen sehr hohen Windgeschwindigkeiten standhalten. Der sich daraus ergebende Druck ist abhängig von: den Einbaubedingungen...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN EN 13561 (2015-08)
4.4.1 Allgemeines Dieser Abschnitt gilt nur für Gelenkarmmarkisen, Scherenarmmarkisen, Korbmarkisen und Pergolamarkisen.Unter der Einwirkung von Niederschlägen kann sich in der Markise Wasser ansammeln, wobei sich ein Wassersack bildet. Die Markise m...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN EN 13561 (2015-08)
Für die Anwendung dieses Dokuments gelten die Begriffe nach EN ISO 12100 und EN 12216 und die folgenden Begriffe.3.1 Markise Produkt, bei dem der Behang aus einem beweglichen Material besteht und das angebracht wird, um die Eigenschaften, wie thermis...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN EN 13561 (2015-08)
4.8.1 Allgemeines Dieser Abschnitt bewertet die Fähigkeit der Markise, einer Vielzahl an Bedienzyklen bei gegebener Nutzung standzuhalten: Behang: ein Zyklus entspricht einer vollständigen Ausfahr- und Einfahrbewegung einschließlich der Stillstandsz...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN EN 13561 (2015-08)
4.14.1 Allgemeines Dieser Abschnitt bewertet die Fähigkeit der Grundwerkstoffe der Markise, während einer wirtschaftlich vertretbaren Nutzungsdauer folgende Anforderungen zu erfüllen: Farbbeständigkeit; Beibehaltung des Aussehens; Bruchfestigkeit; K...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN EN 13561 (2015-08)
4.13.1 Allgemeines Die Merkmale des Lichttransmissionsgrades einer Markise und die Nutzung von Tageslicht oder künstlicher Beleuchtung haben eine direkte Auswirkung auf den Komfort der Bewohner.4.13.2 Bestimmung der Leistung Die Leistungsbestimmung m...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN EN 13561 (2015-08)
Der Windwiderstand einer Markise ist durch dessen Fähigkeit charakterisiert, festgelegten Lasten standzuhalten, die den durch Wind erzeugten Druck und Unterdruck simulieren.Der Windwiderstand ist in Klassen eingeteilt, die durch Schwellenwerte für de...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN EN 13561 (2015-08)
4.7.1 Behang und Lamellen 4.7.1.1 AllgemeinesUnter Einwirkung einer nicht üblichen, jedoch vorhersehbaren Anwendung (Falschbedienung) darf sich die Markise nicht verformen oder in einem Maße beschädigt werden, dass: die Beschädigung ihre einwandfrei...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN EN 13561 (2015-08)
4.5.1 Allgemeines Dieser Abschnitt gilt nicht für kraftbetätigte Produkte.Die Bedienkraft Fc, die notwendig ist, um den Behang ein- oder auszufahren und um die Lamellen zu kippen/wenden ist von der Art der Bedienung abhängig.4.5.2 Bestimmung der Leis...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm
Auszug im Originaltext aus DIN 18073 (2020-11)
4.12.1 AllgemeinesNeben der Eigenlast müssen die auftretenden Windkräfte bei der Bemessung der Befestigung berücksichtigt werden. Dabei ist zu beachten, dass nicht bei allen Abschlüssen und Markisen die Windlast angesetzt werden kann, welche der erkl...
- DIN-Norm im Originaltext -
DIN-Norm

STLB-Bau Ausschreibungstexte zu "Markise"

Aktuelle, VOB-konforme und herstellerneutrale Ausschreibungstexte direkt für Ihre Ausschreibung oder Angebotserstellung.

Beispiel
STLB-Bau Ausschreibungstext:
Schutzdach ohne Seitenabschlüsse, aus Aluminium, Dicke 2 bis 2,4 mm, anodisiert, Dachlänge bis 150 cm, Befestigungsuntergrund Stahlbeton....
Abrechnungseinheit: m

Verwandte Fachbegriffe

Mehr zum Thema
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, verwenden wir Cookies. Einige dieser Cookies sind erforderlich für den reibungslosen Ablauf dieser Website, andere helfen uns, Inhalte auf Sie zugeschnitten anzubieten. Wenn Sie auf „ Ich akzeptiere“ klicken, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Individuelle Cookie-Einstellungen Ich akzeptiere